Ungewohnte Perspektiven

Ausstellung: Fotokunst von Jugendlichen aus Weida

Mit ihrer nächtlichen Impression von Weida gewann Ella M. Hemmann den zweiten Platz beim „Kinder-Jugend-Kunstpreis der Osterburg“.
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Mit ihrer nächtlichen Impression von Weida gewann Ella M. Hemmann den zweiten Platz beim „Kinder-Jugend-Kunstpreis der Osterburg“.

Auf den ersten Blick zeigen die 23 Bilder aus dem Wettbewerb zum ersten Kinder-Jugend-Kunstpreis in Weida nichts Spektakuläres. Das vorgegebene Motiv ist die Osterburg, das Wahrzeichen von Neu-Isenburgs Partnerstadt in Thüringen.

Neu-Isenburg – Doch fragt man die drei Jugendlichen, die aus Weida zur Eröffnung der Ausstellung mitgereist sind, darf man staunen, mit wie vielen Ideen sie an ihre Arbeiten herangegangen sind. Das Ziel war es, die bedeutendste Sehenswürdigkeit Weidas und des Thüringer Vogtlandes aus neuen Perspektiven zu zeigen.

Bestes Beispiel ist die Trilogie von „Ansichten“ der Osterburg, die Ella M. Hemmann mit ihrer Kamera umgesetzt hat. „Es war ein toller, lauer Sommerabend, viele Menschen waren noch in der Stadt unterwegs und die Zeit schwebte förmlich an einem vorbei – dies habe ich auf die seit vielen hundert Jahren fest auf einem Felsen stehende Osterburg übertragen“, erklärt Hemmann und zeigt auf die verwischten Lichtspuren des beleuchteten Turms. Sie präsentiert die Originalaufnahme in Farbe nebst der nachträglich in Schwarz-Weiß umgesetzten Version. „Für mich wirkt die Schwarz-Weiß-Version passender“, so die 16-jährige Schülerin. Ihr drittes Motiv zeigt den leeren Rahmen eines Plakats an einer Straßenlaterne, in dem die Burg erscheint.

Den ersten Preis erhielt eine Gemeinschaftsarbeit der Foto-AG des dortigen Georg-Samuel-Dörffel-Gymnasiums. Die Mitglieder der Gruppe haben von ihren Räumen aus einen tollen Blick auf die Osterburg, den sie in verschiedenen Varianten nutzten. Mal ist die Darstellung des Wahrzeichens dokumentarisch, mal aus besonderer Perspektive oder kunstvoll arrangiert. „Die Schüler arbeiten kreativ, ich weiß, dass sie Farbfolien und Fensterscheiben als Reflexionsflächen nutzen“, erzählt Peter Neumeister, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Freunde der Osterburg Weida. Der Verein hat den Kunstpreis initiiert und will ihn künftig mit dem Kinder- und Jugendparlament Weida ausrichten. Mitmachen dürfen junge Menschen zwischen zehn und 20 Jahren. Im nächsten Jahr soll gemalt werden. Neumann ist zufrieden mit der Premiere: „Aller Anfang ist schwer. Aber wie man sieht, sind die Ergebnisse quantitativ und qualitativ überraschend.“

Ein Motiv aus der siegreichen Gruppenarbeit: ein Blick durch das Fenster des Gymnasiums auf die Osterburg, das Wahrzeichen von Neu-Isenburgs Partnerstadt in Thüringen.

Zur Ausstellungseröffnung im Foyer des Rathauses verweist Bürgermeister Herbert Hunkel auf die 30-jährige Beziehung zu Weida. „Durch diese Partnerschaft haben wir viel vom Kunstschaffen und der Kultur in Weida, aber auch Thüringen erfahren.“ Der Rathauschef verweist auch auf den „Schalk“, der alljährlich von der Stadt Neu-Isenburg an eine Person oder Gruppe verliehen wird, die sich um die Traditionskultur der Fastnacht verdient gemacht hat und von der in Weida lebenden Künstlerin Brigitte Groschopf geschaffen wird. „Mit der Ausstellung von jungen Künstlern mit dem Thema Osterburg erleben wir eine weitere Facette des Kunstschaffens in Weida“, betont Hunkel. Auch Weidas Bürgermeister Heinz Hopfe ist erfreut, dass die jungen Künstler ihre Fotos in Isenburg präsentieren dürfen. „Der Austausch ist zwar keine Massenbewegung, aber von besonderen Freundschaften geprägt“, so Hopfe. Damit etabliere man auch für die Jugend eine künstlerische Plattform zum Austausch.

Hunkel regt zudem an, dass sich die Mitglieder beider Jugendparlamente treffen sollten, um ihre Ideen für eine Festigung der Partnerschaft einzubringen. Den ersten Schritt macht die kleine Delegation aus Weida schon einmal: Denn die mitgereisten Wettbewerbs-Teilnehmerinnen Lina Kahlert, Ella M. Hemmann und Jill Geitel sind auch im Jugendparlament ihrer Heimatstadt engagiert. Am heutigen Montag treffen sie sich mit Sven Marquardt vom Isenburger Jugendforum, um die Hugenottenstadt kennenzulernen.  Auf den ersten Blick zeigen die 23 Bilder aus dem Wettbewerb zum ersten Kinder-Jugend-Kunstpreis in Weida nichts Spektakuläres. Das vorgegebene Motiv ist die Osterburg, das Wahrzeichen von Neu-Isenburgs Partnerstadt in Thüringen.

Foto-Schau

Die Bilder des „Kinder-Jugend-Kunstpreises der Osterburg“ sind bis zum 27. März im Rathaus, Hugenottenallee 53, zu sehen.

lfp

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