Unterstützer sehen Imagegewinn

Kulturausschuss diskutiert Wirtschaftsplan und Konzept für Eisbahn

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Eislaufen bei Sonnenschein? Vielleicht bald auch eine Option in Neu-Isenburg.

Dick eingemummelt Pirouetten auf dem Rosenauplatz drehen, am Rand den auf der glatt polierten Eisfläche gleitenden Kindern zusehen und dabei einen Glühwein genießen: Das weihnachtliche Szenario für Neu-Isenburg scheint in greifbarer Nähe.

Neu-Isenburg – Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) ist, nach einem nicht gelungenen ersten Versuch im vergangenen Jahr, ganz nah dran an der Realisierung einer winterlichen Eisbahn für die Hugenottenstadt.

Im Ausschuss für Kultur, Sport und Weiterbildung stellt er den Stadtverordneten in dieser Woche seinen Wirtschaftsplan für „Isenburg on Ice“ vor. 15 000 Euro investiert die Stadt in das Wintermärchen, 65 750 Euro konnten als Sponsoring von Firmen gewonnen werden. Damit können die Kosten von rund 80 000 Euro gedeckt werden. Die Miete der Eisfläche (rund 37 000 Euro), Gema-Gebühren (3 000 Euro), Entsorgungskosten (5 000 Euro) oder die Toilettencontainer (4 000 Euro) sind nun einmal teuer.

"An dem Punkt, dass es realisierbar ist“

„Wir sind jetzt an dem Punkt, dass es realisierbar ist“, ist Schmitt zufrieden. Starten soll das Eislaufvergnügen, wie berichtet, am 12. Dezember, geplant sind vier Wochen, bis weit in den Januar hinein. Voraussetzung war, so Schmitt, dass der Weihnachtsmarkt schon über die Bühne ist und die Eisbahn hierfür keine Konkurrenz darstellt. In Gesprächen mit dem Isenburg-Zentrum wurde entschieden, dass an sieben Tagen die Woche auf dem Rosenauplatz Schlittschuh gelaufen werden kann. Damit die Anwohner nicht zu sehr belastet sind, ist unter der Woche um 20 Uhr Schluss, Freitag und Samstag spätestens um 22 Uhr. Vier Buden mit weihnachtlichem Essen und Getränken sollen das Angebot abrunden.

Mohamed Younis, Geschäftsführer von Schoofs Immobilien, der in Neu-Isenburg schon Rewe-Märkte realisiert hat, stand Schmitt beratend zur Seite. Der Unternehmer hat in Hanau bereits eine solche Eisbahn realisiert und das Isenburg-Zentrum hat der Stadt einen Betreiber vermittelt. „Der Mann kennt sich aus, er hat den sehr stimmungsvollen Weihnachtsmarkt auf dem Parkhaus an der Konstablerwache in Frankfurt organisiert“, sagt Schmitt. Der Betreiber habe auch ein eigenes unternehmerisches Risiko, er müsse das Personal für den Betrieb und die Nachtwachen selbst stellen, kann dafür aber die Einnahmen für sich verbuchen.

Ein ganzes Programm im Kopf

Der Erste Stadtrat und Kämmerer hat bereits ein ganzes Programm für den Winterzauber im Kopf. Es wird ein großes Eröffnungsevent geben, immer wieder zwischendurch stimmungsvolle Veranstaltungen und die Kindergärten und Schulen sollen zum Eislaufen auf die 400 Quadratmeter große Fläche kommen. Dank der Sponsoren wird es auch vielseitige Werbeaktionen geben, große Plakatwände und Radiospots, die die Stadt hessenweit ins Gespräch bringen sollen.

„Das wird ein Riesenspaß, es ist eine Belebung unserer Stadt und ein Imagegewinn“, lobt Alexander Jungmann von der FDP das Engagement Schmitts. Bernd Joe Schmidt (SPD) sieht es ähnlich: „Super, dass es geklappt hat, solch eine hohe Summe über Sponsoren zu bekommen. Der Standort am IZ ist gut und unsere Fraktion hatte ja vor Jahren schon die Idee einer solchen Bahn.“ Arno Groß (AfD) streut etwas Salz in die weihnachtliche Suppe. Er findet die Kosten von fast 80 000 Euro für vier Wochen Schlittschuhspaß zu hoch – auch wenn die Stadt nur 15 000 Euro dazugeben müsste. „Ich bezweifle den Imagegewinn für Neu-Isenburg. Und auch die umliegenden Geschäfte werden nicht mehr Einnahmen haben, wenn herumstehende Jugendliche die Eingänge versperren“, meint Groß.

Schmitt wischt das Kostenargument vom Tisch: „Andere Veranstaltungen, die nur über ein Wochenende gehen, verursachen der Stadt mehr Ausgaben.“ Ganz in trockenen Tüchern ist „Isenburg on Ice“ indes noch nicht. Die Ausschreibung für die Eisbahn läuft noch und Schmitt hofft, jetzt einen Eisbahnverleih zu finden, der das vorgesehene Budget nicht sprengt.

VON NICOLE JOST

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