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Ludwig-Uhland-Schule: Neubau soll im Sommer stehen

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Mehr Platz für die Ludwig-Uhland-Schule am Gravenbrucher Dreiherrnsteinplatz rückt in Sichtweite: Entlang des Zaunes nach rechts soll das neue Gebäude entstehen – dafür mussten drei größere Bäume gefällt werden.

Neu-Isenburg - Wetters Wankelmut hat den Baubeginn zwar gebremst, doch die Erweiterung für die Ludwig-Uhland-Schule steht in den Startlöchern. Die Gravenbrucher Grundschule bekommt einen Neubau mit drei Klassenräumen.

Und auch in das Verkehrs-Thema soll bald Bewegung kommen: Um den morgendlichen Elterntaxi-Andrang und weitere Herausforderungen in den Griff zu bekommen, tüftelt eine Arbeitsgruppe mit Verkehrsexpertin Katalin Saary an einem Schulmobilitätsplan.

Seit Anfang März laufen die Vorbereitungen, gebaut werden soll auf dem Schulgelände am Dreiherrnsteinplatz ein Erweiterungsbau, um Abhilfe für die Raumnot zu schaffen. Der Kreis Offenbach hofft, das neue Gebäude bereits in diesem Sommer nutzen zu können. Um dem Erweiterungsbedarf der Ludwig-Uhland-Schule gerecht zu werden, „wird nach intensiver Planungsphase ein Neubau in nachhaltiger Bauweise für 72 Schüler erstellt“, teilen Landrat Oliver Quilling und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger gestern mit.

Bei den Baumaterialien hat der Kreis als Schulträger sich nach eigenen Angaben dafür entschieden, überwiegend Material aus nachwachsenden Rohstoffen zu verwenden: „Die Innen- und Außenwände bestehen aus Holzrahmen, die Dämmung aus Cellulose. Die Innenwände haben ebenfalls eine Holzoberfläche.“ Auch bei der Fassade werde Holz aus Sibirischer Lärche überwiegen, so dass nach Abschluss der Arbeiten – das soll schon im Sommer 2018 so weit sein – das Gebäude in die CO2-Datenbank aufgenommen werden könne.

Neben dem Plus für die Umweltbilanz gibt es noch einen weiteren Vorteil: „Ein solches Gebäude kann außerdem schnell errichtet werden“, sagt Claudia Jäger.

Ausgeguckt ist für den Neubau die Freifläche hinter dem gelben Querbau, in dem auch die Verwaltung untergebracht ist. „Insgesamt werden drei Klassenräume mit jeweils etwa 60 Quadratmetern, zwei Gruppenräume mit einmal 40 und einmal 25 Quadratmetern sowie ein Büroraum geschaffen“, heißt es aus dem Kreishaus. Platz ist dort dann für insgesamt 72 Schüler. Das Gebäude bleibe eingeschossig auf einer Grundfläche von etwa 340 Quadratmetern. Offen sei aber die Möglichkeit, das Gebäude „bei entsprechendem Bedarf“ später aufzustocken.

Die Erschließung erfolgt über das Bestandsgebäude. Bis der Neubau, den der Kreis zunächst für sechs Jahre anmietet, tatsächlich steht, werden die Kinder laut Kreis auch in zwei Klassenraumcontainern unterrichtet.

Thema war die Uhland-Schule indes auch in der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Dabei ging es aber weniger um Raumnot, sondern darum, für noch mehr Sicherheit für die Grundschüler auf dem Weg in die Schule zu sorgen. Der Ortsbeirat sprach sich dafür aus, gemeinsam mit der Verkehrsexpertin Katalin Saary, Schulleiterin Doris Keiber, dem Ortsbeirat und dem städtischen Fachbereich Sicherheit und Verkehr einen Schulmobilitätsplan zu entwickeln, der das Thema Verkehrssicherheit breit auffächert.

Nachdem es, so erklärt Bürgermeister Herbert Hunkel, mit diesem Ansatz bereits an der Grundschule Buchenbusch gelungen sei, den morgendlichen Elterntaxi-Verkehr besser in den Griff zu bekommen, wolle man nun auch für Gravenbruch ein spezielles Schulmobilitätskonzept entwickeln. „Wir haben gesehen, dass es nicht reicht, Verbote auszusprechen“, sagt der Rathauschef. „Wir alle setzen auf eine Veränderung des Mobilitätsbewusstseins“ – und dies sei mit dem Schulmobilitätsplan im Buchenbusch gelungen.

Viele Kinder kämen mittlerweile zu Fuß. Aber nicht wenige, auch viele Kindergartenkinder, werden eben auch mit dem Auto gebracht – was regelmäßig zu Konflikten und Gefährdungen der Kinder führt. „Ziel und Aufgabe des Konzeptes soll daher sein, gemeinsam mit Lehrkräften, Eltern und Anwohnern zu klären, wie der Hol-Bring-Verkehr sicher und konfliktarm zu organisieren ist“, beschreibt Saary, deren Büro auf Verkehrslösungen spezialisiert ist und die bereits im Buchenbusch den Prozess begleitet hat, das Vorhaben. Außerdem gehe es darum, eine Infrastruktur zu schaffen, „die die Verkehrssicherheit der Kinder zu Fuß gewährleistet“.

Die größte Aufgabe sei jedoch die Mobilitätserziehung der Kinder. „Denn Verkehrserziehung beschränkt sich nicht nur auf die Vermittlung von Zeichen und Regeln, sondern stehet in Wechselwirkung mit vielen anderen pädagogischen Bereichen“, so Saary.

Dies könne nur gemeinsam gelingen. Deswegen soll auch in Gravenbruch eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die sich aus Vertretern der Schulleitung und Elternbeiräten, dem KIZ, Anwohnern, der Stadtplanung sowie Bürgermeister Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt zusammensetzt. Die Leitung hat Katalin Saary.

Mit diesem Schulmobilitätskonzept, so ergänzt Hunkel, wolle man gleichzeitig auch „Verkehrsfragen rund um den Dreiherrnsteinplatz“ klären. Das dürfte ein Stück Arbeit werden – spielen bei dem Thema bekanntlich diverse Aspekte mit rein. Denn rund um den Dreiherrnsteinplatz sind ja neben der Grundschule auch mehrere Kitas und weitere Einrichtungen angesiedelt. Doch Parkflächen sind an diesem markanten Punkt im Stadtteil knapp bemessen – was zunehmend für Verdruss sorgt.

Der Mangel an Parkplätzen hat sich mehr und mehr verschärft, weil die anliegenden Institutionen mehr Mitarbeiter bekommen haben: Die Lehrer der LUS müssen irgendwo parken, auch die Mitarbeiter von Kitas und KIZ. Und die Situation könnte in den nächsten Monaten noch schwieriger werden, wenn es mal los geht mit dem Bau des neuen Supermarkts.

Und dann sind da ja auch noch die Gedankenspiele zur Verschönerung des Dreiherrnsteinplatzes – zum Beispiel vom Aufstellen von demontierbaren Parkbänken war schon mal die Rede. Zu besprechen haben wird die AG also genug. (hov)

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