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Mehr als nur Stoff: Designer zeigen Kreationen

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Leuchtende Hingucker: Horst Baur bereicherte mit seiner „Lichtkanzlei“ die Kreativmesse „eigenART!“ in der Hugenottenhalle. Erkenntnis des Licht-Experten: „Lampen sind Frauensache.“ Neben ihm traten 64 weitere Designer mit ihren Kreationen an.
Leuchtende Hingucker: Horst Baur bereicherte mit seiner „Lichtkanzlei“ die Kreativmesse „eigenART!“ in der Hugenottenhalle. Erkenntnis des Licht-Experten: „Lampen sind Frauensache.“ Neben ihm traten 64 weitere Designer mit ihren Kreationen an. © Schubert

Neu-Isenburg - „Verschwende deine Zeit nicht.“ „Lebe ein Leben, an das du glaubst.“ „Lebe ein Leben, für das es wert ist, zu kämpfen.“ Die Klamotten von Michael Landsmann und Tobias Neumann sind mehr als nur Stoff. Sie fordern den Träger heraus. Von Manuel Schubert

„Unsere Mode soll aussagekräftig sein“, sagt Neumann. Vor ihm liegen auf einer Konstruktion aus dunkelbraunen Paletten T-Shirts, Kappen, Sonnenbrillen, Mützen und mehr. Vor anderthalb Jahren designten die beiden Freunde erstmals Shirts für ihre Band – heute ist daraus die Klamottenmarke „Live A Life Clothing“ geworden, zu der ein gut laufender Onlineshop gehört. 5500 Likes auf Facebook sprechen ebenfalls für den Erfolg.

Täschnerin Yoshiko Klein setzt auf Stoffe aus Japan – und träumt vom eigenen Laden mit ihrem Label Noriko.
Täschnerin Yoshiko Klein setzt auf Stoffe aus Japan – und träumt vom eigenen Laden mit ihrem Label Noriko. © Schubert

„Eine Messe macht natürlich mehr Spaß, als die Sachen online zu verkaufen“, sagt Neumann. Deswegen sind die Freunde aus der Nähe von Trier am Samstag mit ihrem Stand Teil der Kreativmesse „eigenART!“, deren Schauplatz zum zweiten Mal die Neu-Isenburger Hugenottenhalle ist. „Selbst designte Streetwear“ nennen die zwei Grundschullehrer ihren Stil. „Zielgruppe sind in erster Linie junge Leute“, sagt Neumann. Hauptsächlich in der Tattoo- und Musikszene stießen die Klamotten auf großen Anklang, berichtet der 26-Jährige.

An den Nachbarständen bewerben zwei Frauen ihre Bastelworkshops; präsentiert eine Fotografin Hochzeitsbilder, verkaufen Tochter, Mutter und Vater selbst genähte Kindermode. Vielfalt ist fraglos ein Qualitätsmerkmal der „eigenART!“. Nova Günther kennt sämtliche Aussteller beim Vornamen. Die junge Frau, von Kopf bis Fuß gepierct und tätowiert, rote Haare, Batman-Hose, ist bei der Isenburger Agentur „12Löwen“ für den Bereich Messeplanung zuständig und hat „eigenART!“ vor einem Jahr ins Leben gerufen. „Alles kreative Leute“, schwärmt sie von den insgesamt 65 Ausstellern, „und so nett!“

Die gute Atmosphäre lobt auch Horst Baur. An seinem Stand gibt es Lampen in allen denkbaren Varianten: Würfel oder Fransen, klein oder groß, weiß oder bunt. Mit einem Freund hat er die „Lichtkanzlei“ gegründet, die nicht nur Helligkeit ins heimische Wohnzimmer bringt, sondern ebenso Beleuchtung zu großen Events. „Männer schauen an meinem Stand nur selten vorbei“, erzählt er. „Lampen sind Frauensache“, habe er über die Jahre hinweg festgestellt. „Vielleicht, weil meistens die Frau verantwortlich für die Einrichtung des Zuhauses ist.“

„Eigenart“-Messe in Neu-Isenburg

Yoshiko Klein (28) wird an ihrem Stand ebenfalls eher selten von Herren besucht. Sie bietet „Täschchen aller Art“ an, wie sie sagt. Konkret sind das Federmäppchen, Portemonnaies, Taschen fürs Tablet, seit Neuestem auch Handtaschen und Turnbeutel. Die große Besonderheit: Alle Stoffe stammen aus Japan, dem Herkunftsland von Mutter Noriko. Noriko heißt denn auch das kleine Label, das die beiden vor knapp zwei Jahren ins Leben gerufen haben. Damals brachte die Mutter der Tochter das Nähen bei. Das Hobby nahm schnell große Ausmaße an, bald waren alle Freunde und Verwandten versorgt – und das Duo aus Münster wagte sich an die Eröffnung eines Online-Shops. Bisher mit ihrer Kollektion nur regional unterwegs, ist „eigenART!“ eine Premiere für die Kleins – nie zuvor haben sie Nordrhein-Westfalen mit ihren Produkten verlassen. Ein weiterer Schritt zur Professionalisierung.

„Das Nähen irgendwann hauptberuflich zu machen“, überlegt Yoshiko, „wäre doch ganz nett.“ Ihr Traum sei es jedenfalls schon länger, irgendwann einen eigenen kleinen Laden zu haben, verrät die Designerin.

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