Gravenbrucher Ludwig-Uhland-Schule

Grüner Pavillon schafft Platz

+
Landrat Oliver Quilling (links) hat gestern zum Besuch im Erweiterungsbau auch gleich das CO2-Zertifikat für Schulleiterin Doris Keiber mitgebracht und überreicht. Die Innenwände haben eine Holzoberfläche, so dass sie auch gut im Unterricht genutzt werden können.

Neu-Isenburg - Frisches Grün für die Ludwig-Uhland-Schule: Um der Raumnot schnell Herr zu werden, hat der Kreis an der Gravenbrucher Grundschule drei Klassenzimmer plus Nebenräume in besonderer Bauweise hochziehen lassen.

Der grüne Neubau springt nicht nur ins Auge; er spart auch eine Menge CO2.
Das geflügelte Wort vom „Grünen Klassenzimmer“ ist an der Ludwig-Uhland-Schule in Gravenbruch zur Realität geworden – zumindest von außen. Mit einer Gesamtfläche von 320 Quadratmetern schafft der neue Schulpavillon für die Grundschule die Bedingungen, die Kinder und Lehrer brauchen. Drei Klassenzimmer, zwei Gruppenräume sowie einen Büroraum bietet er – und dazu die Option, bei weiterem Platzbedarf aufzustocken.

Nicht nur, dass die Module schnell aufgebaut waren. Noch ein Vorteil: „Die Baumaterialien sind überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen“, erläutert Landrat Oliver Quilling, als er gestern der Schule einen Besuch abstattet, um sich einen Eindruck vom schmucken Erweiterungsbau zu verschaffen, der dort seit Anfang März in nachhaltiger Bauweise entstanden ist. „Im Vergleich zur konventionellen Bauweise mit Stahlbeton konnten so insgesamt 136 Tonnen CO2 eingespart werden.“ Dies zertifiziert die CO2-Bank.

Und: Bei Bedarf kann der Schulpavillon wieder ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. „Der bleibt jetzt erst einmal hier, der gefällt uns und unseren Schülern besonders gut“, betont Schulleiterin Doris Keiber.

Der in Modulbauweise entstandene Erweiterungsbau steht im grünen Innenhof, nördlich des Verwaltungstrakts. Da für den Pavillon drei Birken weichen mussten, finden diese sich als Dekor auf der Außenwand des Gebäudes. Weiße Birkenstämme, im Wechsel mit einem frischen Grün, wurden auf die Holz-Polycarbonat-Fassade gedruckt und vermitteln so den Eindruck einer „Schule im Grünen“.

Dezenter Hingucker: In einem frischen Grün kombiniert mit Holz aus Sibirischer Lärche leuchtet die Fassade des neuen Pavillons an der Ludwig-Uhland-Schule.

„Ach, hier ist es ja sogar angenehm kühl“, merkt der Landrat gleich beim Betreten eines Klassenraums an. „Ja, man hat uns eine Klimatisierung der Räume zukommen lassen, dafür gibt es ein besonderes Lob“, bedankt sich die Schulleiterin. Insgesamt wirkt der Raum, wie das gesamte Gebäude, recht heimelig. Die Akustikdecke aus Holzlamellen und die Holz-Aluminiumfenster verstärken diesen Eindruck. Jetzt haben in den drei Klassenräumen insgesamt 72 Grundschüler adäquate Unterrichtsräume zur Verfügung.

„Wir haben hier innerhalb weniger Tage die Module der Holzrahmenbauweise aufgestellt, dann konnte auch schon der weitere Ausbau erfolgen“, erklärt Projektleiter Leo Hoth. Architekt Wolfgang Ostertag verweist auf weitere besondere Details der Bauweise, wie die Innen- und Außenwände, die aus Holzrahmen bestehen, sowie die Dämmung aus Cellulose (anstatt der üblichen Dämmung mit Mineralwolle).

Bilder: Einschulung 2015 in Dreieich und Neu-Isenburg

Das Gebäude wird vom Kreis als Schulträger über einen Zeitraum von sechs Jahren beim Holzbauunternehmen Baumgarten mit Sitz in Ebersburg, das gleichzeitig Errichter ist, angemietet. Die Investitions- und Mietkosten belaufen sich auf rund 1,06 Millionen Euro. Inzwischen sind die beiden Klassenraumcontainer, die übergangsweise als Ausweichquartier genutzt wurden, demontiert. (lfp)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare