Erinnerung an die Anfänge

Besuch von guten Freunden: 40 Jahre Städtepartnerschaft mit Bad Vöslau gefeiert

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Von den Anfängen der Partnerschaft berichteten Sabine und Regina (Zweite und Dritte von links), die Töchter des verstorbenen Rudi Witzig.

Die Stadt Neu-Isenburg hat ihre 40-jährige Partnerschaft mit Bad Vöslau in Österreich gefeiert. Eine solch gefestigte Freundschaft lässt sich auch durch ein verspätetes Eintreffen der Gäste aus Bad Vöslau nicht beirren.

Neu-Isenburg –  „Was bisher 40 Jahre gehalten hat, sollte auch die zwei Stunden Verspätung aushalten“, meinte Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner, die mit weiteren Isenburgern geduldig im Biergarten des „Treffpunkts“ wartete. Über Handy war man ständig in Kontakt, der Verkehr auf den Autobahnen war schuld. 

Anstatt wie geplant um 18 Uhr konnte Bürgermeister Herbert Hunkel seinen Amtskollegen Christoph Prinz aus Bad Vöslau mit weiteren Gästen erst gegen 20 Uhr am Hotel Mercure begrüßen – und dann schnell zur Feier der Rückverschwisterung zum „Treffer“ bringen. Der offizielle Akt wurde angesichts des lauen Sommerabends unter die lauschige Kastanienbäumen ins Freie verlegt.

Neu-Isenburg: Stadt feiert Partnerschaft mit Bad Vöslau

„Es hat leider etwas länger gedauert mit der Anfahrt, aber wir hatten immer das Ziel Neu-Isenburg vor Augen, um unsere vielen lieben Freunde hier wieder einmal zu treffen“, meinte Bad Vöslaus Bürgermeister Prinz. Danach wurde das Buffet eröffnet, das unter anderem auch mit der Grünen Soße als lokale Spezialität aufwartete. „Die schmeckt wirklich gut, besser als es der optische Eindruck vermuten lässt“, meinte Christian, ein Musiker der Blaskapelle aus Bad Vöslau. Aber auch andere Gäste holten sich einen kräftigen Nachschlag.

Geschenke durften natürlich nicht fehlen. Da überraschten die Bad Vöslauer das Neu-Isenburger Stadtoberhaupt mit einem Liegestuhl mit Hunkels Porträt zum Ausruhen auf der häuslichen Terrasse. Einen weiteren Liegestuhl mit seinem Porträt gab es für Landrat Oliver Quilling, als Dankeschön für sein Engagement um die Partnerschaft in seiner Zeit als Neu-Isenburger Bürgermeister. Die Liegestühle ohne Porträts könnten auf der Rathausterrasse für Gäste, die Hunkel immer wieder einlädt, genutzt werden. Die Neu-Isenburger überreichten den Bad Vöslauern ein Bilder-Tableau. Der von der Isenburger Künstlerin Kerstin Diacont zusammengestellte „Bilderbogen“ zeigt fotografisch dokumentierte Höhepunkte aus 40 Jahren Partnerschaft.

Neu-Isenburg: 40 Jahre Freundschaft mit Stadt in Österreich

Einen besonderen Beitrag zur Geschichte der Verschwisterung steuerten Sabine und Regina bei, die Töchter des verstorbenen Rudi Witzig, der die Partnerschaft initiiert hatte. „Es war Sommer 1974 – das ist nun schon 45 Jahre her – da plante die Familie Witzig mit einer befreundeten Familie einen Urlaub am Plattensee. Mein damaliger Schuldirektor Karl-Heinz Schäfer empfahl unbedingt einen Zwischenstopp in Bad Vöslau. Unsere Eltern machten ihre ersten Erfahrungen beim Heurigen, während wir Kinder mit Olga Fritz die beste Kindersitterin der Welt hatten“, beschrieb Sabine Witzig den Ursprung der freundschaftlichen Beziehung.

Später blieb die Familie gleich in Bad Vöslau und bald gab es die erste selbst organisierte Busreise. „Diese Reisen mit Isenburgern und Freunden wurden bald zur Tradition. Mal fuhren Fußballer, sogar mit Spielern aus unserer englischen Partnerstadt Hemel Hempstaedt, mal waren es die Kegler, mal der Kümmler-Chor oder wer sonst noch von meinem Vater nach Bad Vöslau geführt werden wollte“, erzählte Sabine Witzig. 1986 gab es zur 850-Jahrfeier von Bad Vöslau einen tollen Umzug, bei dem Ebbelwoi ausgeschenkt wurde. Mit dabei war der Isenburger Leierkastenmann Benni Arnoul.

Aus dieser privaten Initiative entstand die offizielle Verbindung: Am 15. April 1978 wurden die Verschwisterungsurkunden unterzeichnet. Im Oktober 2018 war eine große Delegation aus Neu-Isenburg in Bad Vöslau zum Verschwisterungsjubiläum. Nun erfolgt der Gegenbesuch. Auch dazu wurden am Donnerstagabend im Treffpunkt entsprechende Urkunden unterzeichnet. Auf die Bad Vöslauer wartet bis zum morgigen Sonntag ein buntes Programm unter anderem mit Besuch der Frankfurter Altstadt und einer Lahnfahrt mit Aufenthalt in Limburg, zudem werden sie das Weinfest besuchen – dort ist Bad Vöslau schon immer mit einem Weinstand vertreten.

VON LEO F. POSTL

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