Deutsche Tanz-Meisterschafen in Huha

Der große Sturm aufs Parkett

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Vorbild Michael Jackson: Eren Dogan und Petra Kaupenjohann legten vergangenes Jahr bei der Sportlerehrung der Stadt eine flotte Showeinlage aufs Parkett.

Neu-Isenburg - Schwerstarbeit für eine Party auf leichten Füßen: Eren Dogan steckt mitten in den Vorbereitungen für gleich fünf Tanz-Meisterschaften. Von Barbara Hoven 

Eren Dogan war erst acht Jahre alt, als er seine Begeisterung fürs Tanzen entdeckte – durch Michael Jackson. Der charakteristische Tanzstil des King of Pop inspirierte ihn, „ich habe immer schön vor dem Fernseher geübt“, erzählt der gebürtige Deutsche mit türkischen Wurzeln. Lang ist’s her, doch dem Tanzen ist der mittlerweile 40-Jährige nach wie vor verfallen. Er entdeckte später das Paartanzen für sich, nahm bei unzähligen Wettbewerben teil, ist Tanz-Weltmeister geworden. Zudem ist Dogan als Wertungsrichter im Einsatz und betreibt – weil er in Isenburg nicht die passenden Räumlichkeiten fand – in Sprendlingen seine eigene Tanzschule namens „EDanceFever“. Und er träumt davon, seine Wahlheimat Neu-Isenburg zur Tanzhauptstadt Deutschlands zu machen – oder sogar zum Austragungsort einer Weltmeisterschaft.

Ganz so weit ist es natürlich noch nicht, doch die nächste große Party auf leichten Füßen, die der Isenburger organisiert, wirft ihre Schatten voraus: Eren Dogan steckt mitten in den Vorbereitungen für die Deutschen Meisterschafen in gleich fünf Kategorien, die er dieses Jahr mit seiner Tanzschule im Auftrag der Veranstalter der „Actiondance Federation“ (TAF) ausrichtet: Am Samstag, 11. Oktober, treten 300 Tänzer aus der gesamten Bundesrepublik in der Hugenottenhalle gegeneinander an – im Discofox, Discofox-Formation, Salsa, Rueda de Casino und Tango Argentino.

Auf 100 Seiten ist alles geregelt

Schon einmal hatte Dogan im Isenburger Veranstaltungstempel eine tänzerische Großveranstaltung dieser Art auf die Beine gestellt, die Deutschen Meisterschaften im Jahr 2011. Aber gleich fünf Kategorien wie in diesem Oktober, das bedeutet noch eine ganze Menge mehr an Arbeit. Seit fast zwei Jahren bereitet er das Tanzspektakel vor, ein TAF-Reglement mit zig Regularien auf 100 Seiten ist dabei sein häufiger Begleiter. „Darin ist alles geregelt, von der Frage, wie groß der Pokal für die Sieger sein muss, bis zu Rettungswegen oder der Anzahl der Wertungsrichter“, erzählt Dogan gestern bei der Präsentation des Programms für die Großveranstaltung am 11. Oktober. TAF ist eine Kooperation von Tanzschulen und Tanzsportverband und veranstaltet diverse offizielle Tanzmeisterschaften.

Zudem bildet sich Eren Dogan als Tanzlehrer ständig weiter (derzeit bei einer internationalen Tanzlehrerausbildung), und geht natürlich noch seiner Hauptbetätigung nach: dem Unterrichten. Denn vor einigen Jahren hat der einstige Mitarbeiter von General Electric seinen Job in dem Unternehmen aufgegeben und sein Hobby zum Beruf gemacht. Spezialisiert ist er dabei unter anderem auf individuelle Hochzeitstänze oder Michael-Jackson-Moves. Vor allem die Tanzausbildung von Kindern und Jugendlichen liege ihm sehr am Herzen, betont der Isenburger. Er arbeitet mit Schulen in der Region zusammen – auch, um dem Nachwuchs durch das Tanzen neue Perspektiven bieten zu können. „Deshalb richte ich unter anderem auch die DM aus, damit Jugendliche sehen, was man alles erreichen kann“, sagt der Tanzlehrer.

Über Vorurteile wie die, Gesellschaftstanz sei nur was für Paare in einer Midlife Crisis oder allenfalls noch für Heiratswillige, die sich auf ihren großen Auftritt bei der Hochzeitsfeier vorbereiten, kann er nur schmunzeln. Denn Gesellschaftstanz sei sehr beliebt und zum Massenphänomen geworden – auch dank seit Jahren erfolgreicher Fernsehshows wie „Let’s Dance“. Es ist kein Geheimnis, dass derlei Sendungen durchaus auch als Gratiswerbung für die Tanzschulen fungieren.

Aus TV und Branche bekannte Gesichter werden im Oktober auch in der Huha erwartet: Sven Weller alias „Poppin-Hood“, elf-maliger deutscher Meister, zweifacher Weltmeister und Finalist bei der Show „Got to dance 2013“ ist dabei, ebenso Antonio und Jasmina Berardi aus Italien, die 20-fachen Weltmeister in den Tänzen wie Salsa, Bachata, Merengue und Salsa-Shines. Ab 11 Uhr laufen die Vorentscheidungen, die Endrunden werden mit Showacts kombiniert. Es gibt noch Karten für Zuschauer.

Eren Dogan erlaubt gestern auch einen Blick auf seine nächsten Pläne. 2015 soll erneut ein Tanzfestival folgen: Gemeinsam mit Michael Kerchers Veranstaltungsagentur „12 Löwen“ und den Gypsys bereitet er einen Tanz in den Mai vor, dem am 1. und 2. Mai Workshops und eine große Party folgen sollen.

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