„Bei allem, was gut ist, dabei“

+
Matthias Plieninger (links) mit seiner Frau Elke Weyel und Bürgermeister Herbert Hunkel.

Neu-isenburg - Für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement im Sinne der Stadt hat Bürgermeister Herbert Hunkel Matthias Plieninger die Hugenottenmedaille verliehen. Von Enrico Sauda

„Die Freude wird nur dadurch getrübt, dass Sie uns verlassen, was eigentlich gar nicht vorstellbar ist“, ließ der Rathauschef den Geehrten bei einer Feierstunde im Magistratssitzungssaal wissen. Plieninger zieht es in die Hansestadt Hamburg.

„Matthias Plieninger hat sich sehr für Neu-Isenburg engagiert, sich kritisch und konstruktiv eingebracht. Das wissen wir sehr zu schätzen“, so Hunkel. Bürgerbeteiligung sei wichtig und falle bei der Stadt auf fruchtbaren Boden. Der Verwaltungschef zählte einige der vielen ehrenamtlichen Aufgaben Plieningers auf. So gehörte der 1945 Geborene seit den Anfangstagen dem Kaleidoskop an. „Sie gehören zu denjenigen, die sich früh für die Intensivierung der Kinderbetreuung stark gemacht haben“, lobte der Bürgermeister. Heute sei das Kaleidoskop im Bereich der Kleinkinderbetreuung einer der stärksten Partner der Stadt. Plieninger war zudem im Gründungsvorstand des Weltladens - „der dazu beigetragen hat, dass wir ab dem 1. September als einzige Stadt im Kreis eine Fair-Trade-Stadt sein werden“. Zudem sei Plieninger ein Aktivposten bei der Entstehung des Watt-Clubs gewesen. „Bei allem was gut ist, ist Matthias Plieninger dabei“, fasste Hunkel zusammen.

Gesprächskreis für Frieden und Demokratie

„Eigentlich hätte die Verleihung eine Überraschung sein sollen - das hat aber nicht funktioniert, und so hatte ich Gelegenheit, eine Rede zu verfassen“, sagte der Geehrte, der „nie erwartet hätte, die Medaille zu erhalten“. In seiner Ansprache gab Plieninger einen Überblick über seine Aktivitäten und hob hervor, dass er die Auszeichnung annehme, „weil damit alle Mitglieder der Initiativen geehrt werden, in denen ich mitgearbeitet habe“. Am längsten gehört Plieninger den Internationalen Ärzten zur Verhütung des Atomkriegs an. Außerdem machte er beim Gesprächskreis für Frieden und Demokratie mit, leitete die Malteser Migranten Medizin in Frankfurt und regte 2007 das Klima-Bündnis Neu-Isenburg an. „Damals gab es noch nicht so viel Resonanz. Erst nach der Katastrophe von Fukushima hat sich der Watt-Club als Bürgerinitiative für die Energiewende in Neu-Isenburg gegründet“, erzählte er.

Was er in Hamburg vermissen werde? „Die in drei Jahrzehnten gewonnenen Freundinnen und Freunde, das Schwimmbad, die Altstadt, Kaffeetrinken vor dem Weltladen, Herrn Klees Erinnerungen aus einer Zeit vor meiner Zeit, einen Bürgermeister, der Dienstfahrten im R4 macht und mich kennt, die Montagsdemos am Flughafen gegen Fluglärm sowie das Gefühl, Einfluss auf die Politik nehmen zu können.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare