Fröhliches Miteinander

Tag der Nationen wird zum großen Fest der Integration

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Die chinesische Tanzgruppe Dongfang begeisterte beim Tag der Nationen auf dem Rosenauplatz mit ihrem Fackeltanz. Auch die anderen Vorführungen beeindruckten. J Fotos:

Neu-Isenburg -  Der „Tag der Nationen“, das große Fest der Integration, ist jetzt genau dort, wo es auch hingehört: im Zentrum von Neu-Isenburg auf dem Rosenauplatz. So sah es Sarantis Biscas, der Vorsitzende des Neu-Isenburger Ausländerbeirates, zur Eröffnung am Samstag.

Mit 20 Gruppen und Initiativen aus zwölf Nationen war der Tag der Nationen wieder ein echter kultureller, aber auch lukullischer Schmelztiegel im Herzen der Hugenottenstadt. „Die Leute sollen hier mit uns einen schönen Tag verbringen“, so Biscas, bevor Moderatorin Semra Kanisicak übernahm. Und das gelang: Die Besucher erlebten ein fröhliches Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, die wunderbar harmonierten. Erster Stadtrat Stefan Schmitt und Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner konnten auch den Bildungsattaché des türkischen Generalkonsulats, Dr. Bora Basran, und den serbischen Generalkonsul Branco Radovanovic begrüßen. Dieser verwies auf den vor 50 Jahren mit dem damaligen Jugoslawien getroffenen Vertrag, der den Zuzug von Gastarbeitern nach Deutschland ermöglichte. „Dies war die Basis, dass heute viele Bürger aus Ex-Jugoslawien hier leben und sich bestens integriert haben. Besonders Neu-Isenburg ist ein hervorzuhebendes Beispiel mit dem Club Srbija, der mit seinen heimatlichen Tänzen in ganz Europa bekannt ist“, so Radovanovic. Viele kulturelle Aktivitäten bietet auch der Kroatische Verein, mit Sitz in der alten Goetheschule.

Sarantis Biscas, Vorsitzender des Ausländerbeirats, ließ sich von den kulinarischen Köstlichkeiten am Stand der iranischen Initiative schnell überzeugen.

„Ich lebe seit vielen Jahren hier, bin seit 41 Jahren Vorsitzender des Ausländerbeirates und kann nur sagen, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt ganz toll ist“, betonte Biscas. Auch andere Mitglieder des Beirats wie Tatjana Dobsa, Teresa Rizzo oder Michele Tateo leben seit einem halben Jahrhundert in Neu-Isenburg und sind sehr glücklich, wie sie betonten.

Zu den Stammgästen des Tages der Nationen zählte der Klub Srbija, bei dem sich zwei große Grillspieße unter anderem mit einem Spanferkel drehten. Erstmals beteiligten sich der Vietnamesische Verein und eine Gruppe aus Mosambik. Gefunden hat sich auch eine Initiative „Iran Hilfe“, die Erdbebenopfer im Iran sowie unheilbar kranke Kinder unterstützen will. Dort brachte sich die Künstlerin Parvaneh Sheikh Zeineddin mit ihrer Kinder-Kunstaktion ein. „Wir haben noch keinen offiziellen Verein gegründet, aber Helfen geht auch so“, meinte Afsaneh Masoud, die sich für Kinder im Iran engagiert. An ihrer Seite steht Farnough Desighi, deren Mitstreiter sich den Erdbebenopfern widmen.

„Tag der Nationen“ 2018 in Neu-Isenburg: Fotos

Mit seiner Ausstellung „Fluchtpunkte“ zielt der in Rüsselsheim lebende griechische Künstler Nikos Samartzidis weniger auf die aktuelle Flüchtlingssituation ab, sondern sieht Tankstellen, Bahnhöfe und Flughäfen als Punkte, von denen man zu neuen Zielen aufbrechen kann. Die Ausstellung ist bis 6. September in der Hugenottenhalle zu sehen. Während die Podiumsdiskussion zur Integration in Neu-Isenburg nur auf wenig Interesse stieß, fanden die vielen verschiedenen Darbietungen auf und vor der Bühne große Aufmerksamkeit –, angefangen von der Gitarrengruppe Merhaba und Grenzenlos um Björn Lindig bis hin zu den verschiedenen Tanzgruppen, wobei jene aus Vietnam und China besonders begeisterten. (lfp)

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