Berufsinfobörse

40 Aussteller informieren: Was kommt nach der Schule?

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Ein Neu-Isenburger Geschichtsbuch als Dank an eine Frau, die Geschichte geschrieben hat: Bürgermeister Herbert Hunkel würdigt gestern das Engagement von Ilse Troper. Die langjährige Pädagogin für Arbeitslehre an der Brüder-Grimm-Schule hat vor 25 Jahren, zusammen mit dem damaligen Schulleiter Rolf Krumbiegel, die Berufsinfobörse initiiert.

In der Hugenottenhalle reihten sich am Donnerstag Infostände von Unternehmen aus Neu-Isenburg und der Region aneinander. Sie präsentieren auf großen Plakaten und Bannern ihre Angebote und werben um die Gunst von jungen Menschen, die sich beruflich orientieren möchten.

Neu-Isenburg - Immer wieder kommen größere Gruppen von Schülern ins Foyer und den Hugenottensaal, denn die Berufsinformationsbörse der Stadt strahlt auch über ihre Grenzen hinaus. Neben Schülergruppen aus der Goethe- und Brüder-Grimm-Schule schlendern auch Jugendliche aus den Schulen in Dreieich durch die Halle. Sie können sich über mehr als 100 Berufe und Berufsbilder, darunter viele Jobs für Hauptschüler, bei gut 40 Ausstellern schlau machen.

Neu-Isenburg: Über 100 Berufe vorgestellt 

Was vor genau 25 Jahren mit einer kleinen „Berufsorientierungsveranstaltung“ in der Brüder-Grimm-Schule begann, hat sich zu einer großen Berufsinformationsbörse entwickelt. Der damalige BGS-Schulleiter Rolf Krumbiegel und die Pädagogin für Arbeitslehre, Ilse Troper, hatten vor 25 Jahren eine Orientierungsmöglichkeit bei der Berufsfindung für Schüler der Grimm-Schule ins Leben gerufen. 

Das Interesse ging bald über den Bereich der Schule hinaus und die Stadt übernahm nicht nur die Organisation, sondern stellte auch die Hugenottenhalle zur Verfügung.

„Was Sie damals in weiser Voraussicht initiiert haben, ist zu einem wahren Erfolgsmodell für die jungen Leute geworden“, betont Bürgermeister Herbert Hunkel gestern und überreicht der anwesenden Mitinitiatorin Ilse Troper ein Neu-Isenburger Geschichtsbuch. „Ich bringe mich heute noch gerne für die Jugend und die Gesellschaft ein, wo ich kann“, erzählt die 76-jährige pensionierte Lehrerin.

Aldi, Rewe und Bundeswehr im Vorteil 

Erstmals lag die Verantwortung der Organisation der Berufsinfobörse bei Lisa Würtenberger, die mit Dirk Kühnel vom Jugendbüro die Fäden zog. „Es wird auch für uns immer schwieriger, entsprechende Unternehmen für eine Beteiligung zu gewinnen, denn gerade kleinere Betriebe haben ein Problem, Personal für eine solche Infoveranstaltung abzustellen“, erklärt Würtenberger. Große Unternehmen, wie Aldi, Rewe oder auch die Bundeswehr, hätten dafür eigens Leute, die sie schicken.

Katharina Stork, Azubi in der Firma Gosch Karosseriebau, hat ihren Traumberuf gefunden. 

Besonders freut sich Hunkel, dass viele in Neu-Isenburg ansässige Unternehmen und Betriebe dabei sind – allen voran die Stadt selbst. „Wir brauchen qualifiziertes Personal von der Verwaltung bis in die Handwerksbetriebe, und je näher diese am Arbeitsplatz wohnen, umso besser ist es für alle“, betont das Stadtoberhaupt.

Die jungen Besucher wollen meist wissen, was sie in einem der möglichen späteren Berufe erwarten wird. Nicole Wehmeyer aus der Klasse 9a der Goetheschule könnte sich einen Job bei der Sparkasse vorstellen. Markus Wörner ist ganz angetan, dass er bei Rewe bis zum Filialleiter aufsteigen kann. Samantha Feuerbach ist an einem Dualen Ausbildungsgang interessiert. 

Großer Bedarf bei Pflege. 

„Da bekommt man schon mal ein Gehalt“, so ihr Kriterium. Chiara Varta, ebenfalls von der BGS, sieht ihre Zukunft als Erzieherin. Viele interessierten sich dafür, vor einer Ausbildung erst einmal ein Jahr im „freiwilligen Sozialdienst“ zu arbeiten: Solche Möglichkeiten erläutert ihnen Botschafterin Lena Dobrav von Volunta – ein Dienst unter dem Dach des DRK.

Ihren optimalen Beruf scheint Katharina Stork indes bereits gefunden zu haben, sie fühlt sich als Azubi bei der Firma Gosch-Karrosseriebau recht wohl. „Viele Jungs fragen erst einmal, was sie für Geld in den Lehrjahren bekommen, bevor sie wissen wollen, was wir überhaupt machen“, erlebt Peter Kröcker, Meister bei Gosch.

Riesenbedarf gibt es bekanntlich im Bereich der Pflege, dort kann man bereits mit einem Hauptschulabschluss einsteigen, für den examinierten Pflegeberuf ist jedoch mindestens ein Realabschluss notwendig, wie Jessica Rink vom Unternehmen Domicil erklärt. 

In der Firma Jost gibt es Ausbildungsangebote zum Industriekaufmann, aber auch zur Fachkraft für Lagerlogistik, wie Gabriele Wrobel erläutert. Mit Maike Kohlenberg hat sie eine recht begeisterte Auszubildende im zweiten Lehrjahr dabei – eine bessere Botschafterin gibt es wohl kaum.  lfp

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