1. Startseite
  2. Region
  3. Neu-Isenburg

Neu-Isenburg: Bürgermeisterkandidat Michael Louis Adam bricht gern zu Touren ohne Ziel auf

Erstellt:

Von: Barbara Scholze

Kommentare

Der Jüngste im Bunde: Für das Bürgermeisteramt würde der 26-jährige Michael Louis Adam (parteilos) sein Physikstudium an der Frankfurter Goethe-Universität ruhen lassen.
Der Jüngste im Bunde: Für das Bürgermeisteramt würde der 26-jährige Michael Louis Adam (parteilos) sein Physikstudium an der Frankfurter Goethe-Universität ruhen lassen. © privat

Für viele Menschen in Neu-Isenburg völlig unvermutet hat sich Michael Louis Adam im Juli den Bewerbern um das Amt des Bürgermeisters angeschlossen. Im Gegensatz zu den schon lange im Ort etablierten Politikern, die nach der Spitze der Isenburger Verwaltung streben, ist der 26-Jährige eher unbekannt.

Neu-Isenburg - „Ja, auch ich sehe mich tendenziell eher als Außenseiter, aber ganz im positiven Sinne“, sagt Michael Louis Adam. In eine Partei ist er noch nicht eingetreten, er bleibe lieber unabhängig, teilt er mit. „Ich habe die Freiheit gewählt“, betont Adam. Es gebe zurzeit keine politische Gruppierung, die er grundsätzlich vertreten möchte. „Auf kommunaler Ebene ist das ja gut möglich und ich möchte auch als Bürgermeister niemandem auf den Schlips treten müssen.“

Michael Louis Adam ist in Frankfurt geboren und in Neu-Isenburg aufgewachsen. „Ich lebe schon immer hier, habe hier die Schule besucht und mein Abitur gemacht.“ Aktuell studiert er Physik an der Goethe-Universität in Frankfurt, sagt aber: „Wenn es vor Ort eine Universität geben würde, hätte ich die gewählt.“

Abseits der Politik ist es nicht gerade wenig Erfahrung, die der Bewerber mitbringt. Vor seinem Studium hat Adam eine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann gemacht und als Sachbearbeiter gearbeitet. „Diese Berufserfahrung merke ich, wenn ich mit meinen Kommilitonen zusammen bin“, stellt er fest. Entsprechend könne er sich grundsätzlich eher eine Tätigkeit im Management als in der Forschung oder Entwicklung vorstellen. „Auch wenn ich eigentlich ein kleiner Entdecker bin, ich habe als Kind schon viel experimentiert.“

Für das Bürgermeisteramt würde Adam sein Studium erst einmal ruhen lassen. „Ich habe mich erkundigt, ich könnte später jederzeit wieder einsteigen“, berichtet er. Schon zu Schulzeiten habe er den Mitschülern erzählt, dass er Bürgermeister werden möchte. „Aber irgendwie war ich im Anschluss an das Abitur einfach noch zu jung.“ Jetzt seien Freunde auf ihn zugekommen und hätten ihm geraten, es zu probieren. Das wolle er für Neu-Isenburg gerne tun. „Die Stadt ist mein Lebensmittelpunkt und es gibt alles, was ich brauche, ich bin in zehn Minuten in einer eher ländlichen Gegend und genauso in zehn Minuten mitten in Frankfurt“, zeigt sich der junge Bürgermeisterkandidat begeistert. Er schätze ebenso die Vielfalt der Gesellschaft in der Hugenottenstadt, die unterschiedlichen Nationen und Schichten, die ihm abwechslungsreiche Gespräche und Begegnungen ermöglichten.

Wenn er nicht studiert oder sich im Wahlkampfmodus befindet, pflegt Adam die Kontakte zu seinen ehemaligen Schulkameraden und Freunden. „Auch diese Begegnungen sind mir wichtig.“ Dabei zeigt sich der Freundeskreis gerne spontan, hat etwa am Wochenende schon manche sehr kurzfristig geplante Tour unternommen. Michael Louis Adam erzählt: „Dann geht es rein ins Auto und einfach an der Straße lang, manchmal sogar ohne Ziel.“ Besonders zugeneigt sei er allerdings den großen Städten. „Ich mag es, wenn auf den Straßen viel los ist und man das Leben spürt.“ Sei es draußen zu leise, könne er auch nicht schlafen.

Als Gegenprogramm geht Michael Louis Adam gerne spazieren, am liebsten in der Natur. „Dort kann ich meinen Kopf freimachen.“ Oder er spielt Karten mit den Freunden und zwar quer durch alle Spielmöglichkeiten von Skat über Solo bis zu Mau-Mau. Besonders angenehm seien ihm dabei die eher kürzeren Runden, „ich mag es nicht, wenn die Spiele so lange dauern.“ Das habe eher etwas mit Konsequenz zu tun als mit Ungeduld. Beschreibt er sich selbst, sagt der Bürgermeisterkandidat: „Wenn ich etwas zu tun habe, erledige ich es zügig, ich möchte nichts lange liegen lassen.“

Im Wahlkampf nun habe er gemerkt, dass er oft unterschätzt werde, berichtet Adam. Das liege vielleicht auch daran, dass er kein großes Budget für ausgiebige Aktionen zur Verfügung habe. Dennoch könne er auf ein Team aus engen Freunden setzen „und natürlich unterstützen mich meine Eltern und meine ganze Familie“. Sollte er tatsächlich Bürgermeister werden, will sich Michael Louis Adam zuvorderst dafür einsetzen, dass Neu-Isenburg zumindest so grün bleibt, wie es jetzt ist. Und falls der „Außenseiter“ es nicht schafft? „Ich werde mich weiter engagieren und vielleicht schließe ich mich doch einer Partei an“, kündigt er an.

» Morgen: Thilo Seipel

Von Barbara Scholze

Auch interessant

Kommentare