Bilanz vom Fachbereich Kultur und Sport

Was Kulturfreunde erwartet

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Extrembergsteiger Reinhold Messner skizziert in seinem Multivisionsvortrag am 15. April in der Hugenottenhalle seinen Weg vom Südtiroler Bergbub zum großen Abenteurer. Foto: Veranstalter

Neu-Isenburg - Wie steht es um das kulturelle Leben in Neu-Isenburg? Was bringt das neue Jahr an Neuerungen, welche Themen bereiten Sorgen? All dies ist stets Thema, wenn der Fachbereich Kultur und Sport zum Beginn eines neuen Jahres vor Pressevertretern Bilanz zieht.

Was die Position als „Leuchtturm“ im Kreis Offenbach angeht, fällt der Blick auf die Auslastung der Hugenottenhalle jedoch etwas gedämpfter aus als in den Vorjahren. „Der Leuchtturm leuchtet noch, aber er strahlt nicht so, wie wir’s uns gewünscht hätten“, sagt Kulturdezernent Theo Wershoven. Rund 190 Veranstaltungen gab es 2014 im Isenburger Musentempel.

Das entspreche einer Auslastung von 80 Prozent – zwei Prozentpunkte weniger als 2013. Die Auslastung wird nach einem bundesweit einheitlichen Schlüssel berechnet. Dabei wird berücksichtigt, dass manche Veranstaltungen über mehr als einen Tag gehen – und dass die Halle nicht die vollen 365 Tage im Jahr zur Verfügung steht. Bis zu 40 werden abgezogen – für Feiertage, Wartungsarbeiten oder Reparaturen.

Eröffnung der neuen Batschkapp macht es nicht leicht

Ein Grund für den leichten Verlust sei der Wegfall von Schwergewichtlern bei der Einmietung. „Die Eröffnung der neuen Batschkapp in Frankfurt, die nun die großen Rockkonzerte, die bislang in der Huha stattfanden, in den eigenen Räumen veranstaltet, hat uns wehgetan“, sagt Thomas Leber, Leiter der Hugenottenhalle. Überhaupt sei es „ein hartes Geschäft“, neue Kunden für die Veranstaltungsstätte zu gewinnen und sich gegen die große Konkurrenz in Rhein-Main zu behaupten. Neben diversen Hallen gebe es auch immer mehr Hotels, die mit großen Räumen etwa Kongresse für sich gewinnen können. Angesichts dieser Ausgangssituation könne man mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Dass sich die Mieteinnahmen trotz des Rückgangs um rund elf Prozent auf 213.900 Euro erhöht haben (2013: 193.000), liege auch daran, dass man den Mietpreis „zum ersten Mal seit vielen Jahren“ zum Jahresanfang 2014 um etwa zehn Prozent erhöht habe. Trotz dieser Erhöhung sei man mit der Huha aber immer noch „günstiger als viele andere“, betont Leber.

Kultur und Sport – diese Bereiche lässt sich die Stadt aber auch einiges kosten. Gut 3,5 Millionen Euro gebe die Stadt jährlich dafür aus, wovon allerdings auch der Unterhalt der Hallen und Sportstätten gezahlt werden müsse. 200.000 Euro entfallen davon laut Leber allein auf den Strom für die Huha, „das ist schon ein Batzen“. Um dem Zeppelinheimer Bürgerhaus weiteren Schub als Veranstaltungsstätte zu geben, soll in diesem Jahr zum Beispiel die 2014 gestartete Kooperation mit dem Wiesbaden English Language Theater (WELT) weitergeführt werden. Und was den anderen Isenburger Stadtteil betrifft: Besonders freut Theo Wershoven natürlich, dass spätestens im Herbst die „heiß umkämpfte“ Schul- und Stadtteilbibliothek Gravenbruch eröffnet wird.

Freunde von Kunst und Festen dürfen sich freuen

Auf jeden Fall sollen sich Freunde von Kunst, Musik, Kultur und Festen auch 2015 wieder auf einiges freuen können – auch im Bereich Stadtbelebung. Neben dem Altstadtfest (19. bis 21. Juni), dem Weinfest (7. bis 16. August), den Stadtteilfesten und dem Open-Doors-Festival (17. bis 19. Juli) gibt es beispielsweise im Juli eine „Nacht der Zeppeline“. Open Air werden vor dem Zeppelinheimer Bürgerhaus Filme rund um die Luftschiffe präsentiert, dazu gibt’s zeittypische Cocktails und Salontenor Daniel Malheur stimmt das Publikum mit Chansons aus den 1920er und 30er Jahren ein. Auch die Schottischen Hochlandspiele soll es wieder geben – und zwar gemeinsam mit der Aktion „Runter vom Sofa“ am 28. Juni.

Das Kulturbüro kündigt einen ersten Höhepunkt im Kalender für Mittwoch, 11. Februar, an. Da gastiert der Neu-Isenburger Komponist Volker Staub mit dem „One Earth Orchestra“ in der Huha. Das Konzert bildet den Auftakt zu einer Konzertreise des Ensembles nach Chile und Peru. Im April stellt der renommierte Maler Horst Sakulowski aus Isenburgs Partnerstadt Weida aus. Seine Werke werden als Teil des städtepartnerschaftlichen Jubiläums ab April im Stadtmuseum gezeigt.

Für Unterhaltung von der Huha-Bühne aus ist ebenfalls gesorgt, zum Beispiel mit dem Ukulele Orchestra (7. März), Extrembergsteiger Reinhold Messner (15. April), Kabarettist Erwin Pelzig (17. März) oder Singer-Songwriter Albert Hammond (15. Mai). Im Herbst gibt’s ein Wiedersehen mit Olaf Schubert (21. November) oder Jürgen von der Lippe (26. November).

Kulturbüro-Leiterin Bettina Stuckard hat ganz aktuell die Nachricht erhalten, dass der Völker-Preisträger 2014, Timothy Fallon, bereits im April seine erste Rolle am Mainzer Staatstheater singen werde. Ein Engagement dort war Teil des Gewinns für den erst 34-jährigen Tenor. 

hov

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