10.000-Euro-Spende macht’s möglich

Arbeit an Oase für Tier und Mensch

+
Das Heute: Annina Kreißl und Heinz Kapp vom NABU vor dem Areal, wie es derzeit aussieht; Gestrüpp dominiert das Bild an der Ecke Dornhofstraße und Hermannstraße. Nach der Umgestaltung sollen dort Tierarten – wie diese Blaumeise (links) – Unterschlupf und Nahrung finden. -  Fotos: zcol / Kapp (p)

Neu-Isenburg - Immer mehr Menschen drängen in die Städte und brauchen mehr Platz; die Natur wird dadurch immer ärmer an Arten. Dagegen will die NABU-Ortsgruppe ein Zeichen setzen – und mitten in Isenburg aus einer kleinen, verwilderten Fläche eine Naturoase machen. Von Barbara Hoven 

Die Zukunft: Wie sich das Areal zur Naturoase wandeln kann, zeigt die NABU-Ortsgruppe auf diesem Entwurf. Ein Sitzplatz soll Passanten zum Pausieren einladen neben Beeten, Blumenwiese und vielen Pflanzen. Wer mag, kann sich an einer Schautafel informieren.

Die soll nicht nur einen schönen Anblick und Ort zum Verweilen für Passanten bieten. Sondern gleichzeitig auch der heimischen Tierwelt Unterschlupf und ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Eine 10 000-Euro-Spende von Rewe macht’s nun möglich.
Verborgen unter wildem Gestrüpp liegt es da. Momentan ist kaum zu erahnen, dass sich aus dem kleinen Grundstück am Rand des Gewerbegebiets Süd an der Dornhofstraße, Ecke Hermannstraße eine grüne Oase für Mensch und Tier entwickeln könnte. Doch die NABU-Ortsgruppe um Heinz Kapp hat dazu viele Vorschläge. Ihr Ziel: „Wir wollen dem Einheitsgrün in Neu-Isenburg etwas entgegensetzen und zeigen, dass selbst in der Stadt lebendige, vielgestaltige Natur möglich ist“, erklärt der renommierte Naturschützer. Deshalb hat der NABU das Eckgrundstück ausgesucht, auf dem beispielhaft eine „Naturoase“ realisiert werden soll.

Sowas geht nicht von jetzt auf gleich. Erst will ein Konzept erstellt sein. Und gratis wachsen Naturoasen eben auch nicht aus dem Boden. Kapp machte sich also auf die Suche nach Unterstützern, Stiftungsgeldern, Spendern. Und hat diese Woche viel Grund zur Freude: Der Handelskonzern Rewe spendiert der vom NABU angeregten Aktion die nötigen 10 000 Euro. Das freut Rewe und seinen Isenburger Betriebsleiter Maik Hoßbach, weil ein ins grüne Image investierendes Unternehmen mit letztlich profitabler Zuneigung von ökologisch korrekten Kunden rechnen darf. Das freut bei der symbolischen Scheckübergabe auch alle anderen Beteiligten. Allen voran Bürgermeister Herbert Hunkel, der die Idee der Naturschützer an Rewe herangetragen hatte. Und Heinz Kapp freut’s selbstverständlich sowieso. Denn auf den 315 innerstädtischen Quadratmetern bekommen nun diverse heimische Pflanzen die Chance zum Großwerden. Und Vögel und Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen ein neues Stück Lebensraum, Unterschlupf und Nahrung.

Und so könnte das Areal nach den Plänen von Annina Kreißl und Heinz Kapp von der NABU-Ortsgruppe bald aussehen: Ein gepflasterter Sitzplatz lädt zur Straße hin zum Pausieren nach dem Einkauf, der Arbeit oder zur Mittagspause ein. Wer mag, kann sich an einer Schautafel informieren und auch Anregungen für die eigene Gartengestaltung holen. Auch, so hoffen die Naturschützer, sollen Kindergarten- und Schulgruppen sich dort treffen und Naturbeobachtungen machen können.

Neben den Sitzmöglichkeiten wird auf eine naturnahe Gestaltung Wert gelegt. Die Grünfläche bietet Angebote für Tiere, insbesondere für Vögel: durch heimische, artenreiche Bepflanzung und Totholz finden sie Nahrung. „Es werden Trink- und Bademöglichkeiten für Tiere geschaffen, auch sandige Bereiche für die Gefiederpflege“, erklärt Kapp. „Verschiedene Sträucher, Kletterpflanzen und Nisthilfen bieten Brut – und Versteckplätze und die vorhandenen höheren Bäume werden als Singwarte angenommen.“

Haltung und Pflege der Griechischen Landschildkröte

Bei der Auswahl der Pflanzen legen die Naturschützer Wert darauf, dass sie „heimisch und standortgerecht“ sind. Dadurch sei später weniger Pflege erforderlich, erklärt Kapp: „Die Pflanzenauswahl wurde so getroffen, dass über das ganze Jahr Futter für Vögel zur Verfügung steht. Auch soll es das ganze Jahr über attraktiv aussehen und den jahreszeitlichen Ablauf zeigen.“

Da die Finanzierung nun dank der Rewe-Spende gesichert ist, soll’s im Herbst losgehen mit der Gestaltung der Naturoase. Unter der Federführung der NABU-Ortsgruppe und mit Unterstützung der Stadt werden die Bau- und Pflanzarbeiten von einem Garten- und Landschaftsbauunternehmen, dem DLB und der Neu-Isenburger Naturschutzjugend ausgeführt. Die langfristige Pflege übernimmt laut Kapp dann der DLB.

„Unsere Stadt wird ja immer auch die Stadt im Grünen genannt. Wir wollen vielfältiges Grün nicht nur außen herum, sondern mittendrin“, sagt Kapp. Jeder könne dafür etwas tun. So hoffen Kreißl und Kapp beispielsweise darauf, dass sich unter den Anwohnern Freiwillige finden, die im Sommer die Vogeltränke wässern.

Das ausgesuchte Grundstück ist zwar nicht riesig, aber die Naturschützer hoffen, dass das Projekt ein Erfolg wird – und vielleicht sogar Nachahmer finden und den Anstoß geben könnte für weitere, ähnliche Projekte.

Schließlich ist der Ruf nach grünen Orten mit Aufenthaltsqualität ja mittlerweile schon so eine Art Dauerbrenner im Städtchen ...

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare