Wettkampf der Stärksten

Schottische Hochlandspiele sind auch für Zuschauer ein Vergnügen

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Kräftig pusten: Die Dudelsackspieler der Clan Pipers aus Frankfurt beeindrucken mit ihren Instrumenten.

Er hat es wieder getan. Gunnar Pfingsten hat bisher alle Ausgaben der neuen Ära der Schottischen Hochlandspiele gewonnen. So auch gestern. „Es macht enorm viel Spaß, hier mitzumachen“, sagt der 44-Jährige, der einst Kugelstoßer war.

Neu-Isenburg –Er gehört zu den insgesamt zehn Teilnehmern, die sich in den Disziplinen Schottenhammerwurf, Feld-Steinstoßen, Gewichtweitwurf, Gewichthochwurf und Baumstammwerfen messen. „Meine Verbindung zu Schottland verdanke ich übrigens Neu-Isenburg“, so Pfingsten, der 1994 Deutscher Jugendmeister in der Halle und im Freien wurde und bei den Juniorenweltmeisterschaften in Lissabon auf Platz sieben landete. Beim Gewichthochwurf hält er übrigens immer noch den Rekord in der Hugenottenstadt. „Damals in den 90ern waren die Highland Games hochkarätig besetzt mit Kugelstoßern und Hammerwerfern“, erinnert sich Pfingsten, der heute auch als Leichtathletik-Trainer unterwegs ist.

Es sieht so einfach aus, wenn der Hüne aus Bad Wimpfen so locker und flockig den langen Baumstamm in die Luft wirft und dafür sorgt, dass er sich dabei überschlägt. Auch, wie er mit einer Hand das Gewicht hoch wirft, während die Konkurrenten mit zwei Händen ihre Liebe Mühe und Not haben, beeindruckt nicht nur Gegner, sondern auch die vielen hundert Zuschauer auf dem Werferplatz im Sportpark.

„Im nächsten Jahr könnte es interessant werden“, meint Pfingsten mit Blick auf die Mitbewerber. Aber in diesem Jahr war er sich sicher, dass er gewinnen würde.

Während der Routinier und Veteran der Schottischen Hochlandspiele aus Bad Wimpfen nicht genau beziffern kann, wie oft er schon mitgemacht hat, ist es für den Isenburger Johannes Simon die erste Teilnahme. „Ich war früher Helfer hier und wollte eben mal mit dabei sein“, erzählt Simon. „Und ich muss sagen, es läuft nicht mal so schlecht für mich.“ Und wie: Er wurde gleich Zweiter.

Auch von Anfang an dabei ist übrigens Christian Schmitt – Mitorganisator der Veranstaltung, die seine Schwester Katharina Schmitt moderiert. In diesem Jahr nimmt Christian Schmitt allerdings nicht teil, „weil ich mich beruflich neu orientiert habe und mit dem Hausbau beschäftigt war“. Mit der Anzahl der Teilnehmer zeigt er sich sehr zufrieden. „Zehn, dass ist ein solider Durchschnitt. Es dürfen auf der einen Seite nicht zu wenige sein, aber auf der anderen auch nicht zu viele, weil das Ganze sonst einfach zu lange dauert“, so der Fachmann für die Hochlandspiele.

Um das Ganze zu einem Kulturerlebnis abzurunden, ergänzt ein buntes Begleitprogramm die sportlichen Aktivitäten. Die Dudelsack-Band Clan Pipers spielt und der Scottish Country Dance Club präsentiert Tänze. Die Broadsword Academy Germany bringt den Zuschauern alte schottische Kampftraditionen näher. Und fürs richtige Ambiente sorgen schottische Spezialitäten wie Fish’n’ Chips und Whiskey.

VON ENRICO SAUDA

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