Mit Volldampf losgelegt

27. Open-Doors-Festival punktet mit Vielfalt

Das Open-Doors-Festival lockt wieder die Massen an. So ist die Frankfurter Straße auch am Samstagabend gut gefüllt. Die Besucher bummeln von Bühne zu Bühne. Fotos: Postl

Es ist früher Abend am Freitag und schon ist auf der einen oder anderen Bühne Live-Musik zu hören, auch wenn das 27. Open- Doors-Musikfestival eigentlich erst um 18 Uhr beginnt. „Das ist nur eine grobe Vorgabe, die Bands sollen loslegen, wenn sie fertig sind.

Neu-Isenburg – Von so formalen Dingen wie einer offiziellen Begrüßung oder Eröffnung halten wir nichts“, erklärt Michael Kercher. Der Macher von Open Doors hat in Christopher George einen engagierten Mitstreiter und kann sich deshalb – sobald das Ding läuft – auf seinen Part am Percussion in seiner Band The Gypsys Orchestra konzentrieren. Diese setzt am Freitagabend den Schlussakkord auf der Bühne in der Hugenottenhalle.

Doch erst einmal geht es auf drei Bühnen schon los: The Jukes, eine junge Band aus Rödermark, spielt vor der Hugenottenhalle. Unüberhörbar ist der Auftritt von Birds View auf der etwas zurückversetzten Bühne in der Friedrichstraße und am Ende der Frankfurter Straße, die zur Flamme-Möbel-Festivalmeile mutiert ist, macht Dadefür auf sich aufmerksam. Die Besucher halten sich anfangs etwas zurück, was ganz praktisch ist, denn an vielen Speise- und Getränkeständen wird noch eingerichtet. Auch Chef-Koch Munyar Zana auf dem hohen Food Truck mit der Aufschrift „Mundpropaganda“ hat einiges zu sortieren. „Das war mal ein militärischer mobiler Kommandostand, da kann man die Seitenteile herunterklappen, wodurch man jetzt die Stellfläche für die Gäste hat“, erklärt Zana.

Die Band Superphonix heizt am Freitagabend den zahlreichen Musikfans auf der Bühne vor der Hugenottenhalle ein.

Eine Stunde später ein ganz anderes Bild: Die Straßen sind voll. „Essen und Trinken geht immer, die Musik muss aber noch besser werden“, meint Peter Hoffmann, der sich mit Freunden in akustischer Reichweite zweier Bands zum Bierchen getroffen hat. Ruhiger, aber dafür richtig voll ist es vor dem Weltladen. Dort präsentieren Patrick Steinbach und Michael Diel ihre Kompositionen. Die aufgestellten Bänke reichen nicht aus, es müssen weitere Sitzgelegenheiten herangeschafft werden. „Das ist nicht nur eine erträgliche Lautstärke, sondern auch richtig gute Musik“, konstatiert Jürgen Fielstette, der sich neben seine Frau kuschelt. Grooviger Fingerstyle von Michael Diehl und irische Weisen auf der Gitarre, dargeboten von Patrick Steinbach, werden von den vielen Gästen genossen. Auch im Sonnenhof Eichenbühl gibt es einen musikalischen Nebenschauplatz, dort sorgen „Ralf & Friends“ für einen stimmungsvollen Abend.

Etwas ruhiger geht es beim Auftritt von Patrick Steinbach am Weltladen zu.

Höhepunkt des Festivals ist der Samstag: Besonders am Abend spielen die Top-Bands. Die Einstimmung beginnt jedoch schon viel früher. Auf der Bühne vor der Hugenottenhalle legt The Aesthetic Voyager los, zeitgleich MoB! in der Friedrichstraße und Luger auf der Bühne am nördlichen Ende der Frankfurter Straße. Dann geht es Schlag auf Schlag und die Straßen werden wieder voller. Ein paar Dissonanzen – nicht musikalischer Art – gibt es auf dem Marktplatz im Alten Ort, der erstmals mit in das Festival einbezogen ist. „Als die Bühne aufgestellt werden sollte, standen dort immer noch Tische und Bänke herum, obwohl alles abgeklärt war“, reklamiert Monika Schwebel. Die künftige Betreiberin des „Grünen Baums“ war von den Open-Doors-Organisatoren kontaktiert worden, um dort für eine passende Belebung zu sorgen. Die gibt es auch, allerdings nicht in der Idealform – Apfelwein Föhl fühlt sich von seinem Stammplatz verdrängt. Musik erklingt auch: In der Band 4 through the 80s sitzt am Schlagzeug Christoph Lange, dieser hat nicht nur eine Kinderhilfestiftung zur Förderung von Kindern in der Dritten Welt gegründet, sein Vater ist auch Besitzer der Alpenlodge Val Gronda, die für die Besucher kleine Honig-Kostproben parat hat.

Buffalo & Wallace sorgen am Samstag für die große Show mit schrillen Outfits und Knaller-Hits.

Absoluter Knaller ist wieder einmal Ryffhuntr, die mit Hard Rock-Evergreens bis zum „Final Countdown“ begeistern. Salsa Verde ist immer ein Garant für pulsierendes Leben auf und vor allem vor der Bühne – so ist es diesmal auch. Einigen ist es bei The Queen Kings zu laut. „Nach zwei Liedern mussten wir raus“, meint Gerhard Armer aus Langen, Die Aftershow-Party im VIP-Bereich dahinter, wo wieder mächtig – und auch erfolgreich – für die Kinderhilfestiftung geworben wird, geht bis in den frühen Morgen weiter.

VON LEO F. POSTL

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