Wirtschaft boomt weiter

Neu-Isenburg ist ein Einwohnermagnet

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Neu-Isenburg ist weiterhin die wirtschaftsstärkste Stadt im Kreis Offenbach.

Neu-Isenburg - Neu-Isenburg ist ein Einwohnermagnet und nach wie vor die wirtschaftsstärkste Stadt im Kreis Offenbach. Die Stadt wächst und wächst; 1557 Arbeitsplätze wurden allein innerhalb eines Jahres geschaffen.

Der von städtischen Statistikern vorgelegte Blick auf die aktuellen Zahlen macht klar, dass diese Entwicklung auch Herausforderungen mit sich bringt. Einwohner, Kaufkraft, Arbeitsplätze: Neu-Isenburg in aktuellen Zahlen, das ist eine Lektüre, die viel Spannendes birgt. Allein in den Jahren 2011 bis 2016 stieg die Zahl der Arbeitsplätze um 34 Prozent von 20. 442 auf 27.384. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der Einwohner nach den Meldedaten um 2697 (sieben Prozent) – inzwischen leben 38.991 Menschen in der Stadt.
Ziemlich zufrieden in Sachen Wirtschaft zeigt sich Bürgermeister Herbert Hunkel beim Blick aufs jüngste Jahresupdate der Statistiken: Zum Januar 2018 sind 6019 Betriebe in der Stadt gemeldet. Die Wirtschaftsstruktur und der Branchenmix seien stimmig, ob inhabergeführter Mittelstand, Handwerk, internationale Unternehmen oder selbstständige Unternehmer. 175 High-Tech-Firmen sind in Isenburg ansässig. Die Unternehmen schätzten an der Stadt vor allem die gute Lage und Verkehrsanbindung sowie den mit 345 Prozent niedrigsten Gewerbesteuersatz im Kreis. Und so wächst der Wirtschaftsstandort weiter: In einem Jahr wurden laut Statistik 1557 Arbeitsplätze geschaffen. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg laut Bundesagentur für Arbeit 2017 auf 28.941 Arbeitsplätze. „Die Gewerbesteuereinnahmen von fast 70 Millionen Euro pro Jahr belegen das erfolgreiche Wirtschaften“, hebt der Magistrat hervor. Hinzu komme „eine persönliche und individuelle Wirtschaftsförderung“. Diese sei in Isenburg Chefsache: Bürgermeister Hunkel ist direkter Ansprechpartner. „Wir sorgen dafür, dass ansässigen Unternehmen oder Ansiedlungsinteressierten jederzeit ein kompetenter Partner im Rathaus zur Verfügung steht.“

Rund 25.500 Menschen pendeln täglich in die Stadt ein, 11.500 Leute verlassen die Stadt zum Arbeiten. Die Kaufkraft je Einwohner liegt bei 25.908 Euro (GFK 2018) – das ist das verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung, inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. Damit liegt Isenburg mit 12,7 Prozent über dem bundesdeutschen Index.

Alle Experten sind sich sicher: Der Bevölkerungszuwachs wird sich fortsetzen. Im Rahmen der demografischen Entwicklung tauschen ältere Bürger große Wohnungen oder Einfamilienhäuser gegen bedarfsgerechte, barrierefreie Wohnungen. Junge Familien mit Kindern ziehen nach. Ergänzend kommen die Zuzüge durch die neuen Wohngebiete Birkengewann, Stadtquartier Süd und Kalbskopf hinzu, die voraussichtlich Platz für rund 3400 Einwohner schaffen. Der Regionalverband Rhein-Main geht in seiner (schon wieder überholten) Prognose vom April 2016 für Isenburg von 38.400 Einwohnern im Jahr 2030 aus, die Hessen-Agentur von 39.100.

Mit der positiven Entwicklung großen Wachstums einher gehen natürlich Herausforderungen – nicht zuletzt in der Verkehrsentwicklung, in der Kinder- und Seniorenbetreuung. Der ohnehin schon üppige Individualverkehr etwa wird steigen, die Prognosen liegen bei bis zu 26 Prozent. Die Stadt muss also gucken, dass sie im Verkehr nicht stecken bleibt. „Wir haben uns dieser Herausforderung gestellt und begonnen, ein zukunfts- und leistungsfähiges Gesamtkonzept mit gleichberechtigter Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmenden zu entwickeln“, betont Hunkel.

Mit der Drucksache über die Entwicklung der Bevölkerungszahlen und Arbeitsplätze – ein Papier also, in dem viele wichtige Infos für die Zukunft der Stadt stecken – haben sich auch die Kommunalpolitiker in den jüngsten Ausschussrunden und im Stadtparlament ausführlich befasst. „Ich behaupte, dass diese Drucksache das Wichtigste ist, was wir heute hier besprechen“, formulierte es SPD-Fraktionschef Gene Hagelstein im Stadtparlament mit Blick auf das erwartete deutliche Wachstum der Stadtbevölkerung.

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Die Verwaltung tue alles, um diesem Wachstum Rechnung zu tragen, lobte Patrick Föhl (CDU). Allerdings müsse man auch darauf achten, die Möglichkeiten der Stadt nicht zu überfordern und dies bei allen Zukunftsplanungen beachten.

Vor dem Hintergrund des enormen Zuzugs, der bereits jetzt einige bestehende Planung – etwa im Bezug auf das Thema Verkehr – obsolet gemacht habe, hat die SPD für die nächste Sitzung des Stadtparlaments einen Antrag formuliert: Die Sozialdemokraten regen an, den Magistrat zu beauftragen darzulegen, „wie künftig die aus dem prognostizierten Anstieg der Einwohner- und Beschäftigtenzahl resultierenden Anforderungen in den Bereichen Verkehr, Soziales (Kinderbetreuung, Angebote für Jugendliche und Senioren) sowie Stadtverwaltung gemeistert werden sollen. „Dabei sollen in der Darstellung auch alternative Planungen oder Ideen Berücksichtigung finden“, heißt es im von Fraktionsgeschäftsführerin Irene Linke unterzeichneten Antrag. (hov)

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