Frankfurt und Neu-Isenburg suchen gemeinsam nach schneller Lösung

Die neue Bewegung im Tannenwald

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Neue Bewegung im Tannenwald: Familienvater Timm Junker kommt gerne mit seinen Kindern und dem Longboard her, seit dieser Woche sammelt er im Internet Unterschriften für den Erhalt des Pumptracks, der seit November dort steht. Auch für den Erhalt der Wasseranlage im Zentrum des Spielparks kämpfen derzeit viele Isenburger per Online-Petition. J Fotos: hov

Neu-Isenburg - Es bewegt sich ordentlich was im Tannenwald dieser Tage. Und das ist jetzt – trotz pünktlich zum Frühlingsanfang aufgetauchter Sonne, die an den beliebten Ort lockte – mal nicht im Wortsinn gemeint. Von Barbara Hoven

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Es sind vielmehr gleich mehrere neue Bewegungen, mit denen die Isenburger dieser Tage zeigen, wie sehr ihnen dieser 1961 eingerichtete Waldspielpark und die kostenlosen Freizeitangebote noch immer am Herzen liegen. Die Online-Petition für den Erhalt der sanierungsbedürftigen Wasserspiele, die seit Wochen mit einem Zaun abgesperrt sind (wir haben berichtet), haben mittlerweile mehr als 1000 Leute unterschrieben. Und Timm Junker hat mit einer am Dienstag gestarteten Petition für den Erhalt des Pumptracks bisher bereits die Zuneigung von mehr als 200 Unterstützern erobert.

Beide Anliegen bleiben nicht ungehört, wie auf Anfrage von Bürgermeister Herbert Hunkel zu erfahren ist. Offenbar ist in Sachen Wasserspiele bereits eine Lösung in Sicht. „Zum Tannenwald an sich habe ich bereits mit Rosemarie Heilig gesprochen, der zuständigen Dezernentin der Stadt Frankfurt“, berichtet der Rathauschef. Sie habe ihm versichert, dass der Tannenwald, der ja auf Frankfurter Gemarkung liegt, nicht geschlossen werde. „Das ist schon einmal eine gute und wichtige Botschaft“, hebt Hunkel mit Blick auf die Sorge vieler Isenburger, dass dort vielleicht nie mehr Wasser fließe, hervor. Aber, bevor verfrühte Freude aufkommt: Ganz so schnell wird sich die Sache vermutlich nicht lösen lassen, denn die Sanierung der Wasserspiele ist kostspielig. Laut Heilig sei mit bis zu 500.000 Euro zu rechnen, sagt Hunkel. „Wir haben verabredet, dass wir uns als interkommunales Projekt Gedanken machen, wie wir diese Mittel zusammenkriegen, und wollen alle Fördermöglichkeiten ausnutzen.“

Auch den Pumptrack hat der Rathauschef auf der Agenda. Wie berichtet, handelt es sich bei dem Modell, das seit November im Tannenwald steht, um ein Vorführobjekt des Herstellers, das – so war es von Anfang an bekannt – nur für eine begrenzte Zeit dort aufgebaut worden war. Doch Hunkel macht den Radfahrern, Inlineskatern oder Longboardern, die das neuartige Konstrukt schätzen, Hoffnung. „Bezüglich des Pumptracks haben wir eine Spendenaktion bei diversen Unternehmen gestartet“, berichtet er. Auch der Isenburger Lions-Club wolle das Anliegen unterstützen. Hunkel: „Wir wollen eine Anlage im Tannenwald, benötigen aber hierzu das erforderliche Geld von 20.000 bis 25.000 Euro, und ich glaube, dass wir das hinkriegen.“ Der Pumptrack stehe noch bis Ende April – „und bis dahin wollen wir die Gelder zusammen haben“. Sätze, die Timm Junker gerne hören dürfte. Der Vater von drei Kindern hat die Petition „Mehr Bewegung für Neu-Isenburg, der Pumptrack soll bleiben“ ins Leben gerufen. „Da dieser Pumptrack von Groß und Klein so gut angenommen wird, möchte ich die Stadt davon überzeugen, einen solchen anzuschaffen“, schreibt der 40-Jährige. Die Bahn unterstütze die Schulung des Bewegungs-Gefühls, hole die Kinder weg von PC, Smartphone oder Konsole und motiviere auch die Eltern, es ihren Kindern gleich zu tun. „Es ist an schönen Tagen ein richtiger Magnet geworden“, fasst Junker zusammen. Und diesen lohne es unbedingt zu erhalten. Zumal das Fahren auf der endlosen Welle für Leute jeden Alters Spaß bringe, jeder könne es ausprobieren. „Andere Skateanlagen wirken oft einschüchternd, dieser Track ist einladend“, so Junker.

Frühlingsbilder unserer Leser

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Beeindruckt hat ihn folgende Begebenheit: Ein Freund seines Sohnes, kaum 13 Jahre alt, habe auf eigene Faust angefangen, mit einem Zettel herumzugehen, um für den Erhalt zu kämpfen. Deshalb wirbt Junker nun auf www.openpetition.de um Unterstützer und hat sich auch an die Redaktion gewandt, um auf die Unterschriftensammlung aufmerksam zu machen. Auch die Lokalpolitik widmet sich dem Tannenwald. Die SPD-Fraktion hat für die nächste Sitzung des Stadtparlaments am Mittwoch, 26. März, einen Antrag formuliert. Die Sozialdemokraten appellieren an den Magistrat, zügig Verhandlungen mit der Stadt Frankfurt aufzunehmen, um die Wasserspiele zu erhalten.

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