SINGFEST DER CHÖRE Resonanz übertrifft alle Erwartungen

Motivierende Premiere

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Stimmstarke, variable Lokalmatadore: Der Chor Soundsation unter Leitung von Matthias E. Becker bereichert die Singfest-Premiere um Kompositionen von Jazz bis Pop. 

Von wegen Singen ist out – gemeinsam funktioniert es prima – und wie: Das belegen Neu-Isenburger und ihre Gäste aus dem Kreis Offenbach beim ersten „Singfest der Chöre“.

Die Hugenottenstadt galt einst als „Stadt der tausend Sänger“ und bis vor zwei Jahren gab es noch den „Tag des Liedes“, an dem sich verschiedene Chöre und Gesangsgruppen präsentierten. „Diese Zeiten sind leider vorbei, aber wir wollen das Kulturgut Singen trotzdem zu erhalten versuchen“, erläutert Kulturdezernent Theo Wershoven die Bestrebungen, wieder ein „Singfest“ in Neu-Isenburg zu etablieren. Mit dem Kreis und dem Sängerkreis Offenbach fanden sich interessierte Partner – die Veranstaltungsidee war geboren. Nach der gelungenen Premiere am Freitagabend soll es nun im zweijährigen Turnus in Neu-Isenburg stattfinden.

Hocherfreut, ja fast schon erstaunt, registrieren die Organisatoren um Wershoven sowie Landrat Oliver Quilling und der Vorsitzende des Sängerkreises, Siegfried Roet, dass am Freitagabend über die angesagten vier Chöre hinaus immer mehr „normale“ Sängerinnen und Sänger zum „Sing together“ ins Foyer der Hugenottenhalle kommen. Das allgemeine Einsingen unter Leitung von Gabriele Urbanski als Vorspiel zum Singfest steht unter einem guten Stern. Voll ist’s im Foyer und die engagierte Kirchenmusikerin Urbanski versteht es wieder mal prächtig, selbst zaghafte Stimmen im Volkschor hörbar zu machen.

Volkssänger mit dreistimmigem Kanon 

Der Einstieg mit „Das Horn, das Horn, das ruht sich aus, es bringt nur einen Ton heraus“, mutet zwar etwas kindlich an, doch es motiviert viele Zögernde, einfach mitzusingen. Und bei den folgenden schwierigeren Melodien bleiben sie dann auch dabei. Urbanski stimuliert mit ihrer begeisternden Art die spontanen Sänger – nicht zuletzt die Parlamentarier, die Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner bei der Mittwochs-Sitzung ausdrücklich ermuntert hatte, sich zum „Parlamentschor“ zu formieren. Zum Finale stimmen die Volkssänger dann sogar schon einen dreistimmigen Kanon an.

Gabriele Urbanski gibt den Takt vor und der spontan gebildete Volkschor im Foyer der Hugenottenhalle schwingt sich auf zum erstaunlichen „Sing together“.

Was als finaler Höhepunkt des Singfests geplant war, muss gleich zu Beginn stattfinden: der Auftritt von Tenor Daniel Jenz. Der Franz-Völker-Preisträger muss nämlich schnell wieder abreisen, da er am nächsten Morgen recht früh Konzertproben hat. Begleitet von Larissa Kurmatschewa am Piano, belegt Daniel Jenz eindrucksvoll, dass er 2009 zurecht zum Träger des Franz-Völker-Preises gekürt worden und somit würdiger Repräsentant des großen Tenors aus der Hugenottenstadt ist.

Junge Menschen für den Chor 

Moderator Stefan Weilmünster verweist derweil immer wieder auf die Tradition und Bedeutung der deutschen Sangeskultur. Jene stecke zwar in einem gewaltigen Umbruch, sei es aber definitiv wert, erhalten und fortgeführt zu werden. „Wenn man die Zeichen der Zeit erkennt und sich darauf einlässt, dann sind auch junge Menschen wieder zu begeistern, in einem Chor zu singen“, ist Weilmünster überzeugt. Wie als Beleg kündigt er den Jungen Chor 2000 aus Obertshausen an. Die rund 30 Sängerinnen und Sänger um Oliver Gies bieten insbesondere zeitgeistige Musik dar, so etwa „It’s my life“ von Bon Jovi oder „The show must go on“ von Queen.

In Neu-Isenburg bestens bekannt und dank ihres Auftritts am Freitagabend nun wohl auch im Kreis Offenbach ein Stück populärer sind die Melodia Boys & Girls, die auf ähnlicher moderner Welle schweben. Unter der Leitung von Christoph Kühn begeistern sie mit dem „Grease-Medley“ oder „Can´t take my eyes“ die zahlreichen Gäste.

In einem anderen Genre agiert der Neu-Isenburger Chor Soundsation um Dr. Matthias Becker. Der exzellente Arrangeur versteht es immer wieder, die Mitglieder seines Vocalensembles zu fordern und Kompositionen von Jazz über Pop bis Ethno in erstaunlicher Art zu präsentieren. Am 3. November wird es ein Wiedersehen in der Hugenottenhalle geben, dann präsentiert Soundsation mit der Big Band eine Reise durch stimmliche Klangräume.

Was als „reine Männersache“ des Männerchores aus Zellhausen angekündigt ist, entwickelte sich recht schnell zu unterhaltsamen Präsentationsvarianten, die auch die Frauen im Saal begeistern.

So wird das erste Singfest der Chöre zu einem für viele überraschenden Erfolg, dem weitere dieser Art folgen sollen. „Darauf kann man wirklich aufbauen, das war ein perfekter und motivierender Auftakt“, resümiert Sängerkreisvorsitzender Siegfried Roet zufrieden.  

lfp

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