Bewerbung wird verschoben 

"Idee grundsätzlich gut, aber..." - Dämpfer für Hessentag in Neu-Isenburg

+
Der letzte Hessentag war in Bad Hersfeld. Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel würde ihn gerne 2024 in seine Stadt holen. 

Die Planung war schon ziemlich konkret: Das Team im Rathaus hat das Bild von der kunterbunten Hessentagsmeile in Neu-Isenburg, großen Konzerten in der Commerzbank-Arena und wichtigen Fördergeldern in Höhe von insgesamt 8,5 Millionen Euro vom Land Hessen für anstehende Investitionen schon vorgezeichnet. 

Neu-Isenburg - Bürgermeister Herbert Hunkel träumt pünktlich zum 325-jährigen Bestehen der Hugenottenstadt 2024 vom Hessentag. In der Magistratsvorlage gibt es sehr konkrete Anregungen, die Zuschüsse zu nutzen, um nachhaltig in den Bildungsstandort zu investieren und auch möglicherweise ein Projekt aus dem auf zehn Jahre angelegte Stadtumbau aus diesen Fördergeldern zu finanzieren.

Hessentag in Neu-Isenburg auf der Kippe 

All diese schönen Pläne scheinen jetzt vorerst vom Tisch zu sein. Der Ausschuss für Kultur, Sport und Weiterbildung stimmt am Dienstagabend einstimmig mit einer Enthaltung für einen Änderungsantrag der Koalition aus CDU, Grünen und FWG, die sich gegen eine Bewerbung für das Jahr 2024 ausspricht. 

Die Änderung sieht den Erhalt der Ursprungsdrucksache vor, die Beratung über eine Bewerbung zum Hessentag soll aber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Joachim Großpersky begründet diese Entscheidung der Koalition: „Wir haben uns sehr ausführlich mit der Vorlage des Magistrats auseinandergesetzt. Wir halten die Idee des Hessentags in unserer Stadt grundsätzlich für gut“, sagt der CDU-Politiker. 

Er spricht von einem Imagegewinn bei der Austragung des Landesfests, den schönen, gemeinsamen Veranstaltungen und von den nicht „unerheblichen finanziellen Zuschüssen“ in die Infrastruktur Isenburgs vom Land. „Allerdings stecken wir derzeit in einer Situation, in der sich die ganze Stadt bewegt. Es stehen große Investitionen an. 

"Spätere Bewerbung" für Hessentag "gut vorstellen"

Der Stadtumbau und die Regionaltangente West (RTW) stehen in den Startlöchern – das bündelt viele personelle Ressourcen und Konzentration. Wir haben ja erst kürzlich von Horst Amann von der RTW-Planungsgesellschaft gehört, dass die RTW bis 2026 fahren soll. 

Da wäre eine solche Großveranstaltung 2024 einfach zu viel Belastung für die Stadt, die Mitarbeiter und die Bürger. Aber wir können uns eine spätere Bewerbung für den Hessentag sehr gut vorstellen“, so Großpersky.

Bürgermeister Hunkel kann mit diesem Kompromiss leben. Er habe in der Vorbereitung des Konzepts bereits mit vielen Beteiligten wie Vereinsvertreter, Einzelhandel, Gastronomie und Unternehmen gesprochen und positive Resonanz geerntet. Die Arbeitsgruppe Hessentag im Rathaus habe daraufhin ein Konzept für die Veranstaltung entwickelt. 

Aber er erkennt auch die Hindernisse in den kommenden Jahren, die auf Neu-Isenburg zukommen: „Wir sollen kein Landesfest ausrichten, wenn wir gerade mitten in der Bauphase für die RTW sind, so schön und passend das Fest zum Stadtjubiläum gewesen wäre“, so Hunkel. Unterstützung bekommt er von Kulturdezernent Theo Wershoven. Er kann grundsätzlich kritische Stimmen an der Ausrichtung des Fests, wie von den Linken im Ausschuss geäußert, nicht verstehen. 

Neu-Isenburg: Neuanlauf für Hessentag in 2026? 

Es sei eine Idee im Sinne der Bürger, die Gemeinschaft schaffe und Chancen biete. „Derzeit haben wir keine Kapazität, deswegen ist der Änderungsantrag sinnvoll. Wir sollten die Idee des Hessentags in Isenburg aber nicht grundsätzlich in Frage stellen.“ Günther Marx (Grüne) bekräftigt diese Anregung Wershovens: „2026, wenn die RTW fährt, können wir wieder in die Verhandlungen einsteigen. Das Konzept des Magistrats ist so ausführlich, es wird uns dann auch noch eine gute Grundlage sein.“

Bernd Joe Schmidt (SPD) bringt erneut die Idee eines Bürgerentscheids in die Diskussion ein. Es gehe schließlich um viel Geld, und die Stadt habe ohnehin schon viele tolle Feste, da sei es nur gut, die Menschen nach ihrer Meinung zu fragen. 

Dieser Vorschlag findet kein positives Echo – aber das ist zunächst ja auch hinfällig. Der Hessentag 2024 fällt – wenn das Stadtparlament am 4. September der Empfehlung des Ausschusses folgt – aus.  Von Nicole Jost 

Die Linken haben einen Bürgerentscheid für den Hessentag in Neu-Isenburg gefordert. In Neu-Isenburg kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Frauen. Was dabei wirklich passiert ist, ist unklar.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare