Fazit nach Ortsbegehung

FDP hält Plädoyer für mehr Stellplätze in Gravenbruch

Wie die Parkplatznot im Stadtteil entschärfen? Die FDP glaubt, Parkdeck und Grünfläche ließen sich am Dreiherrnsteinplatz durchaus miteinander in Einklang bringen.
+
Wie die Parkplatznot im Stadtteil entschärfen? Die FDP glaubt, Parkdeck und Grünfläche ließen sich am Dreiherrnsteinplatz durchaus miteinander in Einklang bringen.

Die FDP glaubt, dass sich Parkdeck und Grünfläche am Dreiherrnsteinplatz in Neu-Isenburg in Einklang bringen lassen. Neue Stellplätze bräuchte der Stadtteil Gravenbruch dringend.

Neu-Isenburg – Die ungeordnete Parksituation und Parkplatznot im Stadtteil sind permanente und emotionsbeladene Themen – immer lauter rufen die Gravenbrucher nach Abhilfe. Jüngst hat die Stadt daher den Entwurf eines Parkraumkonzepts vorgelegt (wir haben berichtet), der nun auch im Ortbeirat Thema war. Die dortige Debatte hat die FDP-Fraktion zum Anlass genommen, gemeinsam mit Vertretern der Gravenbrucher FDP die Verhältnisse vor Ort bei einer Begehung unter die Lupe zu nehmen. Im Nachgang dazu haben sich die Liberalen nun mit deutlichen Worten zum Thema gemeldet.

„Den Ansatz im neuen Parkraumkonzept der Stadt, für LKW und vor allem Sprinter Parkraum vor den Toren des Stadtteils zu reservieren, um diese an der Einfahrt nach Gravenbruch zu hindern, halten wir für illusorisch“, sagt FDP-Fraktionschef Thilo Seipel. Dies diskriminiere zum einen viele Handwerker und Soloselbstständige, die in Gravenbruch leben. Zum anderen müsse das dann auch penibel kontrolliert werden, „und dafür sehen wir die Kapazitäten bei den Ordnungsbeamten nicht“. Fraktionskollege Jörg Müller ergänzt: „Kritisch sehen wir auch jegliche künstliche Parkraumverknappung für Einzelhandelskunden und für einpendelnde Arbeitnehmer.“ Letztere seien doch jene, die zusätzliche Kaufkraft brächten und von denen die Geschäftswelt in Gravenbruch profitiere.

„Eine Differenzierung – wie implizit im Gutachten der Stadt unterstellt – in gute, schlechte und ganz schlechte Parkraumnutzer wollen wir nicht“, sagt Müller.

Auch die Idee, „den Parkraum in den an den Ortskern angrenzenden Straßen zu bepreisen, um die Autos auf private Parkplätze zu verdrängen und Anwohner ohne privaten Parkplatz zur Kasse zu bitten“, wie es die Liberalen formulieren, finden sie nicht gut. Das dabei oft angeschnittene Thema „Garagen und deren Nutzung“ greift Stadtverordneter Alexander Jungmann auf: „Bei den meisten Garagen gehen wir von einer zweckentsprechenden Nutzung mit Einstellen von PKWs, Motorrädern und Fahrrädern aus, aber auch eine Nutzung als ergänzende Lager- und Abstellfläche ist in einigen Fällen nicht auszuschließen, da in den Mehrfamilienhäusern Kellerräume teils knapp bemessen sind.“ Dabei sei es inzwischen auch Fakt, dass nicht mehr alle modernen Autos aufgrund ihrer Größe in die noch aus den 60er Jahren stammenden Garagen passen. Da der private Parkraum die deutlich gestiegene Zahl an Kraftfahrzeugen seit der Gründung des Stadtteils nicht mehr aufnehmen könne, „sollte auch ohne ideologische Brille an eine Parkraumerweiterung gedacht werden“, findet Jungmann. Und Jörg Müller geht noch weiter: „Nicht zielführend sind hier rein verkehrslenkende und Parkraum-verknappende Maßnahmen mit dem gewollten Zwangsumstieg auf den ÖPNV und das Fahrrad, den unsere politischen Wettbewerber in Verkennung mancher Realitäten und Transportnotwendigkeiten gerne propagieren.“

Die Schlussfolgerung der Liberalen: Eine wirkliche Lösung des Parkraumbedarfs in Gravenbruch werde es aus ihrer Sicht nur durch die Schaffung „weiterer zeitgemäßer Stellplätze“ geben. „Wir wollen, dass die Errichtung einer zusätzlichen Parkfläche auf oder noch besser unter dem Dreiherrnsteinplatz ernsthaft ins Kalkül gezogen und mit Blick auf die Realisierungskosten einmal durchgerechnet wird“, so die Fraktion. Ein maximal zweigeschossiges oberirdisches Parkdeck könne sich durch Stellplatzvermietung vielleicht sogar rechnen.

„Auch optisch könnte ein stark begrüntes und mit ansprechenden Farbelementen gestaltetes Parkdeck in luftiger stählerner Bauweise, kein hässlicher Betonklotz, sogar ein Gewinn für den ansonsten eher trist wirkenden Dreiherrnsteinplatz sein, aber nur, wenn ausreichend Fläche auf dem Platz frei bleibt“, so Janine Altenbrandt, FDP-Kandidatin für den Ortsbeirat – „denn wir wollen weiter unser Stadtteilfest, Open-Air-Kino und Flohmarkt behalten, alles Dinge, die hoffentlich nach der Pandemie wieder auf den Platz zurückkehren werden.“

Kurzum: Die FDP glaubt, „Parkdeck und Grünfläche ließen sich durchaus miteinander in Einklang bringen, wenn man nur wolle“.  (hov)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare