Für Sprachförderung in Kitas Geld vom Kreis

Die Welt mit Worten öffnen

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Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Damit die allen Kindern offen steht, soll Sprachförderung in der Kita Migrantenkindern helfen. Aber auch deutsche Muttersprachler profitieren davon, wie die Stadtoberen und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger beim Ortstermin im Kurs „Bewegte Sprache“ erlebten.

Neu-Isenburg - Weil Sprache die Integrationsvoraussetzung Nummer eins ist, erhält Neu-Isenburg für die Sprachförderung in Kitas Geld vom Kreis. Und auch die Stadt investiert seit Jahren viel, damit Kinder in kleinen Gruppen den Umgang mit der deutschen Sprache lernen.

Wie nötig das ist, zeigt zum Beispiel der Umstand, dass Erzieherinnen mit den Kindern teils üben müssen, in ganzen Sätzen zu sprechen. Schon früh morgens begrüßt ein fröhliches Stimmengewirr die Besucher der Kita Kurt-Schumacher-Straße: 98 Jungen und Mädchen mit 24 unterschiedlichen Familiensprachen kommen täglich in das grün-rot-weiße Haus im Westend. Auf bunten Leinwänden im Eingangsbereich ist ein Willkommensgruß in all ihren diversen Sprachen zu lesen. „Diese Vielfalt, die wir hier haben, ist ein Schatz“, sagt Kita-Leiterin Andrea Lotz. Sie und ihre 15 Mitarbeiterinnen haben deshalb den Schwerpunkt der Einrichtung auf sogenannte alltagsinklusive Sprach-Förderung gesetzt.

Ein passender Ort also für die Stadtoberen, um sich mit der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger zu treffen und sich gemeinsam mit den Presseleuten vor Ort einen Eindruck zu verschaffen von der Sprachförderung. Jäger hat einen symbolischen Scheck über 5 750 Euro mitgebracht, den Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt in Empfang nehmen. Das Geld fließt ins seit 2002 laufende Projekt „Sprachliche und soziale Integration von Kindergartenkindern im Vorschulalter“ in den Isenburger Kitas aller Träger. Etwa 100 Kinder werden in 18 „Sprachspielgruppen“ zweimal wöchentlich eine Stunde gefördert.

Denn es gibt zu viele Kinder, deren Deutsch nicht ausreicht, um ihr Potenzial voll nutzen zu können – auch wenn ihre Eltern schon vor langer Zeit nach Isenburg gekommen sind. Auch die sollen mit dem Programm erreicht werde. Es gibt spezielle Infonachmittage für die Eltern; und auch die Erzieher werden regelmäßig geschult und tauschen sich in monatlichen Sitzungen über ihre Erfahrungen beim Vermitteln der sprachlichen Inhalte aus.

„Sprachförderung in Kitas ist die Basis für eine gelungene Integration“, macht Claudia Jäger deutlich. Doch nicht nur in Familien mit ausländischen Wurzeln komme das Thema Sprache immer häufiger zu kurz; es handele sich vielmehr um ein gesamtgesellschaftliches Problem. „Es wird heute in vielen Familien zu wenig bis gar nicht mehr miteinander gesprochen, nicht mehr vorgelesen, nicht einmal mehr in ganzen Sätzen gesprochen“, so Jäger. „Da muss in den Kitas viel Aufholarbeit geleistet werden.“ Daher sehe der Kreis die Förderung der Sprachkompetenzen als eine „wichtige Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“. Insgesamt stellt der Kreis in diesem Jahr rund 70 000 Euro für Maßnahmen vor Ort zur Verfügung. Es handele sich nach wie vor um eine freiwillige Leistung, betont die Politikerin.

Auf spielerische Art und in kleinen Gruppen macht sich der Nachwuchs in der Kita mit der deutschen Sprache vertraut. „Die Vorteile der Kleingruppenarbeit sind unter anderem ein konzentrierteres Zuhören und Mitmachen und die Kursleiterinnen können leichter auf Schwierigkeiten der Kinder eingehen“, erklärt Lotz. 

hov

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