Ideen vom alternativen Leben

Robert Busch (34) hat ein Buch übers Aussteigen und Ankommen geschrieben

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Was ist der Sinn des Lebens und wie kann ich ihn finden? Dieser Frage geht der Isenburger Robert Busch in seinem Buch „Generation Aussteiger“ nach.

Er ist ein Isenburger Bub. Einst machte er mit seiner Kombo „Unbägabt“ Krach und spielte sich damit in die Hirne und Ohren der Hugenottenstädtler. Nach seinen wilden Jahren ging er über zum Yoga, hatte sogar ein eigenes Studio. Dann zog es ihn fort.

Neu-Isenburg –  Und zwar ganz weit weg. Über den großen Teich bis nach Costa Rica. Dort arbeitet er an einem Ort, an dem Gutbetuchte ihre Urlaube verbringen. „Ich unterrichte Jin-Yoga, das auf Entspannung und mentalem Training basiert und das Nervensystem anspricht“, erklärt Robert Busch. In Nosara, einer Kommune, die zu den weltweit fünf besten Orten zählt, an denen man Surfen lernen kann. Dort unterrichtet Busch nicht nur Yoga, sondern er surft auch und macht Musik.

Doch ursprünglich wollte Busch Journalist werden. Sein Faible fürs Schreiben hat er weit fort von Zuhause wieder für sich entdeckt. Und wie. Er hat ein Buch geschrieben: „Generation Aussteiger“ heißt das Erstlingswerk des Mannes Jahrgang 1984. „Anfangs war die Musik in Costa Rica für mich das Wichtigste“, sagt Busch. „Generation Aussteiger“ schrieb er, „weil mich viele Leute hier in der Heimat noch aus ,Unbägabt’-Zeiten und als Student kennen“. Das kam gut an, aber: „Viele waren überrascht, weil sie erwarteten, es wäre eine Geschichte über meine Zeit in Marokko und Costa Rica – aber es ging um die Jahre davor.“

Als Aussteiger sieht er sich, weil er sich gegen einen linearen Lebenslauf entschied – Abitur, Studium, Job, Rente. Aus diesem Trott wollte er raus. „Ich arbeite mein Leben lang schon, aber ich mache mal was da und mal was dort.“ Das Buch beginnt mit seinem 13. Lebensjahr und beschreibt seinen Weg von „Unbägabt“ über das Studium der Politikwissenschaften bis zum Yoga. Doch er schrieb es nicht nur um der anderen Willen, sondern auch für sich selbst. Erst während des Schreibprozesses bemerkte er, dass es eine Art Therapie war. „Es geht mir auch darum, dass ich bei vielen Menschen in meinem Umfeld sehe, dass sie in Dingen gefangen sind, die sie nicht wirklich gern tun. Aber Talente haben, mit denen sie erfolgreich sein könnten. Doch sie leiden unter einer falschen Bescheidenheit“, erklärt Robert Busch.

Der 34-Jährige möchte zeigen, „dass man es sich zutrauen sollte, seiner Leidenschaft zu folgen. Man muss nur wirklich Bock darauf haben, dann wird es gut. Aber – das ist die andere Botschaft – man sollte die Sache der Sache wegen machen und dann sehen, wohin sie führt“.

Eine Erfahrung, die er im Leben selbst gemacht hat. „Als ich 25 war, merkte ich, dass das Leben, das ich führte, nicht das war, das ich haben wollte“, so Robert Busch, der in Sprendlingen an der Ricarda-Huch-Schule sein Abitur machte. „Ich habe quasi eine Erwartungshaltung erfüllt mit dem Studium der Politikwissenschaften.“ So konzentrierte er sich immer mehr auf die Dinge, die er nebenher machte. Da merkte er: „Und all das lief sehr erfolgreich.“ Ein weiterer Wendepunkt seines Lebens war, als er sich beim Skateboard fahren den Ellenbogen brach. „Ich bin danach ins Ausland gegangen. Und mein Weg führte von Marokko nach Costa Rica.“

Doch zurück zum Buch. Von November bis Februar schrieb er an „Generation Aussteiger“, aus dem er am Donnerstag, 16. Mai, in Frankfurt im „Summa Summarum Musikkeller“ an der Klappergasse lesen wird.

„Es ging relativ schnell, den Verlag zu finden. Es ist eine kleine Firma, die in Norddeutschland ansässig ist und mir sympathisch erschien“, so Busch, der im Selbstverlag veröffentlicht. „Auf diese Art werden in Deutschland sehr viele Bücher verlegt, aber mehr als 80 Prozent verkaufen weniger als zehn Exemplare“, weiß Busch – der sich aber in dieser Beziehung keine Sorgen machen muss. Er hat relativ gut verkauft. „Bisher habe ich knapp 100 verkauft“, so Busch, der in den nächsten Wochen mehrmals aus seinem Werk lesen wird und hofft, so noch mehr Bücher an den Mann zu bringen. Außerdem bleibt „Generation Aussteiger“ nicht sein einziges Buch. Mindestens zwei hat er noch in petto.

VON ENRICO SAUDA

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