Regionaltangente West

Eine Alternative für Pendler

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Neu-Isenburg - Die RTW gilt als eines der größten Infrastrukturprojekte im Rhein-Main-Gebiet. Die Bahnverbindung zwischen Bad Homburg und Isenburg soll Pendlern Alternativen bieten.

Rolf Valussi, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, erläutert auf Einladung der FDP, warum für ihn die Zeichen für den Bau jetzt auf Grün stehen. Eine schnelle Schienenverbindung aus dem Norden zum Frankfurter Flughafen steht schon lange auf der Wunschliste vieler Verkehrsexperten. Bislang ist alles aufs Zentrum Frankfurt ausgerichtet – das soll die Regionaltangente West (RTW) ergänzen. Nun haben sich Planer eine Streckenführung ausgedacht, die Frankfurt nur im Westen tangiert, eigentlich umfährt: Von Bad Homburg soll die Strecke über Eschborn und den Industriepark Höchst an Kelsterbach vorbei zum Flughafen und dann über Gateway Gardens zum Sportfeld und bis nach Isenburg führen. Südlich des Isenburger Bahnhofs wird es eine „Stichstrecke“ ins Zentrum der Hugenottenstadt geben – mit Endstation am ehemaligen Güterbahnhof.

Als Befürworter dieser Schienenverbindung – insbesondere aber ihrer Anbindung an die Hugenottenstadt – hatte der Isenburger FDP-Ortsverein den verkehrspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Jürgen Lenders, sowie Rolf Valussi, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, zum Gesprächsforum geladen. Wie sehr Rolf Valussi für die Realisierung der RTW „brennt“, belegt die Verlängerung seines Arbeitsvertrags. „Ich hätte jetzt mit 65 in Rente gehen können, aber dann hätte ich überhaupt keine Ruhe gehabt“, meinte der engagierte Werber für die RTW. Um überhaupt die Planungen auf den Weg zu bringen, haben sich RMV, Hochtaunuskreis, Kreis Offenbach, die Städte Frankfurt und Bad Homburg zu einer Planungsgesellschaft zusammengeschlossen. Mittlerweile gehört die Stadt Neu-Isenburg dazu. Diese Gesellschaft soll die Planungen finanziell absichern. „Das Land Hessen will sich auch anschließen, aber ohne finanzielle Beteiligung“, so Valussi.

Teilstrecken müssen neu errichtet werden

Um die Kosten zu optimieren, wurde mittlerweile eine Trasse gefunden, die bereits bestehende Teile des Streckennetzes des RMV und der Bahn nutzt. „Teilstrecken müssen wir freilich ganz neu errichten, dies gilt auch für die meisten Bahnhöfe“, so der Geschäftsführer. Für diese Bauten werde es eine Norm geben, wenn sich jemand etwas Besonderes wünsche, so müsse er dies auch bezahlen – „so einfach ist die Formel“. Bisher ist der Bau der Strecke mit rund 376 Millionen veranschlagt, davon erhofft man sich rund 230 Millionen vom Bund als Zuschuss. Dazu kommen weitere 100 Millionen für die Anschaffung von Schienenfahrzeugen. „Je eher wir mit dem Bau beginnen können, desto günstiger wird es“, verwies Valussi auf eine jährliche Kostensteigerungsrate von rund zwei Prozent. In Isenburg ist eine Haltestelle an der Wilhelm-Leuschner-Straße geplant, dann die Endstation am Ex-Güterbahnhof. „Dort wird die Station so ausgestaltet, dass der geplante Platz erhalten bleiben wird“, verwies FDP-Chef Jörg Müller auf innerstädtische Wünsche. Für Ersten Stadtrat Stefan Schmitt (CDU), der Isenburg bei den Planern vertritt, ist die RTW eine für die Zukunft bedeutende Anbindung der Gewerbegebiete an öffentlichen Nahverkehr und Flughafen.

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„Wir haben uns als Gesellschafter beteiligt, weil wir diese Verbindung für unsere Wirtschaft als sehr wichtig erachten und weil wir wollen, dass es bald losgeht“, so Schmitt. Die Planungsgesellschaft stand bereits zweimal vor dem Aus – das Geld fehlte. Für Valussi stehen die Signale jetzt aber auf Grün, wenngleich es noch manch harte Nuss zu knacken gelte.

(lfp)

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