Öffentlichkeitsbeteiligung

Mitreden vor dem Bau der Regionaltangente West 

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Die Westseite des Neu-Isenburger Bahnhofs mit dem großen Parkplatz wird ihr Gesicht stark verändern, wenn die Regionaltangente West kommt – denn dann kommt ein weiteres Gleis hinzu: Hinter dem Stellwerk (rechts im Bild) soll die RTW-Trasse gen Süden geführt werden. Die dadurch wegfallenden Park-&-Ride-Parkplätze sollen in das Wäldchen (hinten) verlegt werden.

Neu-Isenburg - Die Weichen für die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung zum Planfeststellungsabschnitt Süd 1 der Regionaltangente West sind gestellt: Seit gestern liegen die Planungsunterlagen zu diesem Teil des großen Bahnprojekts aus.

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Bürger können Einwände, Anregungen, Kritik oder Lob äußern. Wie sich der Verlauf der Trasse auf den Bahnhof auswirken wird, hat RTW-Geschäftsführer Horst Amann im Vorfeld erläutert. Im Vorfeld des förmlichen Planfeststellungsverfahrens, das nach Darstellung Amanns dieses Jahr im September starten könnte, läuft ab dieser Woche nach dem Hessischen Verwaltungsverfahrensgesetz die sogenannte „Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung“. Heißt: Seit gestern können alle Interessierten im Neu-Isenburger Rathaus den Erläuterungsbericht mit Plananlagen einsehen. Im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung legt der Vorhabenträger der RTW Planungsgesellschaft mbH nun die Unterlagen zum sogenannten Planfeststellungsabschnitt Süd 1 (Kelsterbach-Stadion-Neu-Isenburg Bahnhof - Dreieich) der Regionaltangente West aus. Wer sich diesen anschauen möchte, kann dies ohne Anmeldung während der Dienststunden der Stadtverwaltung tun – also montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. Die Planungsunterlagen liegen im Fachbereich Stadtplanung und Bauberatung im Rathaus (Hugenottenallee 53, erster Stock, Zimmer A1.38).

Mit der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung werde Transparenz geschaffen „und die Bürger haben die Möglichkeit, sich an der Planung des Vorhabens zu beteiligen und Verbesserungsvorschläge einfließen zu lassen“, betonen Bürgermeister Herbert Hunkel und Horst Amann, Geschäftsführer der RTW Planungsgesellschaft mbH. Es gehe darum, das Vorhaben der Öffentlichkeit so früh bekannt zu machen, dass der Vorhabenträger Stellungnahmen, Anregungen, Hinweise und Fragen aus der Bevölkerung oder von Trägern öffentlicher Belange in seiner Planung vor der förmlichen Einleitung des Planfeststellungsverfahrens berücksichtigen kann. „Wir sind für alle Anregungen offen – und das ist nicht nur eine leere Phrase“, betont Amann. Auch am Planfeststellungsverfahren werde die Öffentlichkeit beteiligt. Die Gesellschaft bekomme schon sehr viel Feedback, jedoch meistens Negatives. „Es tut aber auch nicht weh, wenn positive Eingaben geschrieben werden.“

Zur Beteiligung stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung: Stellungnahmen, Anregungen und Fragen können per Brief, E-Mail, Fax oder auch telefonisch übermittelt werden an. Adressat ist die RTW Planungsgesellschaft mbH, Stiftstraße 9 – 17 in 60313 Frankfurt am Main. Die Mailadresse lautet FROEBSued1@rtwgmbh.de, per Fax gilt die 069/21999668, per Telefon die  069/945156890  (erreichbar (jeweils von Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 14 Uhr). Letzter Abgabetermin für Stellungnahmen zum Abschnitt Süd 1 ist der Montag, 26. März. Alle eingereichten Anregungen werden gesammelt, ausgewertet und nach Beendigung der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung zum Planfeststellungsabschnitt Süd1 – spätestens jedoch mit der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den Südabschnitt – in einem Ergebnisbericht veröffentlicht.

Für den in Planung befindlichen Abschnitt 2 (Bahnhof Neu-Isenburg bis Birkengewann) werden laut Magistrat derzeit die Grundlagen im Zuge des Mobilitätskonzeptes Neu-Isenburg 2030 erarbeitet. Wie berichtet, soll zur Bürgerbeteiligung im Mai eine Planungswerkstatt eingerichtet werden – mit Fokus auf die Friedhofstraße.

Wenn die Züge der RTW einst durch Neu-Isenburg fahren, dann werden sie dabei zum Teil die vorhandenen Schienen der S-Bahn nutzen. Aber auch ein neuer Schienenstrang wird gebaut.

Das bedeutet natürlich, dass der Isenburger Bahnhof sein Gesicht deutlich verändern wird, viele Umbaumaßnahmen auf dem Areal werden nötig. Denn der neue Gleiskörper plus Bahnsteig wird im westlichen Teil auf der Seite des Logistikzentrums liegen. Und tangiert folglich den großen Park-and-Ride-Parkplatz und ein Regenrückhaltebecken: Beide müssen für den Bau einer neuen Trasse, einer Unterführung und eines Bahnsteigs verlegt werden.

Natürlich werde man für die Parkplätze, die wegfallen, neue schaffen, betont Amann. Geplant sind 206 Parkplätze für Autos, davon zwölf behindertengerecht.

Die Planung der Gleisanlage der RTW beinhaltet aber nach Darstellung des Geschäftsführers auch, dass man sich mit den Themen Lärm und Schallschutz auseinandersetzt. So werden etwa Maßnahmen zum Schutz für die benachbarten Wohnhäuser ergriffen. Dabei, so berichtet Amann, wäre dies für die RTW gar nicht nötig, „denn die RTW würden Sie in der Siedlung im Vergleich zum den dort verkehrenden Güterzügen gar nicht hören, so leise ist die“.

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Trotzdem müsse man „den Lärm neu bewerten“. Heißt konkret: Es sollen der Geräuschpegel der leiseren RTW-Züge und des gesamten Verkehrs auf den Tisch. Wegen der wesentlichen Änderung der Bahnanlage wegen der Erweiterung um ein durchgehendes Hauptgleis, wie es in den Planungsunterlagen heißt, ist schon klar: Die bestehende zwei beziehungsweise drei Meter hohe Lärmschutzwand auf der Ostseite wird erneuert – sie soll künftig sechs Meter hoch werden. Wo das nicht reicht, werden zudem neue Schallschutzfenster in die Wohnungen eingebaut (falls nicht wegen des Fluglärms längst geschehen).

Eine wichtige Botschaft hat Horst Amann für die Gartenbesitzer auf dem Fischer-Lucius-Gelände: „Da fällt gar nichts weg, die Gärten werden nicht berührt, denn wir bleiben immer innerhalb der Eigentumsgrenze der Bahn.“ Kein einziger Kleingarten sei folglich von der neuen Trassenführung betroffen. (hov)

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