Neue Lust am Radeln wecken

Karte vereint Tipps für innerstädtische Routen und regionale Freizeittouren 

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Vier Pedalritter stellen gestern die neue, kostenlose Radroutenkarte vor: Franz Drews vom ADFC-Ortsverband (von rechts), Josef Weidner, Stadtrat Dirk Wölfing, Dezernent für Klima und Energiewende, und Verkehrsplanerin Karin Rohde haben sie gemeinsam entwickelt. Foto:

21 Tage gemeinsam radeln für Klimaschutz und Lebensqualität: Unter diesem Motto läuft seit Sonntag das Stadtradeln.

Neu-Isenburg – Rechtzeitig zum Auftakt der diesjährigen Isenburger Aktion hat die Stadt gestern eine neue Radroutenkarte vorgestellt, die ab sofort kostenlos zu haben ist. Auf deren einer Seite sind innerstädtische Routen für Pedaleure erläutert, auf der anderen Seite Ideen für regionale Freizeitrouten zu finden. Ein aktuelles Gesamtpaket also, das Lust machen will auf den Umstieg aufs Rad.

„Mit der Karte wollen wir dazu anregen, über die eingefahrenen Mobilitätsgewohnheiten nachzudenken: Wann nutzen wir das Auto, wann das Fahrrad oder ein öffentliches Verkehrsmittel?“, erklärt Dirk Wölfing, Dezernent für Klimaschutz und Energiewende. Bei zunehmender Mobilität und steigenden Bevölkerungszahlen in Isenburg sei eine starke Zunahme des Verkehrs zu erwarten. „Der Platzbedarf von Autos ist erheblich. Wir erleben das schon heute, wenn wir in der Innenstadt einen Parkplatz suchen“, so Wölfing. Das Fahrrad, meint er, sei „für die kurzen Strecken innerhalb des Stadtgebiets und zu den ÖPNV-Haltestellen nach Frankfurt oder Darmstadt eine sinnvolle Alternative zum Auto“. Die steigende Anzahl der am Bahnhof oder der Straßenbahn abgestellten Räder zeige, „dass diese Möglichkeit schon heute von vielen Isenburger Bürgern genutzt wird“.

Stadtrat Wölfing war einer der Initiatoren der neuen Rad-Karte, an der ein Team von vier Leuten rund ein Jahr lang getüftelt hat. Einen wesentlichen Anteil am Vorwärtskommen dieses Projekts hatte natürlich auch der ADFC vor Ort – im Quartett vertreten durch Franz Drews, der aus dem großen Touren-Erfahrungsschatz des Radler-Clubs Ideen für Ausflügler beigesteuert hat.

Damit noch mehr Isenburger das Velo aber auch auf den Wegen durch die Stadt, zum Einkaufen oder zur Arbeit nutzen, wurde nun zum ersten Mal eine Radroutenkarte aufgelegt. „Denn Neu-Isenburg ist gut geeignet für das Fahren mit dem Fahrrad“, findet Wölfing. Die flache Topografie erleichtere das Radeln in der Kernstadt, auch die Entfernungen seien überschaubar.

In der Karte werden vorrangig durchgängige und sichere Radverkehrsverbindungen innerhalb der Stadt sowie die Verbindungen zu den Stadtteilen und umliegenden Gemeinden dargestellt.

Die Wege sind wie folgt klassifiziert: Grüne Routen haben weniger Autoverkehr, rote Routen sind stärker befahren, blaue Wege führen durch den Wald oder Grünflächen und gestrichelte Routen haben eigenständige Markierungen oder Anlagen für den Radverkehr. „Denn es gibt immer Leute, die gerne möglichst schnell von A nach B kommen wollen, und andere, die besonderen Wert auf ein hohes Sicherheitsgefühl mit möglichst eigenen Wegen fürs Rad legen“, weiß Verkehrsplanerin Karin Rohde, die seitens der Stadt am Projekt mitgearbeitet hat.

Auf der Rückseite der Karten werden neun Freizeitrouten im Umland mit einer Länge von zehn bis 25 Kilometern für den Feierabend oder das Wochenende vorgestellt. Links ist die jeweilige Strecken beschrieben, unten sind die Sehenswürdigkeiten auf den Routen in Text und Bild nochmals erläutert.

Rund um Neu-Isenburg gebe es nämlich viel mehr zu entdecken, als man glaubt, sagt Franz Drews. Als Beispiel nennt er die 13 Kilometer lange „Drei-Weiher-Tour“, im Plan als F3 zu finden, die unter anderem am Stadtwaldhaus zwischen Isenburg und Frankfurt vorbeiführt. Dort gebe es auch einen Waldlehrpfad „und man kann den ,König der Eichhörnchen’ bestaunen, ein Kunstwerk hoch in den Bäumen, das kaum jemand kennt“, erzählt Drews.

Die Karte liegt ab sofort kostenlos in den Bürgerämtern, im Rathaus und den Bibliotheken aus und ist auf der Homepage der Stadt abrufbar. Über die Papiervariante hinaus sollen die Daten bald digital so zu haben sein, dass Interessierte die Routen aufs Navi oder Smartphone laden können. (hov)

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