Wegen Einsatz für Muslime

Morddrohungen gegen Politiker in Dreieich und Neu-Isenburg

Dreieich/Neu-Isenburg - Kommunalpolitiker in Dreieich und Neu-Isenburg haben Drohbriefe erhalten, weil sie sich für Menschen mit muslimischem Glauben einsetzen.

Mit üblen Gerüchten zu den in Neu-Isenburg untergebrachten Flüchtlingen hat Bürgermeister Herbert Hunkel schon öfter zu tun bekommen. Doch was in der vergangenen Woche im Rathaus landete, stellt eine neue Dimension dar. In einem Brief wird mit Erschießungen von Kommunalpolitikern gedroht, sollten sie sich weiter für Flüchtlinge einsetzen. Auch Hunkels Dreieicher Amtskollege Dieter Zimmer erhielt ein wortgleiches Schreiben, das nur so vor Rechtschreibfehlern, wüsten Drohungen und Beschimpfungen strotzt. Beide Bürgermeister erstatteten Anzeige.

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, wie Rudi Neu, Sprecher des Polizeipräsidiums in Offenbach, mitteilt. Nähere Erkenntnisse gebe es noch nicht. „Der Brief macht mich traurig“, so Hunkel. Aktuell gebe es eine gereizte Stimmung, nicht zuletzt durch die Diskussion auf Bundesebene. Laut Hunkel und Zimmer ist es der erste Drohbrief in beiden Rathäusern. Bislang habe es lediglich Briefe mit abfälligen Bemerkungen gegeben. Erfreulich ist für beide, dass die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge nicht nachgelassen habe.

Bilder: So helfen Sie Flüchtlingen in der Region

hok

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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