„Ich bin für diese Welt gemacht“

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Musical-Star Jan Ammann.

Neu-Isenburg - Jan Ammann gehört zu den beliebtesten Musical-Stars in Deutschland. Nach seinem gefeierten Auftritt mit den Musical Tenors im Dezember in der Hugenottenhalle tritt er am Samstag, 21. Januar, um 20 Uhr erneut dort auf - dieses Mal mit „Musical Moments“. Unser Redakteur Holger Klemm sprach mit dem Sänger.

Erzählen Sie etwas über die Show „Musical Moments“.

Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Andreas Bieber, Caren Filipcic und unserem Special Guest Katja Berg auf der Bühne zu stehen. Das sind fantastische Sänger und ich bin sicher, dass wir großen Spaß haben werden. Für mich persönlich stehen einige neue Lieder auf dem Programm, die mich fordern und die ich mir gerade erarbeite. Darunter Songs aus Musicals wie „Ich war noch niemals in New York“ oder „Love never dies“, der Fortsetzung von Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“. Das Publikum darf sich auf einen spannenden, abwechslungsreichen Abend freuen.

Was kann das Publikum erwarten?

Es wird viele Ensemblenummern geben, bekannte Musicalhits in neuen Arrangements und natürlich auch Soli von allen Künstlern. Wenn alles klappt, werde ich sogar mit der Gitarre auf der Bühne stehen. Für mich ist es aufregend, Titel zu singen, die ich vorher noch nie gesungen habe. Wir haben zudem Stücke aus Musicals im Programm, die man in Deutschland bislang noch nicht kennt, zum Beispiel aus dem brandneuen West-End-Musical „Ghost“. Wir sind sehr gespannt, wie diese beim Publikum ankommen werden.

Wird auch wieder „Die unstillbare Gier“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“ zu hören sein? Das ist ja eines Ihrer Paradelieder. Bei Ihrem Auftritt in Neu-Isenburg Anfang Dezember gab es Ovationen.

„Die unstillbare Gier“ wird auf jeden Fall dabei sein. Der Song macht unglaublich viel Spaß, auch wenn die Songs aus dem Vampir-Musical sehr kräftezehrend sind. Das liegt an der Intensität des Gesangs und an der Art und Weise, wie man sich da schauspielerisch einbringen muss. Ich steigere mich immer sehr in „Die unstillbare Gier“ hinein und bin danach jedes Mal schweißgebadet.

Es gibt momentan viele Abende mit Musical-Hits. Was ist das Besondere an Ihrem?

„Musical Moments“ präsentiert natürlich viele bekannte Musicalhits. Wir singen aber nicht jeden Gassenhauer, sondern runden das Programm mit einigen hierzulande eher unbekannten Songperlen ab. Wir sind vier Künstler, die schon länger im Geschäft sind und bedienen uns eines umfangreichen Repertoires, das nicht unbedingt auf jeder Gala zu hören ist. Das wollen wir dem Publikum schmackhaft machen. Der Reiz der „Musical Moments“ liegt darin, dass der Besucher nicht nur Titel hört, die er erwartet, sondern auch echte Raritäten, zum Teil aus brandneuen Musicals. Und vielleicht sagt er sich ja, wenn das Musical dann nach Deutschland kommt: Mensch, das möchte ich gerne sehen.

Wo liegt der Reiz für Sie als Sänger bei einer Gala im Vergleich zu einer Musicalaufführung?

Es ist etwas komplett anderes und ich bin aufgeregter als bei einer Musicalaufführung. Bei einer Produktion en-suite oder auf der Opernbühne baut man sich in der Probenzeit mit dem Regisseur etwas auf und spielt eine Rolle. Der Reiz einer Gala liegt darin, dass man weniger Schauspieler ist, sondern die Lieder mit der eigenen Persönlichkeit interpretiert. Ich stehe in einer Gala als Jan Ammann ohne Kostüm auf der Bühne. Das ist intimer und man kann sich nicht hinter einer Rolle verstecken.

Wie bewerten Sie die Entwicklung der Musical-Szene in Deutschland?

Das ist nicht so leicht zu beantworten. Heute ist alles deutlich schnelllebiger und dadurch etwas unsicherer geworden. Vor einigen Jahren war es so, dass man seine großen Stars gehabt hat. Heute ist die Produktion der Star, was natürlich auch sein Gutes hat. Man muss ständig das Ohr an der Schiene haben und sehen, was am Markt gewünscht wird. Ich glaube, dass Musicals nach wie vor sehr beliebt sind. Ich freue mich immer, ein volles Haus zu sehen. Und das passiert doch sehr oft und macht uns glücklich.

Ich glaube aber, dass die Musicals heute Konkurrenz bekommen haben durch die Casting-Shows. Es gibt viele Leute, die sich damit identifizieren und das auf die Musicals transponieren. Dabei kann man beide Formate nicht miteinander vergleichen. Wir müssen zwar singen, aber auch viele andere Sachen können. Es ist ein großer Handwerksunterschied.

Gibt es Rollen, die Sie unbedingt mal spielen wollen?

Es gibt viele spannende Rollen und viele schöne Musicals. Es ist aber wichtig, sich selbst treu zu bleiben und verantwortlich mit sich umzugehen. Man muss seine Qualität, die man sich erarbeitet hat, behalten und darf sich nicht auf Sachen stürzen, die einen vielleicht verändern und sogar die Karriere verkürzen. Bei uns geht es jedes Jahr von vorne los. Da muss man sehr viel Disziplin und Mut an den Tag legen.

Bereuen Sie es, Musicaldarsteller geworden zu sein?

Nein, um Gottes Willen. Ich bin dafür gemacht – für diese Welt und das kreative Chaos, das ich brauche. Musical und Schauspiel sind mein persönliches Ventil. Ich kann durch sie reflektieren und mich in meinem Leben gut fühlen.

Was sind Ihre Pläne für dieses Jahr und wird es weitere Auftritte mit den Musical Tenors geben?

Ich habe dieses Jahr gut zu tun. Über eine Sache freue ich mich besonders, darf aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Bei den Musical Tenors gibt es Überlegungen, wie und wann es weitergeht. Das Problem ist, dass meine Kollegen Christian Alexander Müller, Mark Seibert und Patrick Stanke sowie ich selbst meist in festen Engagements stecken und gemeinsame Proben und Konzerte langfristig planen müssen. Momentan sind wir dabei, Termine miteinander abzustimmen und zu koordinieren.

Was sind Ihre persönlichen Wünsche?

Gelassenheit. Ich will konsequent bleiben und weiter daran arbeiten, dass es mit der Familie wunderbar klappt. Das sind ja zwei Welten, die ich harmonisch zusammenbringen will. Mein kleiner Sohn lenkt das Leben in die richtige Bahn. Man muss mit seinen Kräften haushalten, wenn man abends auf der Bühne steht und am nächsten Morgen um sieben Uhr wieder aufstehen muss. Ich will zu Hause und im Beruf glücklich sein. Das Leben ist Arbeit und das ist auch schön so.

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