Zwölfjährige aus Syrien benötigt Hand- und Bein-Orthese

Hoffen auf Hilfe für Aya

Neu-Isenburg - Dies ist die Geschichte von Aya, einem Mädchen, das es von Geburt an schwer hatte. Weil sie bei der Geburt in einem Krankenhaus in Syrien zu lange keinen Sauerstoff bekommen hat, trägt sie Langzeitfolgen davon. 

Beim Handarbeitskreis fehlt es an Wolle Die glückliche Aya in ihrem neuen, kindgerechten Rollstuhl. Nerminka Orhan-Schmid (links) hat geholfen, ihn zu besorgen.

Aya muss mit einer dauerhaften geistigen und körperlichen Behinderung leben. Vor einigen Wochen nun sind ihre Eltern, wie Tausende andere Menschen, mit dem inzwischen zwölfjährigen Kind vor Krieg und Terror geflohen – gemeinsam machten sie sich auf den für sie wohl noch beschwerlicheren Weg in die Freiheit. Jetzt ist die Familie in der Erstaufnahmeeinrichtung in Neu-Isenburg untergebracht. Welche Strapazen sie bis hierher hinter sich gebracht haben – man kann es sich kaum ausmalen. Die Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg möchte die Familie und vor allem Aya unterstützen.

Daher suchte sie in ihrem Helferkreis zunächst nach einem kindgerechten Rollstuhl. Mit Erfolg: Nerminka Orhan-Schmid, die in den Werkstätten Hainbachtal arbeitet, bat die Firma Oratho um Hilfe und fand dort große Unterstützung. Das Offenbacher Unternehmen spendete den Rollstuhl und übernahm die nötigen Anpassungen.

Um besser zurechtzukommen, benötigt das kleine Mädchen jedoch noch eine Hand- und eine Bein-Orthese. „Diese korrigieren die Fehlstellungen und verhindern dauerhafte Schmerzen“, erläutert Michael Kaul, der Sprecher der Flüchtlingshilfe. Doch es müssen, so haben es Fachleute gesagt, für eine angepasste Orthese noch einmal Kosten von etwa 500 Euro gestemmt werden. Allein: „Bei dem aktuellen Aufenthaltsstatus der Familie können wir nicht auf eine Kostenübernahme durch das Land Hessen hoffen“, weiß Kaul. „Auch nach einer Zuweisung wird die Finanzierung nicht gesichert sein.“ Deshalb geht die Flüchtlingshilfe nun mit dem Fall an die Öffentlichkeit – in der Hoffnung, dass sich Sponsoren finden. Wer Aya helfen möchte, wendet sich an die Flüchtlingshilfe (Fluechtlingshilfe-Neu-Isenburg@t-online.de oder 06102/326772).

Bilder: Einblicke in Unterkunft für Flüchtlinge in Neu-Isenburg

In einem anderen Fall, so berichtet Kaul, sei es bereits gelungen, einem Mann, der durch eine Mine beide Beine verloren hat, einen passenden Rollstuhl zu vermitteln. „Vielen Dank an die Spender“, betont Kaul. Was Aya betrifft, so hofft Nerminka Orhan-Schmid, dass die Familie in die nähere Umgebung zugewiesen wird, damit sie sich dauerhaft um Aya kümmern kann.

Eine weitere Spendenbitte kommt vom Handarbeitskreis für die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung: Die Frauen, die den Kreis ins Leben gerufen haben und betreuen, benötigen dringend Material wie Stricknadeln, vor allem aber Wolle. Die Wollspenden können laut Einrichtungsleiter Ulrich Meier am Tor an der Rathenaustraße abgegeben werden. (hov)

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