Offenes Gespräch 

Polizeidienststellenleiterin zu Besuch beim Bürgerstammtisch in Neu-Isenburg

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Der Bürgerstammtisch in der Bansamühle im Dialog mit Polizeichefin Susanne Wendt.  

Polizeidienststellenleiterin Susanne Wendt war am Mittwochabend in der Bansamühle beim Brügerstammtisch zu Gast. Dort stellt sie die Kriminalstatistik aus dem Jahr 2018 vor und hatte ein offenes Ohr für die Sorgen der Bürger. 

Neu-Isenburg – Traditionell lädt der Bürgerstammtisch der Gruppe „Wachsamer Nachbar“ aus dem Bezirk Offenbacher Straße-Gravenbruchring den Chef der Isenburger Polizei ein. Seit dem vergangenen Jahr ist es eben eine Chefin und Wendt feiert also ihre Premiere beim Stammtisch in ihrer Funktion. Die ganz großen Aufreger bleiben an diesem Abend aus. Es geht eher um die Fragen der Verkehrsführung und die Probleme rund um mangelnde Parkplätze und rücksichtsloses Verhalten von Autofahrern im Stadtgebiet.

Susanne Wendt präsentiert die jüngsten Zahlen der Kriminalstatistik aus dem Jahr 2018. Sehr erfreulich für die Polizeihauptkommissarin ist der Rückgang der Wohnungseinbrüche. Waren es 2017 noch 61, gab es 2018 nur noch 37 Fälle von Einbrüchen im Stadtgebiet. „Davon sprechen wir bei 50 Prozent sogar nur von versuchtem Einbruch. Das ist die niedrigste Zahl, die wir je hatten“, sagt Wendt zufrieden. Dies sei vor allem der Aufklärung zu verdanken und der daraus resultierenden Präventionsmaßnahmen an Haustüren und Fenstern: „Die Menschen sichern ihre Häuser und Wohnungen besser und machen es den Einbrechern damit schwer.“ Das führe dazu, dass es insgesamt weniger Versuche gibt und diese dann auch oftmals scheitern.

Noch erfreulicher ist der Rückgang der Raube. 2017 gab es zehn Opfer, 2018 nur noch eines. Auch die gefährliche Körperverletzung ist gesunken, von 13 auf elf Fälle. „Dazu muss man wissen, dass die Gefahr, dass man in Isenburg auf offener Straße einfach angegriffen wird, gegen null geht. Denn alle elf Taten der gefährlichen Körperverletzung waren Beziehungstaten, bei denen sich Täter und Opfer kannten“, erläutert Susanne Wendt.

650 Verkehrsunfälle hat die Polizei in Isenburg und seinen Stadtteilen 2018 aufgenommen. „Das ärgerliche ist, dass es in 54 Prozent der Fälle zu einer Fahrerflucht kam. Da geht es meist nur um Bagatellschäden, doch ein abgefahrener Spiegel kostet heute schnell 2 000 Euro Reparatur“, kennt Wendt die Kosten bei hochwertigen Autos. Markant auch: Die Aufklärungsquote liegt bei nur 41 Prozent. „Das ist ärgerlich für den Autobesitzer, der unverschuldet auf den Kosten sitzen bleibt.“

Die neun Nachbarn, die zu dem Treffen gekommen sind, beklagen sich über vermehrte Müllablagerung im Wald, machen auf Autofahrer aufmerksam, die in der Behelfsausfahrt der Autobahn in den Morgenstunden Kennzeichen wechseln und Jugendliche, die nachts rund um den Bansapark zu laut sind.

Wendt bittet bei auffälligen Beobachtungen um einen Anruf in ihrer Polizeistation. „Wenn Sie etwas entdecken, das Ihnen komisch vorkommt – rufen Sie bei uns an. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Denn dass wir auf Streife zufällig einen Täter irgendwo entdecken, ist wie ein Lottogewinn. Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen“, sagt die Polizeichefin.

Geteilte Meinungen gibt es zu dem neuen Kreisverkehr an der Offenbacher Straße zur Abzweigung Am Trieb. Einige Anwohner finden den Minikreisel störend, andere wiederum beobachten, dass der Verkehr seither flüssiger läuft. „Das ist auch unsere Beobachtung. Der Minikreisel funktioniert und es kommt zu deutlich weniger Staus. Wir haben auch noch keine einzige Beschwerde deswegen“, gebe es keine Anrufe auf der Dienststelle wegen dieser Verkehrsführung.

Abschließend warnt Susanne Wendt noch vor den immer noch aktiven Trickdieben, die versuchen, Senioren „abzuzocken“: „Es gibt sie immer noch, die Täter, die den berühmten Enkeltrick anwenden. Glücklicherweise gehen ihnen immer weniger Menschen auf den Leim. Aber seien Sie vorsichtig bei Anrufen und unbekannten Leuten, die bei Ihnen an der Tür klingeln.“ Auch die Banken seien inzwischen sensibilisiert und fragten nach, wenn ein älterer Mensch ungewöhnlich hohe Geldbeträge abhebt.

von Nicole Jost

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