Bunte Freude bereiten

Erste Steinschlange vor dem Rathaus wartet auf weiteren Zuwachs

Die beiden Initiatorinnen Brigitte Murmann (rechts) und Marion Arens freuen sich mit Bürgermeister Herbert Hunkel über die erste Steinschlange vor dem Rathaus.
+
Die beiden Initiatorinnen Brigitte Murmann (rechts) und Marion Arens freuen sich mit Bürgermeister Herbert Hunkel über die erste Steinschlange vor dem Rathaus.

„Wer weiß, ob es dieses Projekt ohne Corona gegeben hätte. “ Mit diesen Worten zeigt Brigitte Murmann auf die bunte und originelle Steinschlange vor dem Rathaus.

Neu-Isenburg – Angefangen hat alles damit, dass ihre beste Freundin Marion Arens zu Silvester von ihrer Schwiegertochter einen kunstvoll bemalten „Wunsch-Stein“ erhalten hat.

„Solche liegen bei uns in Griesheim überall herum“, berichtet die Künstlerin. „Also habe ich gedacht, was die in Griesheim können, das können wir auch in Neu-Isenburg“, ergänzt Brigitte Murmann – und schon war die Idee geboren.

„Wir haben bei unserem Treffen zuerst einfach los gemalt, dann sind uns immer neue und bessere Ideen gekommen“, beschreibt Marion Arens die „Kunststein-Produktion“. Nachdem zu Hause nahezu alles dekoriert war und auch andere von dem Projekt erfahren und ihre Freude damit haben sollen, haben die beiden bei ihren Spaziergängen bemalte Steine in die Landschaft gelegt. „Uns war klar, dass nicht alle dort liegen bleiben werden, aber das war ja auch unsere Absicht“, so Brigitte Murmann. Immer wieder haben beide nachgesehen, wie die Steine angenommen werden – und sie waren gar erfreut, dass immer wieder welche fehlten. „Wir haben eine regelrechte Produktion aufgebaut, sodass bald Mangel an Rohsteinen herrschte.“ Also wurde der Sohn beauftragt, im Baumarkt einen Zentner zu holen.

Die „ausgewilderten“ Steine wurden von anderen gefunden. Zu ihnen gehört auch Veronika Leukroth, die mit ihrem Elektrorollstuhl viel in Neu-Isenburg unterwegs ist. „Erst habe ich mir nichts dabei gedacht und den Stein nur bewundert. Als sich aber immer mehr fand, habe ich den einen oder anderen mitgenommen“, gibt die CDU-Stadtverordnete zu. Als sie von der Initiative einer Steinstraße erfuhr, hat sie alle „gefundenen“ Exemplare mitgebracht und ebenfalls zu den ersten am Rathaus dazu gelegt. „Hier passen sie am besten – und hier gehören sie ja auch hin. Jetzt weiß ich auch, von wem sie stammen“, freut sich Veronika Leukroth.

Der Iseborjer Watz hat es auf einen der bunten Steine geschafft. Auch sonst finden sich viele originelle Motive, zu denen weitere dazu kommen sollen.

Denn auf der Suche nach einem geeigneten Platz sind Brigitte Murmann und Marion Arens auf den Platz vor dem Rathaus gestoßen. Genauer gesagt auf den Betonsockel vor dem Gedenkstein für die Toten des Zweiten Weltkrieges und den Opfern der Gewaltherrschaft. So einfach hinlegen wollten die beiden ihre kunstvoll gestalteten Steine jedoch nicht; sie fragten bei Bürgermeister Herbert Hunkel an. Das Stadtoberhaupt ist sofort angetan und lobt die Initiative, die zu einem schönen Stadtbild beiträgt.

Am Freitagmittag kommt Hunkel zur „Einweihung“ der Steinschlange, zuvor haben Brigitte Murmann und Marion Arens bereits ihre mitgebrachten Steine ausgelegt. „Ich finde das eine wunderbare Aktion und dies belegt auch wieder einmal, wie sich Isenburger für ihre Stadt einbringen, um sie noch schöner zu machen“, so der Bürgermeister.

Annette Herleth, die in der Tagesmütterzentrale arbeitet, erfuhr von dieser Aktion aus Australien. „Facebook reicht auch bis dorthin und eine Freundin aus Neu-Isenburg, die dort lebt, hat mich darauf hingewiesen“, erklärt Herleth die weltumspannende Nachricht. Die Initiatorinnen wünschen sich nun, dass sich weitere Isenburger beteiligen. „Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann mitmachen und seinen Stein dazulegen“, so Brigitte Murmann. Einen Wunsch hat sie: Es sollten immer mehr Steine werden – und nicht weniger. Entsprechende Informationen gibt es über die Facebook-Gruppe „Iseborjer Schdaa“. VON LEO F. POSTL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare