KINDERTAGESPFLEGE

Drei wichtige Bausteine für die Betreuung

Fünf Kita-Gruppen in Dortmund mussten wegen Coronavirus-Verdacht geschlossen werden. (Symbolbild)
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Fünf Kita-Gruppen in Dortmund mussten wegen Coronavirus-Verdacht geschlossen werden. (Symbolbild)

Neu-Isenburg – In der Hugenottenstadt wächst die Zahl der Kinder kontinuierlich. Damit steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen in Kitas und Schulen. Handeln tut vor allem bei den unter Dreijährigen Not. Deshalb geht die Stadt seit einiger Zeit auch durchaus kreative Wege, um den Ausbau der Kindertagespflege zu fördern. Denn: „Die Situation der Kinderbetreuung ist eine wichtige Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die damit verbundenen Karrieremöglichkeiten“, wie der Magistrat schreibt. So sei es nicht verwunderlich, dass die Betreuung der Kinder unter drei Jahren in den vergangenen Jahren einen immer größeren Stellenwert einnehme und stark nachgefragt werde. Die Stadt Neu-Isenburg unterstützt in diesem Zusammenhang besonders den Ausbau der Kindertagespflege mit verschieden Maßnahmen.

Jacqueline Lüddicke, Fachberaterin für Kindertagesstätten im städtischen Fachbereich Kinder und Jugend, nennt drei wichtige Bausteine des Unterstützungskonzeptes: Der erste Baustein ist eine Unterstützung der Tagespflegepersonen durch die Zahlung eines Bonus für geleistete Betreuungsstunden. Die Stadt erhöht die Vergütung des Kreises für die Kindertagespflegeperson pro geleisteter Betreuungsstunde eines Neu-Isenburger Kindes um jeweils zwei Euro.

Der zweite Baustein – ein Vertretungskonzept – wurde im Jahr 2019 ins Leben gerufen. Die Stadt unterstützt dabei die Tagesmütterzentrale mit der Übernahme der Personalkosten einer festangestellten Tagesmutter, die Kinder anderer Tagesmütter in Neu-Isenburg bei Ausfall betreut. „Dieses Konzept entlastet die Tagesmütter und bietet den Eltern verlässliche Betreuung für ihre Kinder“, erläutert Lüddicke. „Es ergänzt das bestehende Konzept der gegenseitigen Vertretung bei freien Plätzen.“

Der dritte Baustein besteht aus der Anmietung von Räumlichkeiten durch die Stadt und die Möglichkeit für Kindertagespflegepersonen, diese Räume in Form einer „Kindertagespflege in anderen Räumlichkeiten“ (also außerhalb der eigenen Wohnung) zu nutzen. „Dieses Konzept wird ebenfalls seit dem Jahr 2019 in Form von bisher drei Tagespflegestellen erfolgreich angenommen“, berichtet die Fachberaterin. Die Kindertagespflegeperson beteilige sich dabei an den Mietkosten mit einem Anteil an den vom Kreis geleisteten Sachkosten (die normalerweise anteilig für Miete, Nebenkosten und Spielmaterial zur Verfügung stehen). Wie berichtet, hat die Stadt unter anderem die ehemaligen Praxisräume von Dr. Klaus-Dieter Birck in der Ludwigstraße in Räume für Tagesbetreuungsstellen umwandeln können.

Diesen Ausbau der Kindertagespflege möchte Neu-Isenburg auch weiter vorantreiben und neue Plätze für Kinder unter drei Jahren schaffen. „Es ist geplant, weitere Räumlichkeiten anzumieten und interessierten Tagespflegepersonen zur Verfügung zu stellen“, sagt Lüddicke. Da es sich nicht um eine Wohnung für eigene Wohnzwecke handelt, sondern dort lediglich eine Betreuung stattfindet, können sich auch Kindertagespflegepersonen ohne Wohnsitz in Neu-Isenburg für eine solche Wohnung bewerben. Voraussetzung ist, dass die Kindertagespflegeperson eine entsprechende Fortbildung absolviert hat, vom Kreis Offenbach eine Pflegeerlaubnis erhält und die Betreuungsplätze Neu-Isenburger Kindern zur Verfügung stehen.

Wer Interesse an einer solchen Tätigkeit hat, kann sich gerne an die Fachbereichsleiterin Kinder und Jugend, Sonja Ohr, die unter z 06102 241502 oder per Mail (sonja.ohr@stadt-neu-isenburg.de) erreichbar ist, wenden – oder an die Tagesmütterzentrale in der Ludwigstraße, z 06102 1335 oder info@tagesmuetterzentrale.de.

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