Streit um künftige Ausrichtung:

Missstimmung in den Reihen der AfD

Neu-Isenburg - Es brodelt hinter den Kulissen bei der AfD-Fraktion im Neu-Isenburger Stadtparlament. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Bernd Vohl sei bei einer Sondersitzung als Fraktionschef abgewählt worden, teilt Fraktionsgeschäftsführer Arno Groß mit.

Daraufhin seien Vohl und der Stadtverordnete Wolfgang Hufer aus der Fraktion ausgetreten. Dabei, so vermutet Groß sinngemäß auf Anfrage, habe es sich wohl um eine Art Trotzreaktion gehandelt. Denn beide hätten schon bei der Sondersitzung vorgefertigte Schreiben dabei gehabt, in denen sie ihren Austritt erklärten. Damit schrumpft die AfD-Fraktion im Stadtparlament nach derzeitigem Stand der Dinge von sechs auf vier Stadtverordnete. Denn sowohl Vohl als auch Hufer hätten erklärt, ihr Mandat behalten zu wollen, berichtet Groß. Sprich: Sie würden weiterhin im Stadtparlament sitzen, aber nicht für die AfD.

„Ab sofort ist der Stadtverordnete Jürgen Berger Fraktionsvorsitzender“, teilt die AfD mit. Arno Groß bleibt Fraktionsgeschäftsführer und stellvertretender Fraktionschef. Den Sitz von Vohl im Haupt- und Finanzausschuss werde Jürgen Berger übernehmen. Im Ausschuss für Kultur, Sport und Weiterbildung, wo bisher Wolfgang Hufer für die AfD vertreten war, werde künftig Arno Groß sitzen. Diese Personalien habe man auch bereits der Stadt mitgeteilt.

Wie Groß auf Nachfrage berichtet, habe er die Sitzung aufgrund von Meinungsverschiedenheiten, auf die er derzeit nicht im Detail eingehen wolle, einberufen. Im Kern gehe es um die Frage der künftigen Ausrichtung der AfD in Neu-Isenburg und bei den nahenden Landtagswahlen.

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Auf die Missstimmungen in der AfD angesprochen, berichtet Vohl, er habe noch am Abend nach der Sondersitzung einen Widerruf der Austrittserklärung vermeldet, diesen habe die AfD-Fraktion jedoch bisher leider nicht anerkannt. Bernd Vohl betont aber, er und Hufer seien auch weiterhin zu Gesprächen mit der Fraktion bereit. „Ich gehe davon aus, dass wir eventuelle Unstimmigkeiten wieder aus der Welt schaffen können“, so Vohl. Er jedenfalls werde dafür alles tun.

Man darf also gespannt sein, wer wo sitzen wird, wenn das Neu-Isenburger Stadtparlament am Mittwoch, 7. März, erstmals in diesem Jahr tagt. (hov)

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