Schnitzeljagd durch die Zeit

Museen in Neu-Isenburg setzen auch auf digitale Erlebnisse

Panoramablick ins Zeppelinmuseum
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Eine von vielen Impressionen beim digitalen Rundgang, der auch weiterhin verfügbar ist: Der Panoramablick ins Zeppelinmuseum.

Die App „Actionbound“ schickt Nutzer auf multimediale Erlebnistouren. Auch das Team des Zeppelinmuseums macht sich diese Möglichkeit zunutze – und bietet nun eine neue digitale Schnitzeljagd durch die Zeit an.

Neu-Isenburg – Das Zeppelinmuseum am Bürgerhaus ist bekannt für seine herausragenden Objekte zur Luftschifffahrtgeschichte – wie die Buglampe von Zeppelin LZ 129 „Hindenburg“ oder den großen Maybachmotor von LZ 127 „Graf Zeppelin“. Mit seinen Exponaten zur Siedlungsgeschichte Zeppelinheims ist es aber nicht nur Technikmuseum, sondern auch das Heimatmuseum der Siedlung. Aber wie kann man Siedlungs- und Luftschifffahrtsgeschichte handlungsorientiert und unterhaltsam anbieten, wenn das Museum gerade nicht zugänglich ist? Eine Antwort hat das Team um Museumsleiter Christian Kunz mit „Actionbound“ gefunden.

„Gamification“, also das spielerische Herangehen an normalerweise nicht spielnahe Themen, sei in der Museumspädagogik in den letzten Jahren immer beliebter geworden, erläutert der Leiter der Neu-Isenburger Museen. Mit der besagten App könne man spannende, lustige und lehrreiche Smartphone- und Tablet-Rallyes spielen. Diese Schnitzeljagden, „Bounds“ genannt, kombinieren die klassische Schnitzeljagd mit modernen Spielelementen. Der Bound „Kleiner Ort – Riesen der Lüfte“ startet und endet am Zeppelinmuseum. Um loszulegen, wird einfach die Actionbound-App in App Store oder Google Play kostenlos heruntergeladen und dann der QR-Code mit der App eingescannt. Der Download kann am Zeppelinmuseum auch über das freie WLAN der „Digitalen Dorflinde“ erfolgen, ohne das eigene Datenvolumen zu belasten.

Unterhaltsamen Erkundungsgang in die Geschichte Zeppelinheims

„Die Schnitzeljagd lässt sich alleine oder als Gruppe spielen“, erläutert Kunz. „Quizfragen, Orte, die gefunden werden müssen, viele Fotos aus der Gründungszeit Zeppelinheims und Hörbeiträge von Zeitzeugen sorgen für einen unterhaltsamen Erkundungsgang in die Geschichte Zeppelinheims.“ Die Strecke betrage insgesamt etwa zwei Kilometer und sei mit den Aufgaben in etwa 90 Minuten zu bewältigen.

Aber auch für Fans des guten alten analogen Museumsbesuchs gibt es inzwischen gute Nachrichten: Das Zeppelinmuseum und auch das Stadtmuseum Haus zum Löwen dürfen ab sofort wieder öffnen – wenn auch mit Einschränkungen. Eine Voranmeldung ist zwar nicht nötig, es dürfen sich jedoch in beiden Museen maximal je 13 Besucher gleichzeitig aufhalten. Vor Ort muss ein Kontaktdatenformular ausgefüllt werden. Für die Anmeldung werden Name, Adresse, Telefonnummer oder Emailadresse benötigt. Die Daten werden vier Wochen nach dem Besuch gelöscht und dienen nur der Kontaktnachverfolgung im Sinne der Hygienevorschriften. In beiden Häusern ist Maske zu tragen und es gilt, die Abstandsregeln einzuhalten. Führungen und Veranstaltungen könne man zurzeit leider noch nicht wieder anbieten, teilt das Museumsteam mit. Für Schulklassen gelten abweichende Regelungen und Angebote, die unter christian.kunz@stadt-neu-isenburg.de erfragt werden können.

Das Haus zum Löwen ist freitags von 17 bis 20 Uhr geöffnet, das Zeppelinmuseum freitags von 14 bis 17 Uhr sowie beide Museen samstags und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Alle Ausstellungen können aber auch weiterhin online in einem 360-Grad-Rundgang besucht werden.  hov

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