Riesenerfolg für Peter Schellhorn

Amateurfilmer holt Festival-Goldmedaille für Film über Chinareise

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Von einer Reise durch China erzählt Peter Schellhorn in seinem preisgekrönten Film auf humorvolle Weise.

Neu-Isenburg - Die Mitglieder der Neu-Isenburger Film- und Videofreunde in der Vhs haben bundesweit schon viele Erfolge vorzuweisen.

Jetzt ist die Freude über einen weiteren trotzdem groß: Amateurfilmer Peter Schellhorn hat seine Reise durch China filmisch aufgearbeitet - mit Konfuzius im Handgepäck. Das Ergebnis hat ihm beim Bundesfilmfestival des Bundesverbandes Deutscher Filmautoren eine Goldmedaille gebracht. „Den General muss man essen“ heißt Schellhorns Reisefilm, der sich als Riesenerfolg für den Amateurfilmer entpuppte. Was er dafür an Material brauchte, hat der Mann, der schon seit 40 Jahren filmt, bei einer Gruppenreise durch China gesammelt. Der Film mit dem eigenwilligen Titel kontrastiert humorvoll die aktuelle Entwicklung in China mit den Lehren des Konfuzius. Die dabei herausgearbeiteten Gegensätze sind nicht nur interessant und informativ, sondern erzeugen auch so manchen Lacher.

Fast ein Jahr lang hat der Rentner an seinem Film gearbeitet. Herausgekommen ist ein in HD produzierter Streifen mit 20 Minuten Laufzeit, der der Jury vom Bundesverband Deutscher Film-Autoren (BDFA) ganz offenbar gefallen hat: Sie verlieh Schellhorn beim Bundesfilmfestival „Doku“ eine Goldmedaille für seinen Reisefilm. Der Film überzeugte alle Juroren und auch Zuschauer gleichermaßen. Und so erhielt er die höchstmögliche Wertung mit fünf von fünf Jurorenstimmen. „Mit der damit verbundenen Einladung zu den Deutschen Autoren-Filmfestspielen war der Erfolg komplett“, berichtet der Isenburger Filmclub.

Und dessen Leiter Rüdiger Schnorr freut sich natürlich mit dem Vereinskollegen über den Erfolg: „Peter hat ein Auge für Details und schafft es immer wieder, außergewöhnliche Aufnahmen zu machen. Seine Filme sind deshalb immer etwas Besonderes, vor allem aber mit einem herzhaften Schuss Humor.“

Für ambitionierte, aber nichtprofessionelle Filmer sind die Bundes-Filmfestivals des BDFA die höchste und anspruchsvollste Wettbewerbsebene. Der Verband richtet diese Festivals in verschiedenen Kategorien wie Dokumentarfilm, Spielfilm oder Naturfilm einmal pro Jahr aus. Und so treffen dort die besten deutschen Filme aufeinander, die nicht professionell produziert wurden. Dieses Jahr fand die Veranstaltung erstmals in Fuldabrück bei Kassel statt. 43 „Doku“-Filme aus ganz Deutschland hatten sich qualifiziert und konkurrierten dort um die Medaillen.

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Die meisten der Filmautoren sind Clubs angeschlossen, denn durch gegenseitige Unterstützung und Kritik ist natürlich die Chance auf eigene Weiterentwicklung und Verbesserung viel größer. So sehen das auch die Mitglieder des Isenburger Clubs. Dem gehört Schellhorn, der in Frankfurt lebt, erst seit ein paar Jahren an. „Er hat sich aber in dieser Zeit zu einem der erfolgreichsten Autoren entwickelt“, berichtet der Verein. Unterstützung, Kritik und Verbesserungsvorschläge von den Clubkollegen, aber auch die kritische Betrachtung anderer Filme haben ihn vorangebracht. Schellhorn: „Im ersten Moment tun kritische Kommentare von den Clubkollegen natürlich weh. Aber es ist fast immer etwas dran. Am Ende habe ich als Autor natürlich die Verantwortung, ob und wie ich meinen Film noch mal ändere. Im Gegensatz zu einem Profi bin ich völlig unabhängig und habe volle Entscheidungsfreiheit.“

Bei seinem Streifen „Den General muss man essen“ hat Schellhorn wohl alles richtig gemacht. Der Titel, so erfährt man kurz vor Schluss, bezieht sich übrigens auf eine chinesische Redensart aus dem Schachspiel – beim Rausschmeißen einer Figur.

Schon im vergangenen Jahr hatte es Schellhorn mit zwei Filmen bis zu den Bundesfestivals geschafft und Preise gewonnen. Einer davon wurde sogar zu den Deutschen Autoren-Filmfestspielen „DAFF“ eingeladen. Mit der Goldmedaille dieses Jahr war auch wieder eine Einladung zu den „DAFF“ verbunden, die in Radolfzell am Bodensee stattfanden. Dort trafen die besten Filme der verschiedensten Kategorien aufeinander. Schellhorn belegte unter 48 Produktionen Platz fünf.

Die Isenburger Filmer freuen sich über jeden Interessenten, „der seine Filme ein Stückchen besser gestalten möchte – egal ob für die Familie oder vielleicht sogar mit höheren Ambitionen“. Die Mitglieder treffen sich jeden Montag ab 19.30 Uhr im Cineplace, Beethovenstraße 89 a.

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