Auf neuen Wegen

Friedrich-Fröbel-Schule ist nun eine reine Sprachheilschule

Die Friedrich-Fröbel-Schule kann sich über einige Auszeichnungen und Gütesiegel freuen. Auf einige zeigen (von links) Konrektorin Angela Rühl-Schäfer, Ingrid Bickmann (Vorsitzende des Fördervereins) und Rektorin Jutta Kruske.
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Die Friedrich-Fröbel-Schule kann sich über einige Auszeichnungen und Gütesiegel freuen. Auf einige zeigen (von links) Konrektorin Angela Rühl-Schäfer, Ingrid Bickmann (Vorsitzende des Fördervereins) und Rektorin Jutta Kruske.

An der Friedrich-Fröbel-Schule hat sich zum Beginn des Schuljahres einiges geändert. Die Schule ist jetzt eine reine Sprachheilschule.

Neu-Isenburg – „Ich arbeite gerne hier. Wir haben tolle Schüler und ein tolles Team“, freut sich Jutta Kruske, Leiterin der Friedrich-Fröbel-Schule. Mit Beginn des Schuljahres hat es dort einige Veränderungen gegeben. Seitdem ist die Einrichtung eine reine Sprachheilschule für Kinder von der Vorklasse bis zur sechsten Klasse – und das als Ganztagsschule.

Die Fröbel-Schule kann auf eine lange Geschichte mit wechselnden Aufgaben zurückblicken, 1913 wurde sie als Schule für geistig Behinderte gegründet. Über viele Jahrzehnte war sie Schule für Lernförderung, Anfang der 90er Jahre kam die Sprachheilförderung hinzu. Nach der Neuordnung durch den Kreis steht diese nun allein im Mittelpunkt. Derzeit besuchen 144 Mädchen und Jungen die 14 Klassen an der Offenbacher Straße. Ziel ist es, Kinder mit einer Sprachauffälligkeit so zu fördern, dass diese wieder in die Grund- oder Haupt- und Realschule gehen können. „Die große Zahl, die später erfolgreich die Haupt- und Realschule abschließt, spricht für die Qualität unseres Lehrerteams“ betont Kruske. Stolz verweist sie auf einen Schüler, der an der Heinrich-Heine-Schule Bester seines Jahrgangs wurde und nun auf das berufliche Gymnasium der Max-Eyth-Schule in Dreieich geht.

Sprachauffälligkeiten äußern sich auf ganz unterschiedliche Weise. Manche Kinder haben erst spät angefangen mit dem Sprechen, manche können viele Laute nicht artikulieren oder verwechseln sie, manche kennen viele Wörter nicht oder werden nur schwer verstanden. Auf Wunsch der Eltern können sie auf die Fröbel-Schule gehen – mit einem Unterricht in kleinen Klassen mit maximal zwölf Mädchen und Jungen. Dieser ist so gestaltet, dass sowohl im Grundschulbereich (besonders beim Lesen und Schreiben) als auch im Haupt-/Realschulbereich (vor allem im Hauptfach Englisch) die Lernplanziele erreicht werden. Die Lehrkräfte fördern ihre Schützlinge nicht nur im Unterricht, sondern auch einzeln oder in Kleingruppen. Hinzu kommen vier Logopäden, die an der Schule im Einsatz sind. Geschult wird durchgängig die Sprache, die Wahrnehmung, das Hören und alle Bereiche, die mit den Beeinträchtigungen verknüpft sind. Zum Einsatz kommen unter anderem mit Logopäden entwickelte Lautbilder sowie spezielle Computerprogramme.

An der Ganztagsschule gibt es werktags von 8.30 bis 15.30 Uhr (freitags bis 13.40 Uhr) neben Unterricht, Förderung und Zeiten für die Hausaufgaben auch ein AG- und Freizeitprogramm. Unterstützung kommt da von der Stadt und dem Förderverein. Möglich ist eine kostenpflichtige Betreuung bis 17 Uhr. Die Schüler stammen aus dem Westkreis, der Kreismitte sowie in der fünften und sechsten Klasse auch aus dem Ostkreis. Kostenlose Schulbusse gibt es für Schützlinge, die weiter als zwei Kilometer entfernt wohnen.

Kruske kann noch weitere Pluspunkte hervorheben und verweist auf den Leitgedanken der Willkommensschule, wo alle so angenommen werden, wie sie sind. Hinzu kommen Gütesiegel wie „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ und Internet-Abc-Schule. Ziel ist es da, die Kinder auf die Digitalisierung vorzubereiten. Zudem konnten Schüler schon mehrfach Preise beim Video-Wettbewerb „Krass gegen Hass“ des Netzwerks Medienkompetenz in Stadt und Kreis gewinnen.

Interessierte Eltern werden auch individuell informiert. Wichtig ist, dass Anmeldungen für das Schuljahr 2020/21 bis spätestens 15. Dezember erfolgen.
VON HOLGER KLEMM

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