Vieles in Gang gesetzt

Kultur- und Sportdezernent Theo Wershoven wird heute 85

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Engagement hält ihn fit: Theo Wershoven feiert heute 85. Geburtstag.

Er ist ein politischer Tausendsassa – auch mit seinen heute auf den Tag genau 85 Jahren lässt Theodor Wershoven keine Magistratssitzung, Fraktionsdebatte, Ausstellungseröffnung oder wichtige Sportveranstaltung aus.

Neu-Isenburg – Während Altersgenossen oftmals nur noch das heimische Sofa warmhalten, ist Sport- und Kulturdezernent Wershoven noch sehr aktiv. Seinen heutigen Geburtstag feiert er aber in beschaulicher Runde im Rheinland im Familienkreis: „Es gibt also keine große Party in Isenburg“, verrät der Jubilar schmunzelnd.

Woher nimmt er auch nach so vielen Jahrzehnten die Kraft für seinen politischen und kulturellen Auftrag? „Ich weiß es auch nicht, ich glaube, ich habe einfach Glück und gute Gene. Viele Männer in meiner Familie sind sehr alt geworden. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass mich diese Arbeit für die Stadt Neu-Isenburg und der damit verbundene Umgang mit vielen jungen Menschen aus den Bereichen Sport und Kultur geistig frisch halten“, hat er für sich erkannt. Auch seinem 13 Jahre alten Enkel Luan komme dabei eine wichtige Rolle zu: „Er ist unser Sonnenschein. Er kommt zweimal in der Woche zu uns zum Essen. Er ist immer gut gelaunt und fröhlich – das steckt an“, freuen er und seine Frau Gertrud, mit der Wershoven dieses Jahr 60 Jahre verheiratet ist, sich über diesen regelmäßigen Kontakt. Das Paar hat zwei Töchter, von denen die ältere vor zwei Jahren plötzlich verstorben ist – ein Schicksalsschlag für die Familie.

Seit 1977 ist Theodor – oder Theo, wie ihn alle nennen – Wershoven nicht mehr aus der Isenburger Politik wegzudenken. Der Vollblutdemokrat ist kein gebürtiger Isenburger: In Bonn geboren, wächst er in einem kleinen Dorf im Rheinland auf. Nach dem Abitur studiert Wershoven in Bonn, Köln und Freiburg Jura. Nach dem Staatsexamen ist es sein erster Arbeitsplatz, der ihn in die Hugenottenstadt bringt. Er wird 1966 erst Referent, zwei Jahre später Hauptgeschäftsführer des Deutschen Fleischerverbandes mit Sitz in Frankfurt – und bleibt sein ganzes Berufsleben an dessen Spitze. „Das war damals eine großartige Chance, die ich ergriffen habe. Gerade die Lobbyarbeit im Bundestag in Bonn hat mir Freude bereitet. Und wir hatten als erster Handwerks-Verband ein Büro in Brüssel“, erinnert sich Wershoven. Als Generalsekretär übernahm er auch die internationale Vertretung der Fleischer in Europa.

Als Stadtverordneter der CDU und Mitglied des Sozialausschusses hat er früh Freude daran, die entscheidenden Prozesse in seiner Stadt mit zu gestalten. Das fällt auch dem damaligen Bürgermeister und heutigen Landrat Oliver Quilling auf. Er bittet Wershoven 1997, die neu geschaffene ehrenamtliche Stelle des Sport- und Kulturdezernenten zu übernehmen. Das ist er bis heute geblieben. Dabei bezeichnet er sich nicht als sonderlich sportlich: „Ich halte es wie Churchill: no sports“, sagt er lachend.

Auch in die Kulturarbeit wächst er hinein. Viele prägende Entscheidungen hat Wershoven vorangebracht – teils, so der Dezernent, mit viel Überzeugungsarbeit in seiner eigenen Fraktion. Dazu zählen die Einrichtung der Stadtteilbibliothek in Gravenbruch, der Bau der zukunftsfähigen Tartanbahn im Sportpark im vergangenen Jahr, die Renovierung der beiden Isenburger Museen oder der Ausbau des Bürgeramts auf der Frankfurter Straße. Nach 22 Jahren als ehrenamtlicher Dezernent und mehr als 40 Jahren in der Kommunalpolitik sagt das Geburtstagskind: „Neu-Isenburg ist mir ans Herz gewachsen. Es ist vielleicht nicht die attraktivste Stadt, aber sie bietet ihren Bürgern sehr viel und die Menschen haben ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl“, betont Wershoven die Vorzüge. Mit dem geplanten Stadtumbau, dem neuen Entwurf für die Hugenottenhalle und die Stadtbibliothek, wird Neu-Isenburg zu einer „liebenswerten Stadt hoch drei“, ist der Sport- und Kulturdezernent überzeugt.

Er selbst denkt nach all diesen Jahren durchaus ans Aufhören: „Eine weitere Legislaturperiode mit Theo Wershoven wird es nicht geben“, stellt der Jubilar klar. 2021 soll Schluss sein. „Wir müssen uns den modernen Fragen stellen. Themen wie die Digitalisierung fordern die Ideen junger Köpfe“, freut er sich darauf, diese Entwicklungen aus der zweiten Reihe zu beobachten.

VON NICOLE JOST

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