Zunehmende Belastungen befürchtet

Mehr Schutz vor Lärm in Zeppelinheim gefordert

Der Brückenschlag über die A 5 bei Zeppelinheim ist bereits geschafft. Durch das neue Terminal wird im Stadtteil mehr Verkehr befürchtet.
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Der Brückenschlag über die A 5 bei Zeppelinheim ist bereits geschafft. Durch das neue Terminal wird im Stadtteil mehr Verkehr befürchtet.

Eine zunehmende Lärmbelastung befürchten die Einwohner von Zeppelinheim. Das war Thema im Ortsbeirat am Donnerstagabend, wo ein Antrag der SPD dazu vorlag.

Zeppelinheim - Wenn das in zwei Jahren fertiggestellte Terminal 3 (T3) an den Start geht, wird es vor allem über die A 5 eine spürbare Zunahme des Verkehrs geben. Und wenn die Schnellbahntrasse realisiert ist, werden künftig täglich mindestens 499 Züge durch den Bahnhof Zeppelinheim brausen statt derzeit 313. Deshalb werden Lärmschutzmaßnahmen gefordert.

Bei der Sitzung des Ortsbeirats ging es vor allem um die B 44 und und die L 3262. Da ist besonders ein „Schleichweg“ auf der B 44 von der Kernstadt kommend über die Ausfahrt Zeppelinheim, dann links zur T-Kreuzung mit der L 3262 ein Dorn im Auge. „Und das wird alles noch viel schlimmer, wenn das Terminal 3 in Betrieb geht“, befürchtet Ortsvorsteher Sebastian Stern (SPD). Der Brückenschlag über die A 5 ist bereits erfolgt und jeder könne sich „ausmalen“, was das für Zeppelinheim bedeutet.

Bürgermeister Herbert Hunkel schlug, wie die SPD in ihrem Antrag, eine Erfassung der Ist-Situation vor: „Wir können nicht einfach Forderungen stellen, wir müssen unsere Bedenken entsprechend begründen und vor allem mit Fakten belegen.“ Die Stadt will ein entsprechendes Büro beauftragen, das das heutige Verkehrsaufkommen mit der einhergehenden Lärmbelastung dokumentiert. „Auf dieser Basis können wir die zu erwartenden weiteren Belastungen durch einen allgemein zunehmenden Verkehr, aber insbesondere durch die Zu- und Abfahrten zum Terminal 3 entsprechend berechnen“, betont Hunkel. Nach der Zustimmung des Ortsbeirats soll ein entsprechender Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden.

Ein ähnliches Vorgehen wird auch zur Schnellbahntrasse von Frankfurt nach Mannheim gefordert. Da erstellt die Bahn jedoch selbst entsprechende Gutachten. Vor rund drei Monaten fand eine Lärmsimulation am Ortsrand von Zeppelinheim statt und vor drei Wochen stellte die Bahn mit ihrem Info-Mobil die Pläne für die Trasse vor. Ein Dorn im Auge ist den Zeppelinheimern das Verfahren der Bahn, den dortigen Bahnhof nahezu unberührt zu lassen. „Die simulierte Fahrt auf der neuen Trasse hört sich alles recht leise an, doch die Realität wird wohl einen andere sein“, beschreibt Bettina Blüchardt (CDU) ihre Eindrücke. „Uns stören vor allem die Durchfahrten der schnellen ICE-Züge mit bis zu 140 Kilometern pro Stunde und die nächtlichen Güterzüge, die über die neue Trasse geleitet werden sollen“, verweist Ortsvorsteher Stern auf weitere Lärmverursacher.

Um gegen diese Problematik auch gerichtlich vorgehen zu können, wurde bereits im Jahr 2000 im Zuge der gerichtlichen Auseinandersetzung um den Ausbau des Frankfurter Flughafens der Verein „Wir wollen hier gesund weiterleben“ gegründet. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung wurde der Satzungszweck erweitert. „Künftig soll der Lärmbegriff umfassend betrachtet werden und nicht nur Fluglärm beinhalten“, erklärt der Bürgermeister. Es wurde ein neuer Beirat für Bahnlärm gegründet, zu dem Udo Bachmann und Meinrad Schneider aus Zeppelinheim gehören. Die beiden wollen die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner vertreten, die durch den Bau der Bahnstrecke betroffen sind.

Von Leo F. Postl

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