„Investitionen in die Zukunft“

Neu-Isenburg hat 2021 viel geplant – die Vorhaben im Überblick

Im Torbereich wurde schon geflickt: Der in die Jahre gekommene Kunstrasenplatz in Zeppelinheim steht auf dem städtischen Sanierungs-Zettel.
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Im Torbereich wurde schon geflickt: Der in die Jahre gekommene Kunstrasenplatz in Zeppelinheim steht auf dem städtischen Sanierungs-Zettel.

Neu-Isenburg – Es wird sehr bald 40 000 Neu-Isenburger geben. Derzeit sind es 39 625. Im Rathaus wertet man das Knacken der nächsten Zehntausender-Grenze nicht ohne Stolz als ein Zeichen, dass Isenburg auch als Wohnstadt sehr gefragt ist. Aber die Zahlen bedeuten eben auch Herausforderungen an den Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur. Unter der Überschrift „Neu-Isenburg investiert in die Zukunft“ gibt der Bürgermeister einen Ausblick auf die für die Stadt anstehenden Aufgaben und Vorhaben für 2021. Und das sind einige. Allein in diesem Jahr seien Investitionen in Höhe von gut 9,4 Millionen Euro vorgesehen. „Damit werden wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft gesetzt und die Infrastruktur ausgebaut“, sagt Herbert Hunkel.

Über allem stehe aber natürlich derzeit die Bekämpfung der Corona-Pandemie, die auch 2021 die große Herausforderung bleibe. „Die Pandemie ist nicht vorbei. Wir dürfen in unseren Bemühungen nicht nachlassen, auch wenn die ersten Impfungen begonnen haben“, betont Hunkel. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen wolle man „die positive Entwicklung der Stadt weiter fördern“.

Kinder und Jugend

Rund 1,3 Millionen Euro sollen in diesen Bereich fließen; plus 120 000 Euro für die Ausstattung von Spielplätzen. Der Ausbau von Betreuungsplätzen in Kitas und der Kindertagespflege hat laut Hunkel „hohe Priorität“. Bis Ende 2021 soll der Neubau der Kita in Gravenbruch samt Verwaltungsstelle, Polizeistation und vier Dienstwohnungen für Erzieher bezugsfähig sein. Die Kita wird weiterhin von der Evangelischen Kirche betrieben und soll um eine Gruppe auf drei vergrößert werden.

Mit Anbauten beziehungsweise Pavillons für rund 710 000 Euro wird mehr Platz in den Kitas Gartenstraße und Friedrich-List-Straße geschaffen – um je eine Gruppe und damit 50 neue Plätze.

Um kurzfristig weitere Kapazitäten für Unter-Dreijährige zu schaffen, wurde das Modell „Familiennahe Betreuung in anderen Räumlichkeiten“ ausgebaut. Heißt: Bis zu 50 Plätze für die Jüngsten stehen in zehn Wohnungen im Birkengengewann bereit. Die Schlüsselübergabe an die ersten zwei Tagesmütter war im Dezember, die nächsten drei erhalten ihre Schlüssel am heutigen 11. Januar.

Kultur und Sport

573 815 Euro stehen hier im Budget bereit, darunter für die Sanierung des Kunstrasenplatzes in Zeppelinheim. Aus dem Förderprogramm Stadtumbau stehen 500 000 Euro für vertiefende Planungen und die bautechnische Untersuchung für das geplante Kultur- und Bildungszentrum Hugenottenhalle zur Verfügung sowie 100 000 Euro über das Entwicklungskonzept Hugenottenhalle aus 2019. Das künftige Leitbild sieht eine breite Nutzungsmischung von Angeboten aus dem Veranstaltungsbereich und der kulturellen Bildung, dem Kulturbüro, der Bibliothek und der VHS vor. Konzeptionell sollen auch der Rosenauplatz sowie das Isenburg-Zentrum eingebunden werden. Nach Grundsatzbeschluss des Stadtparlaments könne die Planung nun gezielt vorangetrieben werden.

Stadtumbau

Rund 1,5 Millionen Euro fließen 2021 in das Projekt, davon voraussichtlich die Hälfte an Fördermitteln. Im Herbst sollen laut Stadt beispielsweise das Strategiekonzept „Stärkung des Zentralen Versorgungsbereichs Einzelhandel und Gastronomie“ und die Gestaltungsfibel fertig werden. Auch das Fassadenanreizprogramm für die Frankfurter- und die Bahnhofstraße soll bis zum zweiten Quartal 2021 vorliegen. Weitere Untersuchungen für den Alten Ort, zum Beispiel zum barrierefreien Pflaster am Marktplatz, stehen ebenfalls an. Bis Frühjahr 2021 sollen die Verkehrsuntersuchung im Alten Ort sowie die städtebauliche Bestandsaufnahme beendet sein, bis zum Sommer dann die Planungen zur Gestaltung des Marktplatzes. Was der Magistrat noch erwähnt: „Der Grüne Baum soll Anfang Mai – sofern die Corona-Pandemie es erlaubt – seine Türen öffnen.“

Am Feuerwehrstützpunkt, dort, wo im Bild der Rettungsdienst parkt, soll eine Übungsstelle für Schaum entstehen – samt wasserundurchlässiger Wanne.

Weitere Projekte

Eine Großbaustelle steht schon bald im Herzen des Alten Orts an: Als Kooperations-Projekt von Stadt, Gewobau und der Stiftung Lebensräume für Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf errichtet die Gewobau zwischen Löwengasse und Luftgäßchen 7 ein Wohnhaus. Und zwar, wie berichtet, auf dem Areal, wo derzeit noch das Gebäude des ehemaligen Hotel Kochendörfer steht, das die Stiftung Lebensräume seit vielen Jahren nutzt. Noch im Januar soll die Übergabe des Grundstücks und Gebäudes an die Gewobau erfolgen „und die Abrissarbeiten können beginnen“, so der Magistrat. Ab April sollen die Rohbauarbeiten folgen. Die Fertigstellung und der Bezug sind für Sommer 2022 geplant.

Für 170 000 Euro wird am Feuerwehrstützpunkt eine Übungsstelle für Schaum eingerichtet. Damit das Schaummittel nicht ins Erdreich oder den Regenwasserkanal gelangen kann, muss es in einer undurchlässigen Wanne aufgefangen werden, bis es sich abgesetzt hat.

Stadtquartier Süd

Während im Birkengewann das große Einziehen weitergeht (bis zum 5. Januar hatten 782 Menschen das Neubaugebiet bezogen), will die Stadt auch beim nächsten großen Neubaugebiet, das dereinst „einen urbanen Mix zum Wohnen und Arbeiten, mit einem rund 4500 Quadratmeter großen Grünzug als öffentlichen Park und einem Quartierplatz“ bieten soll, 2021 entscheidend vorankommen. Die Abrissarbeiten auf den Gewobau-Grundstücken laufen seit Monaten und sollen im Frühjahr beendet werden. Danach wird mit den ersten Hochbauprojektplanungen begonnen und im Sommer mit der Erschließung. Auch die Planstraßen werden „voraussichtlich in diesem Jahr“ angelegt. Die Stadtwerke werden für rund 1,4 Millionen Euro (anteiliges Investitionsvolumen 2021) Versorgungsleitungen für Strom, Wasser und Fernwärme verlegen.

Verkehrsplanung

Die vertiefenden Planungen zur Umgestaltung der L 3117 und der Regionaltangente West (RTW) sollen beginnen – mit dem Ziel, bis Ende 2021 einen Planfeststellungsbeschluss zu realisieren. Darüber hinaus wird ein Förderantrag für die Mobilitätsstation am Bahnhof erarbeitet. Mit Spannung erwartet man im Rathaus das Ergebnis der Potenzialstudie zur Weiterführung der Straßenbahnlinie 17 von Frankfurt über Neu-Isenburg nach Dreieich.

Bis 2026/27 soll die RTW fahren. Bei gutem Verlauf rechnet Horst Amman, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, „mit dem Planfeststellungsbeschluss für Süd 1 noch in 2021“, der von Kelsterbach bis Dreieich über den Bahnhof Neu-Isenburg führt. „Für das Isenburger Teilstück wird die gemeinsame Planung der Ortsdurchfahrt mit der RTW die Hauptaufgabe des neuen Jahres sein. Ebenso der Förderantrag für die Mobilitätsstation“, sagt Amann. (hov)

Was in Sachen Straßenbau geplant ist 

Ab Herbst sollen, wie berichtet, die Hugenottenallee (zwischen der Dornhof- und der Frankfurter Straße), die Knotenpunkte Frankfurter Straße/Hugenottenallee und Du-Pont-Straße/Frankfurter Straße saniert bzw. umgebaut werden. Dafür stehen 460 000 Euro bereit. Für Straßenbaumaßnahmen stehen 40 000 Euro für Zeppelinheim und 50 000 Euro für Gravenbruch im Etat. Mit der Vorplanung zur Umgestaltung der Alicestraße 2022 soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Weiter läuft der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen: 2021 ist der Umbau von Stopps im nordwestlichen Stadtgebiet vorgesehen – darunter der Haltepunkt am Rathaus.

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