Mehr Sicherheit für Radler

Keine Querungshilfe für B44: „Ein großes Gefahrenpotenzial“

Neu-Isenburg - Mehr Sicherheit für Radfahrer auf dem Weg zum Flughafen: Mit der Forderung, eine bessere Querungsmöglichkeit der B 44 südlich des „Isenburger Kreisels“ zu schaffen, liegt Bürgermeister Herbert Hunkel Hessen Mobil schon seit geraumer Zeit in den Ohren.

Nun zeigt sich der Rathauschef spürbar frustriert von der „Unbeweglichkeit“ der Behörde in diesem Punkt. „Die ungesicherte Radverkehrsquerung über zwei hochbelastete, zweistreifige Richtungsfahrbahnen stellt ein großes Gefahrenpotenzial dar“, sagt der Rathauschef. Gleichzeitig sei die Strecke aber Bestandteil der wichtigen Radverkehrsanbindung zum Flughafen. Die Stadt fordert deshalb für diese Stelle schon seit Längerem eine verkehrssichere Lösung – und sieht diesbezüglich Hessen Mobil in der Pflicht, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Weil sich in der Sache aber, obwohl das schon mal anders geklungen habe, nichts tue, hat Hunkel nun mit einem Schreiben an Hessen Mobil nun noch einmal seinem Unmut Luft gemacht und ein schnelles Handeln für mehr Sicherheit für die Radler eingefordert. Sein Ziel: die zügige Aufnahme besagter Querungsstelle in das Planungsprogramm der Behörde. „Aufgrund der aktuellen Gefahrensituation besteht hier akuter Handlungsbedarf. Eine mögliche alternative Wegeführung, die im Rahmen einer Steuerungsgruppe Radverkehr gefunden und umgesetzt werden soll, ist zeitlich aufwändig und kann keinesfalls die bestehende Führung ersetzen“, argumentiert der Bürgermeister.

„Nachdem zunächst der Bau einer Unterführung in Aussicht gestellt wurde, ist aber jetzt nur noch eine Alternative der Wegführung im Gespräch“, sagt Hunkel.

Das will die Stadt so nicht akzeptieren. Auch der Aussage, dass die westliche Fortführung des Radwegs an der B43 nicht möglich sei, widerspricht der Bürgermeister. Diese Wegeführung, sagt Hunkel, werde bereits heute rege als direkte Anbindung von Terminal 1 und Gateway Gardens genutzt. Hunkel fühlt sich vertröstet und sagt: „Da komme ich schon ein bisschen ins Grübeln über die Unbeweglichkeit von Hessen Mobil, was den Radweg zum Flughafen angeht.“ Die Stadt Neu-Isenburg bringe sich „gerne unterstützend ein“ und sei zu Gesprächen über eine mögliche Lösung bereit, betont der Bürgermeister, der nach eigener Aussage auch den Bundestagsabgeordneten Björn Simon und den Landtagsabgeordneten Hartmut Honka (beide CDU) „in dieser wichtigen Angelegenheit“ um Unterstützung gebeten hat.

Radfahrer-Falle toter Winkel: Gefahr durch abbiegende Lkw

Dass es für Radler aus seiner Sicht „absolut gefährlich“ sei, die B44 dort zu überqueren, berichtet auf Anfrage auch Franz Drews vom ADFC-Ortsverband. Vor allem im Berufsverkehr habe man kaum eine Chance, über die Straße zu kommen – „oder Sie bringen richtig viel Zeit mit“. Drews erzählt, er wisse von einem Gravenbrucher, der auf seinem Weg zum Flughafen die Strecke bewusst meide und stattdessen über die Flughafenstraße fahre. Das sei zwar weiter – aber dennoch schneller wegen vernünftiger Wege.

Denn was die Rad-Route gen Flughafen betrifft, so sei die fehlende Querungsmöglichkeit der B44 ja nicht das einzige Problem – der weitere Verlauf des Weges sei „auch absolut nicht alltagstauglich“.

Von Hessen Mobil war gestern bis zum Redaktionsschluss für diese Seite keine Stellungnahme zu bekommen. (hov)

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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