Fürstenzug ins Museum

Ausstellung über Stadtgründer Graf zu Ysenburg eröffnet

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Historisch gewandetes Geleit für Alexander Fürst von Isenburg und seine Frau Sarah Fürstin von Isenburg (Mitte): Museumsleiter Christian Kunz (vorne links) schlüpfte bei der Vernissage in die Rolle des Grafen Johann Philipp, vorne rechts Bettina Stuckard.

Neu-Isenburg - Es war keine Vernissage wie jede andere, schon das Geleit ins Stadtmuseum war fürstlich: Viele Ehrengäste kamen am Freitag, dem 300. Todestag des Stadtgründers Graf Johann Philipp zu Ysenburg-Büdingen, zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung im Haus zum Löwen.

Eine besondere Überraschung wartete dort auf den ehemaligen Büdinger Schloss-Archivar. Die Ausstellung „1718. Graf Johann Philipp zu Ysenburg-Büdingen und seine Zeit“ im Haus zum Löwen wurde anlässlich des 300. Todestags des berühmten Stadtgründers konzipiert. Die Gäste, die an diesem Tag zum Festakt im Heimatmuseum kamen, wären wohl auch zum Begräbnis des Fürsten gekommen – so sie zu dieser Zeit schon gelebt hätten. Nach diesem zogen die Anwesenden in einem „Fürstenzug“ unter Fackelschein zum Museum, um die sehenswerte neue Schau zu besuchen.

Dr. Klaus-Peter Decker, der ehemalige Büdinger Schloss-Archivar, zeigt stolz seine Hugenottenmedaille.

Mit Alexander Fürst von Isenburg und seiner Gemahlin Fürstin Dr. Sarah von Isenburg waren direkte Nachfahren des Stadtgründers von Neu-Isenburg, Graf Johann Philipp, in die Hugenottenstadt gekommen. Aber auch Detlef Mohr, Ortsbürgermeister aus Isenburg, der „Keimzelle“ von Neu-Isenburg, war angereist. Im Sommer hatte der Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) die Ortsgemeinde vom heutigen Dierdorf besucht, die Ursprünge in Augenschein genommen und den Kontakt aufgefrischt. Nicht fehlen durfte auch ein Repräsentant der Stadt Offenbach, wo sich heute noch das Isenburger Schloss befindet. Offenbachs Parlamentschef Stephan Färber übernahm die Aufgabe des Abgesandten aus der Stadt mit dem Herrensitz des Grafen zu Isenburg.

Bürgermeister Herbert Hunkel hieß die Gäste willkommen, danach richtete Alexander Fürst von Isenburg ein Grußwort an die Versammlung. Der Fürst verwies nicht nur auf die langen, aus der Geschichte resultierenden Beziehungen zwischen seinem Haus, der Stadt Offenbach und der von seinem Vorfahren Graf Johann Philipp zu Ysenburg-Büdingen gegründeten Siedlung Neu-Isenburg, sondern insbesondere auf die heute noch ganz lebendigen Beziehungen. So führten inzwischen mehrere GHK-Reisen zum Schloss Birstein, der Residenz der Fürstenfamilie. „Der Geist meines Vorfahren, der für seine besondere, moderne Weltanschauung bekannt war, ist auch heute noch in seinem ehemaligen Herrschaftsgebiet zu spüren“, so Fürst Alexander.

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Recht ausführlich und tiefgründig, aber dennoch sehr lebhaft vorgetragen, war die wissenschaftliche Einführung in die Ausstellung durch Dr. Klaus-Peter Decker, den ehemaligen Büdinger Schloss-Archivar. Decker brachte überraschend viele recht enge, bisher nicht bekannte Beziehungen zwischen Offenbach und Neu-Isenburg sowie dem vom Grafen Johann Philipp angelegten „Tiergarten“ Philippseich zutage. Wegen seiner besonderen Verdienste um die Aufarbeitung der Geschichte um den Stadtgründer zeichnete Hunkel Decker mit der Hugenottenmedaille aus.

Mit Shuttle-Bussen ging es vom Rathaus dann auf die Frankfurter Straße vor das Stadtmuseum. Dort erwarteten die Gäste nicht nur hugenottisch gekleidete Fackelträger, sondern auch die Jagdhornbläser der Rallye Rheingau. Im Geleit der Fackeln und zu Parforcehorn-Klängen wurden die Ehrengäste dann ins Museum geleitet.

Im Museum hielt Kulturdezernent Theo Wershoven Hof mit der Leiterin des Kulturbüros, Dr. Bettina Stuckard, die sich in eine pompöse Robe gekleidet hatte, und Christian Kunz, ebenfalls historisch gewandet. Der Museumsleiter, der in die Rolle des Grafen geschlüpft war, führte die Gäste durch die Ausstellung. Besonders beeindruckt zeigte sich Fürst Alexander vom buchstäblich im neuen Glanz erstrahlenden – weil restaurierten – Originalporträt des Grafen. (lfp)

Die Ausstellung im Stadtmuseum (Löwengasse 24) ist bis zum 24. Februar zu den gewohnten Zeiten geöffnet: freitags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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