Online-Buchungssystem gut genutzt

Neu-Isenburg: Entspanntes „Corona-Schwimmen“ - Waldschwimmbad öffnet

Neu-Isenburg: Endlich wieder schwimmen nach Corona - Diese beiden Schwimmbadbesucherinnen genießen ihre ersten Bahnen im Waldschwimmbad sichtlich. Fotos: postl
+
Neu-Isenburg: Endlich wieder schwimmen nach Corona - Diese beiden Schwimmbadbesucherinnen genießen ihre ersten Bahnen im Waldschwimmbad sichtlich. Fotos: postl

Am Sonntagmorgen öffnete das Waldschwimmbad in Neu-Isenburg wieder für Besucher seine Tore – mehr als einen Monat später als sonst, aber dennoch früher als so mancher in dieser von der Corona-Pandemie geprägten Zeit geglaubt hatte. 

Neu-Isenburg – Wenngleich alles im von den Stadtwerken betriebenen Bad nach strengen Regeln ablaufen muss, die Waldschwimmbad-Besucher nehmen es gelassen und haben Verständnis für die Auflagen. Stadtwerke-Geschäftsführer Kirk Reineke lässt es sich nicht nehmen, am ersten Freibadbetriebstag seinen Köpper in die 22 Grad „warmen“ Fluten zu machen. „Die Ersten waren dieselben wie immer und haben sich gefreut, dass sie endlich wieder schwimmen können“, sagt Eva Lang, stellvertretende Betriebsleiterin.

Gemäß hessischer Verordnung hätte das Waldschwimmbad schon früher öffnen können. „Das kam nicht nur für uns überraschend, sondern für die meisten Bäder, aber wir hatten glücklicherweise unsere Becken schon gefüllt“, erklärt Lang. Dennoch konnte man nicht sofort öffnen: Es mussten noch einmal alle Flächen gründlich gereinigt und das geforderte „Durchlaufkonzept“ umgesetzt werden. „Wir haben auf das zentral entwickelte kommunale Buchungssystem gewartet und mussten auch noch unser Personal entsprechend unterweisen“, erklärt Reineke.

Um alle Auflagen umzusetzen, wurde ein Konzept mit Zeitfenstern erarbeitet: Zwei Stunden Badebetrieb, dann eine Stunde Pause für Desinfektion, dann das nächste Zeitfenster. Gebucht werden müssen die Karten im Voraus, damit nicht mehr als 200 Personen auf einmal auf dem Gelände sind, aber vor allem, um Kontakte für eine eventuelle Nachverfolgung zu erfassen. „Wir haben das vom Land entwickelte Buchungssystem genutzt, das nur Onlinetickets ermöglicht, aber haben Besuchern, die nicht über eine entsprechende digitale Infrastruktur verfügen, die Möglichkeit gegeben, Buchungen im Kundencenter unserer Stadtwerke zu tätigen“, sagt Reineke.

Bei der ersten Öffnung am Sonntagmorgen um 7 Uhr stehen fast nur jene da, die sonst auch immer zu den Ersten gehören – 16 Frühschwimmer sind es. „Das läuft hier wirklich gut, viel besser als im benachbarten Frankfurt“, lobt Robert Bock das Isenburger System. Ulrike van Gulik ist froh, endlich wieder mal schwimmen zu können. „Wer hätte das vor drei Wochen gedacht, dass so was noch in diesem Sommer möglich ist?“, freut sich die leidenschaftliche Schwimmerin. Zum dritten Zeitfenster, das um 12 Uhr beginnt, haben sich 69 Personen angemeldet. „Das ist für uns ganz gut so, dass es heute noch keinen Ansturm gibt, so können wir unsere Abläufe beobachten und gegebenenfalls korrigieren“, meint Eva Lang. Das Betriebspersonal freut sich, dass es im Waldschwimmbad endlich wieder lebendig wird. „Jetzt gibt es zumindest eine positive Perspektive für alle“, so die stellvertretende Betriebsleiterin.

Die meisten Gäste zieht es ins Schwimmerbecken, das in vier Bahnen abgeteilt ist. In jeder gilt ein Kreisverkehr: also auf der einen Seite hin, auf der anderen zurück. Darauf muss das Aufsichtspersonal ab und an hinweisen. „Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen, man schwimmt halt seinen Trott wie immer“, meint ein älterer Besucher. „Drei Monate ohne Schwimmen, das war ganz schön ungewohnt – mir tut so ziemlich alles weh vor Verspannung“, sagt er. Er will jetzt gleich mehrmals am Tag kommen. Unter den ersten Besuchern sind auch Familien mit Kindern, die sich im Nichtschwimmerbecken vergnügen. „Wir beobachten, wie sich das jetzt einspielt, vielleicht können wir bald mehr Badegäste aufs Gelände lassen“, sagt Reineke mit Blick auf die Sommerferien.

VON LEO F. POSTL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare