Eine Chance für jeden

Andreas Schmitt vom Café Ernst erhält Integrationspreis

Ausgezeichnet für die vorbildliche Integration von Geflüchteten und Behinderten in den Betrieb wurde Andreas Schmitt, Geschäftsführer des Café Ernst. Stefan Schmitt und Christine Wagner überreichten ihm die Urkunde. Foto: postl
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Ausgezeichnet für die vorbildliche Integration von Geflüchteten und Behinderten in den Betrieb wurde Andreas Schmitt, Geschäftsführer des Café Ernst. Stefan Schmitt und Christine Wagner überreichten ihm die Urkunde.

Andreas Schmitt, Inhaber und Geschäftsführer des Familienunternehmens Café Ernst, erhält den dritten Integrationspreis der Stadt. Nach der Nachbarschaftshilfe „Mein Gravenbruch“ und der Flüchtlingshilfe wurde damit nun ein Betrieb ausgezeichnet. Gewürdigt wird Schmitts Engagement für die Integration von Flüchtlingen und Behinderten. 

Neu-Isenburg – Die Bäckerei und Konditorei eröffnet immer neue Filialen, erst kürzlich im neuen Rewe in Gravenbruch. Schmitt hat es verstanden, die Familientradition in dritter Generation fortzuführen, sich aber auch für neue Chancen zu öffnen – besonderen Anteil daran haben Menschen mit Migrationshintergrund. Er gebe allen eine Chance, ohne Vorbehalte gegenüber Herkunft oder Handicap. „Jeder, der sich einbringen will, wird vom Team aufgenommen und geführt“, sagt der Preisträger.

Im großen Parlamentssitzungssaal des Rathauses zollten ihm viele Stadtverordnete und Mitglieder des Ausländerbeirates ihre Anerkennung. Bürgermeister Herbert Hunkel, der verletzungsbedingt fehlte, ließ durch Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner eine persönliche Botschaft übermitteln. „Die Stadt ist stolz auf Sie und Ihr Team; Sie zeigen Flagge, wenn es um die Integration von fremden oder behinderten Menschen geht.“

In ihrer Laudation erinnerte Wagner an die Rede Angela Merkels zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes, in der die Kanzlerin betont hatte, dass der Umgang mit Einwanderern darüber entscheide, wie erfolgreich Deutschland sein werde. „Von Ihnen wird Beispielhaftes geleistet“, sagte Wagner zu Schmitt.

Er rede nicht nur von Mitmenschlichkeit und Toleranz, sondern lebe beides, zitierte die Stadtverordnetenvorsteherin aus dem Vorschlag für den Integrationspreis von Heide Enfield – dem die Jury einstimmig folgte. „Andreas Schmitt war mit seinem Unternehmen einer der Ersten, der schon vor der Flüchtlingswelle geflüchteten Menschen oder Menschen mit Behinderung Praktika ermöglichte, um ihre Berufschancen auszuprobieren“, betonte Wagner. Dabei gab es Hürden: Sprachhindernisse waren zu bewältigen und die Neubürger mussten die Regeln lernen. „Aufgaben, die Schmitt mit seinem Team hervorragend meistert“, lobte Wagner.

Schmitt, der die Urkunde und den Scheck über 1 500 Euro entgegennahm, verriet, dass er überrascht und ungläubig war, als ihm Conny Mateos vom städtischen Integrationsbüro die Nachricht überbrachte. „Ich sehe diese Auszeichnung als Würdigung der Arbeit meines ganzen Teams, ich alleine könnte das alles nie schaffen“, sagte er. Er verwies darauf, dass betriebliche Integration von allen Beteiligten gelebt werden muss. „Wir brauchen alle Menschen – auch solche die am Rande der Gesellschaft stehen“, betonte Schmitt.

VON LEO F. POSTL

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