Stadt legt einige Vorschläge zur Linderung des Straßenlärms vor

Mehr Ruhe in Neu-Isenburg durch Tempolimits

Neue Aufmerksamkeit für eine altbekannte Forderung: Viele Bürger wünschen sich schon länger, Neu-Isenburg solle endlich auf die Tempobremse treten und die erlaubte Maximalgeschwindigkeit auf der Frankfurter Straße von 50 auf 30 herabsetzen. Andere sagen, wegen des oft hohen Verkehrsaufkommens könne man dort ohnehin nur schleichen.
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Neue Aufmerksamkeit für eine altbekannte Forderung: Viele Bürger wünschen sich schon länger, Neu-Isenburg solle endlich auf die Tempobremse treten und die erlaubte Maximalgeschwindigkeit auf der Frankfurter Straße von 50 auf 30 herabsetzen. Andere sagen, wegen des oft hohen Verkehrsaufkommens könne man dort ohnehin nur schleichen.

Um den Straßenlärm in Neu-Isenburg zu reduzieren, hat die Stadt einige Vorschläge erarbeitet. Dazu zählen auch Tempolimits.

Neu-Isenburg – Im Ballungsraum ist Straßenlärm – vor allem in Neu-Isenburg neben Fluglärm natürlich – an der Tagesordnung. Dafür, dass er zumutbar wird oder bleibt, soll ein hessenweiter Lärmaktionsplan sorgen, der auch in Neu-Isenburg stark beanspruchte Straßen ausweist und Verbesserungsvorschläge bündelt. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat die Stadt im Zuge dessen aufgefordert, zeitnah geeignete Maßnahmenvorschläge zu entwickeln, um die Lärmbelastung im Stadtgebiet zu reduzieren.

Bereits während des Verfahrens zur Aufstellung des Lärmaktionsplans hatte die Stadt daher zusammen mit einem Fachbüro verschiedene kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur Lärmbekämpfung geprüft. Das Gutachten liegt nun vor. Ebenfalls ein Maßnahmenkatalog aus dem Rathaus, der nun den Stadtverordneten vorgelegt wird. Und der allerlei Diskussionsstoff bieten könnte.

Innerorts beispielsweise gibt es folgende Maßnahmenvorschläge, mit denen man den verkehrsgeplagten Anwohnern der Durchgangsstraßen in der Innenstadt Entlastung bringen will; zum Beispiel mit Geschwindigkeitsreduzierungen – mal ganztags, mal nur in den Nachtstunden.

So könnte die Stadt auf die Tempobremse treten und die erlaubte Maximalgeschwindigkeit von 50 auf 30 herabsetzen – „tagsüber ohne Änderung der Vorfahrt“ wird das angeregt für die Frankfurter Straße (zwischen Friedensallee und Friedhofstraße) und die Offenbacher Straße (zwischen Frankfurter Straße und am Trieb). Dies könnte man kurzfristig und zunächst probeweise bis Ende 2021 umsetzen, heißt es vom Magistrat. „Nach Vorlage eines Erfahrungsberichtes und Anhörung der Anwohner erfolgt dann eine endgültige Entscheidung im Jahr 2022 durch die Stadtverordnetenversammlung.“

Ebenfalls im Gespräch ist als zeitnah umsetzbare Maßnahme eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 nachts in der Carl-Ulrich-Straße/Friedhofstraße zwischen Hugenottenallee und St-Florian-Straße.

„Die mittelfristigen Maßnahmen für passives Schallschutzprogramm beispielsweise in der Herzogstraße oder der Karlstraße sollen vertieft geprüft werden“, heißt es in der Mitteilung des Magistrats weiter. „Die langfristigen Maßnahmen wie Einbau lärmmindernder Deckenbeläge sind im Rahmen des Ausbaus der Ortsdurchfahrt Carl-Ulrich-/ Friedhofstraße und im Rahmen des Stadtumbauprogramms zu untersuchen.“

Seit dem 4. Mai 2020 ist der Lärmaktionsplan Hessen (dritte Runde) rechtsgültig. Das Ziel ist, die schädlichen Auswirkungen durch Straßenlärm zu verhindern oder zu mindern und die Belastung zu reduzieren. Dafür wurde vom Land Hessen eine Lärmkartierung aufgestellt, bei der alle Straßen abgebildet sind, in denen Lärmkonflikte bestehen. Im Zuge der Beteiligung wurden aus der Bürgerschaft und von Trägern öffentlicher Belange verschiedene Vorschläge eingebracht, wie beispielsweise die Geschwindigkeitsreduzierung oder die Einrichtung von Einbahnstraßen.

Schon früher, so berichtet der Magistrat, habe man die überörtlichen Behörden zu mehr Lärmschutz entlang von außerörtlichen Bundes- oder Landesstraßen sowie Autobahnen aufgefordert. Ebenfalls hat die Stadt mittel- oder langfristig umsetzbare Maßnahmen für innerstädtische Landes- und Hauptverkehrsstraßen, wie Schallschutzfensterprogramme und lärmarme Deckschichten für Straßen untersucht, die in die Zuständigkeit der Kommune fallen.

„Schon seit Jahren setzt sich die Stadt Neu-Isenburg für die Lärmminderung ein. Auch deswegen soll die Carl-Ulrich-/Friedhofstraße umgebaut und Verkehr auf die Schleußner Straße verlagert werden. Insbesondere ist eine Gesamtbetrachtung aller auftretenden Lärmquellen (Straße, Schiene, Luft) notwendig, um die tatsächliche Lärmsituation der Neu-Isenburger Bürger darzustellen“, so Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt. Die Überlagerung von Fluglärm und Straßenverkehrslärm in Neu-Isenburg erhöhe die Belastung und zeige nochmals den Handlungsbedarf für umsetzbare Maßnahmen auf. Für die innerorts liegenden Landesstraßen hat die Stadt daher jetzt besagte mögliche umsetzbare Maßnahmen zur Lärmreduzierung entwickelt.

Die außerorts liegenden Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen liegen nicht in der Zuständigkeit der Kommune. Auch hier setze sich die Stadt aber für eine Verbesserung ein, betonen Hunkel und Schmitt. „Grundsätzlich müssen die übergeordneten Genehmigungsbehörden einbezogen werden, damit wir die Lärmminderungsmaßnahmen auch umsetzen können.“

Um die Lärmbelastung an den besonders lauten Bundes- und Landstraßen sowie den Autobahnen spürbar zu reduzieren, fordert die Stadt das Land auf, für Straßen, die im Zuständigkeitsbereich des Landes liegen, folgende Maßnahmen umzusetzen:

Die Errichtung einer Lärmschutzwand an der Südseite der A3. Bis eine solche steht, wollen die Isenburger eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 100 in Kombination mit einer mobilen Lärmschutzwand.

Für den Bereich der B44 in Zeppelinheim fordert die Stadt das Aufbringen lärmarmen Asphalts, hinsichtlich der L 3117 im Bereich von Gravenbruch eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 70.  (hov)

Im Parlament

Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung. Termin der nächsten Sitzung – es ist die erste deses Jahres und die letzte der zu Ende gehenden Legislaturperiode – ist Mittwoch, 10. Februar, 19.30 Uhr. Pandemiebedingt tagt das Parlament auch 2021 vorerst in der Hugenottenhalle.

Auch den Bau einer Lärmschutzwand an der Südseite der stark befahrenen A3 hat die Stadt auf dem Wunschzettel – zum Schutz der Bewohner im unmittelbar angrenzenden Stadtteil Gravenbruch.

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