Auf Westphal-Gelände in Neu-Isenburg

Hilfsaktion „...täglich Brot für Beregovo“ eröffnet neue Sammelstelle

Viel zu tun: Die Helferinnen (von links) Vera Henrici, Brigitta Philipps, Olga Borschnek und Rita Rudolph sortieren und verpacken in der neuen Sammelstelle des Projekts „...täglich Brot für Beregovo“ die gespendeten Güter.
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Viel zu tun: Die Helferinnen (von links) Vera Henrici, Brigitta Philipps, Olga Borschnek und Rita Rudolph sortieren und verpacken in der neuen Sammelstelle des Projekts „...täglich Brot für Beregovo“ die gespendeten Güter.

Das Projekt „...täglich Brot für Beregovo“ aus Neu-Isenburg hat eine neue Heimat. Die Hilfsaktion, die regelmäßig Güter in die Ukraine schickt, sitzt auf dem Westphal-Gelände.

Neu-Isenburg – Es ist Samstag, die vielen Firmen auf dem Westphal-Gelände im Süden von Neu-Isenburg haben Wochenendpause. Dennoch herrscht auf dem Hof der Zufahrt von der Hermannstraße 52 reger Betrieb. Immer wieder fahren Pkw vor, die Taschen und Kartons voller Kleidung und Kinderspielsachen bringen. Schnell packen viele helfende Hände zu und bringen die Spenden über eine breite Treppe in das Obergeschoss eines leer stehenden Gebäudes.

„Das ist unsere neue Heimat, ist das nicht toll?“, zeigt Jutta Loesch auf einen spartanisch wirkenden, aber mit über 250 Quadratmetern recht großen Raum. „Das reicht uns vollkommen“, betont Vera Henrici, die für das Sortier- und Verpackungsteam schon mal eine „kuschelige Ecke“ eingerichtet hat. Am Hofeingang zeigt der Schaukasten, dass hier nun das Projekt „...täglich Brot für Beregovo“ beheimatet ist, darunter hängt die Plakette „Respekt. Kein Platz für Rassismus“.

Raum kostenlos bekommen

Pfarrer i.R. Matthias Loesch dankt insbesondere der Firma Westphal, die den Raum kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Sein Dank geht auch an das engagierte Team sowie alle Bürger, die mit ihren Spenden dafür sorgen, dass dringend benötigte Güter zu den notleidenden Menschen in die West-Ukraine kommen. Auch Bürgermeister Herbert Hunkel, dessen Frau Bärbel ebenfalls mit anpackt, lobt das große Engagement von Jutta Loesch und ihrem Team: „Mit diesem weit über die Grenzen Isenburgs hinaus bekannten Hilfsprojekt setzen Sie alle ein Zeichen der Mitmenschlichkeit, die gerade in diesen Zeiten besonders wichtig ist.“

Die neuen Räumlichkeiten für die Sammelstelle wurden notwendig, da die bisherige Lagerstätte im Keller des Hochhauses der Hugenottenallee 150 bekanntlich abgetragen wird. Dort sollen im Rahmen der Bebauung des Stadtquartiers Süd moderne Wohnungen entstehen. Vorübergehend war die Sammelstelle in einer Halle auf dem ehemaligen DLB-Gelände an der Hugenottenallee untergebracht. Dieses Gelände erwarb die Firma Westphal und gestaltet es nun um. Nach der West- ist nun die Ostseite dran. „Wir wussten also, dass wir dort nur kurzfristig sein können, umso mehr freuen wir uns jetzt, dass uns Westphal hier einen neuen, noch schöneren Raum, zur Verfügung gestellt hat“, betont Jutta Loesch.

Zur Hymne von Transkarpartien, gespielt von Jutta Loesch, wurde das „Respekt“-Schild am Eingang zur neuen Sammelstelle enthüllt.

Überwältigendes Spendenaufkommen

Die Projektmanagerin von „...täglich Brot für Beregovo“ ist überwältigt, wie viele Sachspenden bereits am Tag der Eröffnung der neuen Sammelstelle zusammenkommen. „Wir haben einen kleinen Restbestand aus der alten Lagerstätte mit hierher gebracht, alles andere ist neu – ich glaube, das sind fast schon wieder zehn Tonnen“, zeigt Loesch auf einen Stapel ordentlich verpackter Kartons und einen Haufen voller Güter, die noch sortiert und verpackt werden müssen. Nur so halten die Spenden den strengen Kontrollen an der Grenze stand. „Bei einer Unregelmäßigkeit wird die ganze Ladung beschlagnahmt“, weiß Loesch.

Der Kreis jener, die Sachspenden für das Projekt „täglich Brot für Beregovo“ hierher bringen, ist weit über die Hugenottenstadt hinausgewachsen. „Ich wohne im besseren Frankfurter Nordend, dort scheint man sich öfters mal gemäß der neuen Mode einkleiden zu müssen“, beschreibt Evelyn Heinrich ihre Quelle. „Die Menschen hängen alles, was sie nicht mehr gebrauchen wollen, einfach an die Zäune, das sammle ich dann immer mal ein.“ Es gibt für Loesch aber auch immer wieder mal richtig große Bezugsquellen. „Da wird in einem Hotel die ganze Hauswäsche erneuert oder eine Produktionsfirma stellt ihr Programm um“, verweist sie etwa auf Lomotex aus Heusenstamm.

Vorerst ist die neue Sammelstelle nur am Samstagvormittag geöffnet. Wegen Corona wird in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises jede Woche neu entschieden, ob weiterer Publiumsverkehr möglich ist. „Wir wollen da kein Risiko eingehen“, betont Loesch.

Spenden: Zu finden ist die neue Sammelstelle in der Hermannstraße 52 (Hinterhof).

Von Leo F. Postl

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