Konzert in Hugenottenhalle

Albert Hammond begeistert in Neu-Isenburg: Garant für ausgelassene Stimmung

Musik hält jung: Wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag macht Albert Hammond in der Hugenottenhalle Station und sorgt für zwei Stunden beste Stimmung. Foto: Sauda

Neu-Isenburg – Der Mann ist ein – im allerbesten Sinn – Besessener mit einer Mission: die Menschen mit guter Musik zu beglücken. Und so ist Albert Hammond Jahr für Jahr auf Konzerttour und steht wenige Tage vor seinem 75.

Neu-Isenburg - Geburtstag wieder einmal auf der Bühne der Hugenottenhalle. Dass seine Musik gut ist, steht außer Frage – Millionen verkaufter Singles und Alben mit Liedern, die er für sich selbst oder andere Weltstars geschrieben hat, sprechen eine eindeutige Sprache. Und so weht an diesem kalten Maiabend immer mal wieder ein Hauch Johnny Cash, Joe Cocker, Tina Turner oder Whitney Houston durch die Huha, wenn Hammond Stücke intoniert, mit denen diese Künstler erfolgreich waren.

Hammond hat sichtlich Freude auf der Bühne

Die Besucher sind in weiten Teilen in einer ähnlichen Altersklasse wie Hammond selbst – und sicht- und hörbar verzückt, die Lieder, die sie im Laufe ihres Lebens begleitet haben, live zu hören. Und das in einer Zeit, in der viele Interpreten nur noch von Tribute-Bands in Erinnerung gehalten werden, von dem Mann, der all diese Songs komponiert hat. Vom ersten Titel („Everything I want to do“) an klatscht und singt das Publikum mit. Doch der Spaß ist auf beiden Seiten – auch Albert Hammond hat sichtlich Freude auf der Bühne.

Überwiegend reiht sich Hit an Hit: eine Zeitreise durch die Rock- und Popgeschichte. Doch der Singer-Songwriter (der er schon war, als es diesen Begriff noch gar nicht gab) nimmt sich mit seiner vierköpfigen Band auch Zeit, sein seinerzeit relativ erfolgloses Album „Your World and my World“ von 1981 ausgiebig zu präsentieren, einfach, weil er völlig zurecht von der musikalischen Qualität überzeugt ist.

Gute Mischung aus Pop, Balladen und Rock

Wandlungsfähig war Albert Hammond schon immer und so gibt es Pop, Balladen, Rock – eine bunte Mischung von Ohrwürmern eben. Die funktionieren auch mit seiner in Würde gealterten, inzwischen rauchigen und leicht brüchigen Stimme noch immer. Selbst in die Kopfstimme kommt er bei „Gimme dat ding“ noch, auch wenn er bekennt: „Wenn ich gewusst hätte, dass ich das in dem Alter noch singe, hätte ich es in einer tieferen Tonlage geschrieben.“

Geschätzte 360 Millionen Tonträger mit Kompositionen von Albert Hammond wurden weltweit verkauft. Anderen wäre der Ruhm zu Kopf gestiegen – der Engländer, der seit vielen Jahrzehnten in USA lebt, geht stattdessen Hände schüttelnd durchs Publikum und holt zu „It never rains in Southern California“ einen ganz ganz jungen Konzertbesucher von den Schultern seines Papas auf die Bühne, wo der Knirps neben ihm steht und (absolut im Takt) mitklatscht.

Dass die Hugenottenhalle zwar sehr gut besucht, aber nicht ausverkauft ist, mag an Hammonds jährlichen Besuchen in der Region liegen. Aber egal, nach zwei Stunden tritt das Publikum beseelt den Heimweg an. Deshalb: Wenn Albert Hammond wieder mal in der Stadt ist – hingehen! Eine bessere Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit in beste Laune zu kommen, gibt es kaum ...

VON MARKUS SCHAIBLE

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