Knapp 300 Tonnen mehr Biomüll

Die Mehrheit ist „trennwillig“

Neu-Isenburg -  Die meisten Isenburger sind mittlerweile mit der Biomülltonne warm geworden: Nachdem die Stadt die Extra-Tonne für organischen Abfall erst spät eingeführt hat, trennen die meisten Bürger fleißig Müll. Von Julia Radgen 

In Kürze müssen sie sich wieder auf einen veränderten Abfuhr-Rhythmus einstellen. Am Montag, 4. Juni, stellt der Dienstleitungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg (DLB) auf Sommerzeit um – zumindest, was die Leerung des Biomülls angeht. Dann holen die Mitarbeiter der Müllabfuhr die entsprechenden Tonnen wieder jede Woche ab, anstatt alle 14 Tage. Der Wochentag bleibt jedoch derselbe. Im Abfallkalender ist der Zeitraum für die Sommerleerung der Biotonne hellgrün markiert. Die Regelung gilt bis 28. September.

„Die wöchentliche Leerung der Biotonne wurde eingeführt, um die Akzeptanz in der Bevölkerung für die getrennte Sammlung von Küchenabfällen zu steigern“, erklären Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) und Petra Klink, Vorstand DLB AöR. Denn gerade in den Sommermonaten führten hohe Temperaturen dazu, dass Biomüll schneller fault und sich so unangenehme Gerüche und Ungeziefer breitmachen. Die Aussicht auf unappetitliche Mülltüten soll keine Isenburger davon abhalten, ihren Müll ordentlich zu trennen.

Das klappt inzwischen schon ganz gut, wie Franziska Knake, beim DLB für Abfallwirtschaft zuständig, bescheinigt. „Die Bürger trennen besser: Der Anteil an Biomüll hat zugenommen, der an Restmüll entsprechend ab“, sagt sie. Im vergangenen Jahr sammelte der DLB von jedem Isenburger 43,13 Kilogramm Biomüll ein. 2016 waren es erst 37 Kilogramm pro Kopf. (2017 gesamt: 1681 Tonnen, 2016: 1385 Tonnen). Je mehr, desto besser – wenn gleichzeitig der Restmüllanteil zurückgeht –, lautet das Motto für den DLB.

Seit der Einführung der Biotonne vor drei Jahren – Neu-Isenburg begann 2015, wie vom Kreislaufwirtschaftsgesetz vorgeschrieben – habe sich viel getan, betont Knake. „Wir sind nah am Ziel.“ Das hat der DLB langfristig auf 60 Kilogramm Biomüll pro Einwohner und Jahr veranschlagt. Doch auch wenn die Mehrheit der Bürger „trennwillig“ sei, gebe es immer noch welche, bei denen die falschen Abfälle in der Biotonne landen. Neben Obst- und Gemüseresten, Kaffeesatz und Teebeuteln, Küchenkrepp und kleineren Grünabfällen landen auch unerwünschtes Plastik, Windeln, Kehricht oder sogar Metalle, Glas und Keramik darin. Vor allem in größeren Wohnanlagen hapere es noch. „Wir müssen weiter Aufklärungsarbeit betreiben“, sagt die DLB-Mitarbeiterin. Im Idealfall, bevor der falsche Müll in der Tonne landet. In dem Fall muss die Müllabfuhr ihn, versehen mit Hinweis-Aufkleber, stehenlassen.

Europa und der Müll: Umweltproblem oder gutes Geschäft?

Wer fleißig trennt, spart auch bares Geld, liefert Schmitt einen finanziellen Anreiz für korrekte Mülltrennung. Denn die Entsorgung sei für die Stadt günstiger. „Und die Ersparnis geht letztlich in den Geldbeutel der Isenburger zurück“, so Schmitt. Er erinnert daran, dass die Küchenabfälle nicht in sogenannten Biokunststoffbeuteln gesammelt und entsorgt werden dürfen – wie im gesamten Kreis. Diese sind zwar kompostierbar, ihre Bestandteile sorgen in der Anlage aber für Probleme. Deshalb sollten die Isenburger lieber Papiertüten nutzen. Die gibt es auch direkt beim DLB (20 Beutel, 1,50 Euro). Oder noch einfacher: Die Abfälle in Küchenpapier oder die gelesene Lieblingszeitung einwickeln. Das wirke zudem Fäulnis oder Gefrieren vor.

Tipps zum richtigen Sortieren gibt’s auf www.dlb-aoer.de.

Rubriklistenbild: © dpa

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