Alles andere als rosig

„Aussterben“ in der Neu-Isenburger Fußgängerzone - weiteres Geschäft schließt

Über mangelnden Zuspruch an ihrem Stand vor der Geschäftsstelle in der Fußgängerzone konnte die CDU nicht klagen. Dabei wurde auch über die Situation in der Bahnhofstraße gesprochen. Foto: postl Heute wollen die Immobilienbesitzer möglichst viel Geld sehen, aber nichts in die Gebäude investieren. Christian Kahnke Vorsitzender der IG City
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Über mangelnden Zuspruch an ihrem Stand vor der Geschäftsstelle in der Fußgängerzone konnte die CDU nicht klagen. Dabei wurde auch über die Situation in der Bahnhofstraße gesprochen.

„Wenn es in der Bahnhofstraße immer so geschäftig zuginge, wie an den Marktsamstagen, dann wäre schon viel gewonnen“, meint Christian Kahnke und blickt durch die vielen mobilen Marktstände gen Osten.

Neu-Isenburg – Für den Vorsitzenden der IG City sieht die Bahnhofstraße samstags um die Mittagszeit recht „belebt“ aus. „Aber das dauert nicht lange, dann werden die Bürgersteige hochgeklappt“, verweist Peter Leitermann auf eine andere Realität. Für Belebung mit verschiedenen Aktionen sorgt auch die CDU-Geschäftsstelle in der Fußgängerzone der Bahnhofstraße – wie kurz vor Weihnachten mit einem Glühwein- und Kinderpunschstand. Dabei wollte der Stadtverband Geld für das Kinderhospiz in Frankfurt sammeln und mit den Bürgern über die unterschiedlichsten Themen ins Gespräch kommen Die Aktion kam gut an. Um den Stand bildete sich immer eine Traube von Menschen. Ein Thema bei war dabei auch die Situation der Bahnhofstraße im Alltag, also außerhalb der Marktzeiten.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Stefan Schmitt sah dabei die Stadt weniger in der Pflicht, in der Fußgängerzone für eine Besserung zu sorgen. „Wir haben doch schon vor Jahren mit der Umgestaltung eine nicht unerhebliche Vorarbeit geleistet. Dabei sind auch die Wünsche der Geschäftsleute mit eingeflossen“, betont der Erste Stadtrat. CDU-Vorstandsmitglied Oliver Gröll appelliert ebenfalls an die Geschäftsinhaber in dem Bereich, sich engagierter einzubringen. „Wenn es hier mal eine konzertierte Aktion gibt, wer macht denn da mit?“, verweist Gröll auf vielfache Erfahrungen. Dass ein „zentrales Geschäftszentrum“ mit großem Versorger eine Lösung sein könnte, bezweifelt er.

Für Christian Kahnke sind die Ursachen für das „Aussterben“ in der Neu-Isenburger Fußgängerzone vielschichtiger. „Früher waren die Geschäftsinhaber auch Besitzer der Immobilie, was nicht nur ein finanzieller Vorteil war, sondern auch ein Ansporn für die ganze Familie, das Geschäft am Leben zu erhalten. Heute wollen die Immobilienbesitzer möglichst viel Geld sehen, aber nichts in die Gebäude investieren“, bedauert Kahnke die Veränderungen. Jüngstes Beispiel dafür ist die Kinder-Boutique von Teresa Rizzo, die im vergangenen Jahr 40. Geburtstag ihres Geschäfts feierte. Jetzt schließt sie zum Jahresende. „Ich habe so viel Ärger mit dem Besitzer, weil immer Wasser in meine Räume läuft, ich kann das so nicht mehr weiter akzeptieren“, erklärt die bisher immer recht eifrige Geschäftsfrau.

Andere kritisieren die abgeschiedene Lage der Bahnhofstraße selbst, die es besonders älteren möglichen Kunden beschwerlich macht, dort einzukaufen. Das sieht Oliver Gröll nicht so: „Wer hochwertige Produkte zu bieten hat, für den spielt die Lage keine Rolle.“ So verweist er als positive Beispiele auf den Feinkost-Spezialisten Kümmerle – oder die Metzgerei Nolle in der Lessingstraße sowie den Feinkost- und Party-Service Peter Metz in der Kirchstraße.  

lfp

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