Zwei Projekte müssen noch warten

Erste Radstraße in Neu-Isenburg auf den Weg gebracht

Fahrradstraße in Karlsruhe
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Fahrradstraße in Karlsruhe

Die erste Fahrradstraße in der Stadt ist festgelegt. Für vorerst zwölf Monate soll diese Am Trieb eingerichtet werden. Das beschließen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung.

Neu-Isenburg –Dagegen wird die Entscheidung über Radstraßen in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung vertagt. Die Koalition aus CDU, Grünen und FWG hat einen Änderungsantrag eingebracht, über den im Ausschuss gesprochen werden soll.

Nach der fast vollständigen Bebauung des Birkengewanns kann auch die Gestaltung der Straße Am Trieb beginnen. Die Radstraße soll mit Verlängerung in die Parallelstraße zur Offenbacher Straße bis zur Goetheschule geführt werden. Als einzige Fraktion stellt sich die FDP dagegen. Jörg Müller spricht von einer Gefährdung der Schüler. Besser wäre es, wenn diese die Brücke bei der Feuerwehr nutzen, um über die Friedhofstraße vom Buchenbusch gen Norden zu gelangen. Der Grüngürtel mit dem Rad- und Fußweg sei doch ideal für die Schüler.

Bürgermeister Herbert Hunkel verweist dagegen auf die große Unterstützung für die Pläne der Stadt. So habe sich eine Bürgerversammlung 2017 für eine Fahrradstraße ausgesprochen. Er habe auch mit der Goetheschule und den Klassensprechern geredet. Davon waren 15 für das Projekt und nur einer enthielt sich. Er habe sich auch die Situation angeschaut und festgestellt, dass die große Zahl von Schülern die Strecke über die Straße nimmt.

Das kann Martin Bock (Grüne) bestätigen. Trotz seiner Ratschläge würden seine beiden Söhne die Straße nehmen. Die Einrichtung der Fahrradstraße sei deshalb sinnvoll, um die Sicherheit für die Schüler zu erhöhen.

Bettina Blüchardt (CDU) hebt hervor, dass die Stadt großen Wert auf ein Meinungsbild gelegt habe. Sie spricht sich aber dafür aus, das Projekt zwölf – und nicht wie ursprünglich geplant sechs Monate – zu erproben, um die Erkenntnisse eines ganzen Jahres zu haben. Das wird auch übernommen.

Markus Munari (SPD) freut sich, dass es nun zur ersten Fahrradstraße in Neu-Isenburg kommt. Er hätte sich aber gewünscht, dass auch die beiden anderen angedachten Projekt auf den Weg gebracht worden wären.

Doch das will die Koalition vorerst nicht. Der Magistrat hat die probeweise Einrichtung in West-Ost-Richtung (vom Bahnhof bis zur Goetheschule) und in Nord-Süd über die Luisen-/Ludwigstraße vorgeschlagen. Maria Sator-Marx (Grüne) lobt zwar die Arbeit der Verwaltung. Für einige Teilstücke seien aber Fragen aufgetreten, die im Ausschuss erörtert werden sollen. Zudem sei die Akzeptanz der Bevölkerung wichtig. So sollte für die Ost-West-Achse auch die Eignung der Gartenstraße untersucht werden. In Nord-Süd-Richtung wünscht sich die Koalition die Prüfung, ob die Luisenstraße zwischen Friedrich- und Bahnhofstraße zur Anliegerstraße werden kann, um die Sicherheit für die Radler zu erhöhen. Ein weiterer Vorschlag ist die Änderung der Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Luisen-/Friedrichstraße.

Jörg Müller (FDP) findet den Antrag unausgegoren. Im Zuge der RTW seien Fahrradstreifen an der Carl-Ulrich-Straße geplant. Deshalb brauche man keine Radstraße in der nahe gelegenen Gartenstraße.

Eine andere Meinung – auch abweichend – zu seiner Fraktion hat FDP-Stadtverordneter Alexander Jungmann, der sich vehement gegen Fahrradstraßen wendet. Das Zweirad habe eine exponentielle Stellung im Straßenverkehr nicht verdient – zumindest nicht mehr als andere Fortbewegungsmittel. Er tritt für das Shared-Space-Konzept ein, mit dem die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht werden könnte. Jungmann: „Wir haben schon genug Farbe für den Radverkehr auf unsere Straßen gepinselt und müssen jetzt nicht auch noch für weiteres Steuergeld symbolhafte Fahrradstraßenschilder dazu stellen.“ Die Strecken seien suboptimal und würden dazu führen, dass der Velofahrer ohnehin den kürzesten Weg nimmt. VON HOLGER KLEMM

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