Tonnen als Super-Trommeln

DLB zeigt beim Tag der offenen Tür sein facettenreiches Gesicht

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Der Ansturm aufs Gewächshaus hat Tradition: Zum Tag der offenen Tür werden ausnahmsweise dort Pflanzen verkauft.

Der Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg AöR ist ein markanter Ort: Hier können die Bürger ihren Grünabfall hinfahren, die Mitarbeiter organisieren aus den Büros an der Offenbacher Straße die Müllabfahrt und wenn es im Winter schneit, sorgen sie mit großem Gerät für freie Straßen.

Neu-Isenburg –  Wie viel mehr in dem Betrieb mit 230 Mitarbeitern steckt, welche Talente dort schlummern und welche Aufgaben sie in den beiden Städten noch erledigen, das können die Bürger am Tag der offenen Tür erleben.

Vielleicht ist der Andrang am Samstagvormittag nicht ganz so riesig wie in den Jahren zuvor. Zu ungemütlich ist das Wetter. Aber diejenigen, die kommen, sind umso interessierter. Der größte Magnet in den Morgenstunden ist wie üblich das Gewächshaus. In großen Mengen gedeihen hier auf lichtdurchfluteten 1300 Quadratmetern bei besten Bedingungen Stiefmütterchen, Begonien oder Sonnenblumen, die in den Frühlings- und Sommermonaten die Beete in den Städten verschönern. Einmal im Jahr haben die Isenburger und Dreieicher die Gelegenheit, hier ihre Balkon- oder Gartenpflanzen zu kaufen. Auch ein paar Kräuter haben die städtischen Gärtner herangezüchtet. Während manch einer mit zwei Pflänzchen in den Händen von dannen zieht, kommen andere gleich mit der Schubkarre und einer ganzen Pflanzenbestellung. Zwei Steigen blau blühender Vanille-Blumen transportiert Manuela Desch, Jugendleiterin beim Technischen Hilfswerk, ab. „Wir kommen jedes Jahr mit unserer Kindergruppe. Die Blumen sind als Muttertagsgeschenk gedacht. Das ist Tradition“, erzählt Desch lächelnd, dass sich die kleinen THW-Mitglieder den Kopf über Mamis Geschenk nicht mehr zerbrechen müssen.

Eine besondere Überraschung hat DLB-Geschäftsführerin Petra Klink mit den Kollegen vorbereitet: Alles, was das Unternehmen so rund um den Abfall zu bieten hat, wurde zum Trommelinstrument umgebaut. Alte Farbeimer klingen ebenso gut wie eine Zink-Gießkanne oder eine richtige Biotonne. Seit April haben die musikbegeisterten DLB-Mitarbeiter mit Trommel-Profi Juan Bauste für diesen Auftritt geprobt. Trommelnd ziehen sie in den leuchtend gelben DLB-Westen über den Hof, um dann in der Fahrzeughalle ein kleines Konzert mit kubanischen und afrikanischen Rhythmen zu spielen.

Nicht mehr namenlos: „Lutz van Putz“ heißt das von Mitarbeiter Markus Göbel initiierte DLB-Maskottchen.

Das ist so mitreißend, dass die immer größer werdende Zuschauermenge begeistert mit klatscht. „Wir haben vor fast zehn Jahren zur Eröffnung des neuen DLB-Geländes schon etwas ähnliches gemacht. Damals waren es japanische Trommeln. Das macht total viel Spaß und wir überlegen gerade, ob wir regelmäßig zusammen trommeln“, sagt Klink nach ihrem Tanz an der Biotonne.

Ganz neu ist das Maskottchen des DLB. Mitarbeiter Markus Göbel hat die Entwicklung des sympathischen Hundes mit der glänzenden Nase und der hellgrünen Arbeitshose angeregt. „Den Entwurf hat dann ein Grafikdesigner übernommen, aber die Ideen stammen von uns“, sagt der Mitarbeiter, der bislang in der Straßenreinigung und inzwischen im technischen Bereich des kommunalen Dienstleisters arbeitet. In seiner Freizeit beschäftigt sich Göbel mit dem Dreh und dem Schnitt von Videos. Für den DLB hat er jetzt schon mehrere kleine Erklär-Filme gedreht und das neue Maskottchen bereits involviert. „Ich habe eine neue Software, mit der ich den Hund blinzeln und sprechen lassen kann. Das macht mir total Spaß. Die Produktion dann noch mit passender Musik unterlegt, geht das Filmchen ans Herz und erklärt gut, was wir hier tun“, sagt Göbel. Sein jüngster Dreh war eine Einladung zum Tag der offenen Tür. Schon zwei Tage nach der Veröffentlichung auf Facebook hatten sich mehr als 2000 Leute den Clip angesehen.

Alte Eimer, Gießkannen und Biotonnen als Instrumente: Die DLB-Mitarbeiter haben sichtlich Spaß an ihrem Auftritt mit Trommel-Profi Juan Bauste (vorne rechts).

Und Göbel muss das Maskottchen künftig auch nicht mehr einfach nur Hund nennen. Die Besucher des Tags der offenen Tür haben dem kleinen Kerl inzwischen einen Namen gegeben: Lutz van Putz heißt das lustige Tier ab sofort – bei der Abstimmung unter den Besuchern war das der deutliche Favorit vor Lumpi und Wuffi.

Jetzt gibt es bereits Planungen, welche Art von Auftritt Lutz van Putz künftig bekommt: Kleine Kuscheltier-Ausgaben von ihm sind ebenso denkbar wie ein Maskottchen in Lebensgröße für Werbeauftritte des DLB.

Großer Andrang und Informationsbedarf herrscht beim Nabu und den Dreieicher Imkern, die die Bürger über bessere Bedingungen für Honig- und Wildbienen informieren. Als nächstes wird der DLB gemeinsam mit dem Neu-Isenburger Unternehmen Aramark ein Wildbienenhotel auf dem Dreiherrnsteinplatz in Gravenbruch aufstellen.

Für ein ähnliches Projekt in Dreieich wird noch ein Sponsor gesucht.

VON NICOLE JOST 

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