Musik kommt nach dem Unterricht

Jonas Fisch bekommt Rock-und Pop-Preis

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Stolz zeigt Jonas Fisch den Rock-Pop-Oscar. 

Neu-Isenburg - Jonas Fisch ist ein bekanntes Gesicht in der Region. Als Frontmann der Band Inhuman rockt er seit 17 Jahren die Bühnen in ganz Deutschland. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählt der Hessische Rock-und Pop-Preis. Von Nicole Jost

Als Lehrer der Goetheschule unterrichtet Fisch keine Musik – bringt sich aber musikalisch ein.
Die Schüler der Goetheschule kennen Jonas Fisch vor allem als Lehrer. Von Montag bis Freitag steht der Pädagoge vor den Gymnasiasten der Klassen fünf bis zwölf und unterrichtet Englisch, Ethik und Philosophie. Er verteilt Hausaufgaben, viel Lob und manchmal auch eine Fünf für eine schief gegangene Klassenarbeit.

Nach Schulschluss schnappt er sich oft seine Gitarre, probt mit seinen Freunden für eines von rund 50 Konzerten im Jahr und ist auch eine ordentliche „Rampensau“ auf der Bühne. Als Frontmann der Dreieicher Band Inhuman hat er unzählige Konzerte gespielt. Mitte November gewann der Musiker den Hessischen Rock- und Pop-Preis in der Langener Stadthalle als Jonas Fisch und Band (Gitarre: Patrick Westphal, Keyboard: Stefan Seib-Melk, Bass: Mattias Madeja und Schlagzeug: Jens Vorenberg). „Das hat echt solch einen Spaß gemacht und war ein klasse Abend, obwohl ich eigentlich überhaupt kein Freund von Band- Contests bin. Es waren tolle Bands dabei und so eine schöne Atmosphäre – da fühle ich mich einfach nur geehrt, dass ich gewonnen habe“, sagt er mit Blick auf den Rock-Pop-Oscar, der seinen Schreibtisch ziert.

Bei aller Liebe zur Musik ist Fisch froh, dass „es für mich einfach das schönste Hobby der Welt ist und ich nie der ganz großen Karriere als Rockstar hinterhergerannt bin“, sagt der 32-Jährige. Auch in der Schule hat er den Fokus nicht auf die Musik gelegt. Denn eigentlich wäre es ja mehr als naheliegend gewesen, dass er auch als Musiklehrer unterrichtet. „Das hatte ich ursprünglich tatsächlich vor. Aber bei der Vorbereitung zur Aufnahmeprüfung der Musikhochschule wurde mir sehr bewusst, dass Musik etwas ist, was aus mir herauskommt. Und nichts, was von außen auf mich einwirkt“, erläutert er. Fisch liebt es, mit Inhuman aufzutreten, schöne Locations in ganz Europa kennenzulernen. „Ich freue mich einfach, dass ich so viele Menschen mit meiner Musik berühren darf“, sagt der Englischlehrer. Die Musik soll ein Hobby bleiben.

Inhuman stellt Jubiläums-CD vor

In der Goetheschule geht es für ihn in musikalischer Hinsicht aber dann doch nicht so ganz ohne. Der Inhuman-Sänger ist „inoffizielles Mitglied“ des Fachbereichs Musik an dem Neu-Isenburger Gymnasium. In den vergangenen Jahren ist das Engagement im Freizeitbereich enorm gewachsen. Neben Bläserklassen und Chor gibt es an der Schule inzwischen auch sieben Bands, die von den Musiklehrern unter dem Stichwort „Populärmusik“ betreut werden.

Das Gymnasium hat eigens einen Proberaum eingerichtet, der an jedem Tag in der Woche besetzt ist. Jonas Fisch ist Bandcoach von zwei der Schulbands. „Wir fördern es einfach, wenn Jugendliche zusammen muszieren wollen. Das passiert auch gar nicht ausschließlich innerhalb der Jahrgänge. Wir haben Bands, die haben Gitarristen aus der zehnten und einen Schlagzeuger aus der sechsten Klasse. Das funktioniert ganz hervorragend“, freut sich Fisch, dass die Schüler so viel Spaß an dem Angebot haben. Das Zusammenspiel, die Abstimmung miteinander fördere die Sozialkompetenz. Viele der Jugendliche haben einfach nur Spaß an ihrem Instrument oder am Gesang. „Aber wir haben auch ein paar riesige Talente an unserer Schule“, hat der Lehrer schon so manch eine Überraschung erlebt.

In der Vergangenheit wurden über die Schulgrenzen hinaus Kontakte geknüpft und die Schulbands sind gerade erst vor dem Beginn der Ferien im Isenburger Jugendcafé aufgetreten. Jonas Fisch ist für die Jungs und Mädels dabei ein besonderes Vorbild. „Das freut mich sehr. Es ist nämlich schön, dass ich ihnen zeigen kann, was man erreichen kann, wenn man einfach dranbleibt. Musik trägt erheblich zur Persönlichkeitsentwicklung bei“, ist der Pädagoge überzeugt. Er selbst habe viel Förderung erfahren: „Es braucht einfach Leute, die an dich glauben und wir hatten auch immer einen Raum zum Proben“, ist Fisch dafür heute noch dankbar. Das möchte er an seine Schüler weitergeben. Außerdem ist er davon überzeugt, dass Schule nicht nur ein Ort zum Lernen ist. „Es ist auch ein Ort, an dem man einfach mal nur Spaß haben kann.“

Und wie geht es jetzt weiter mit der eigenen Musik-Karriere? Jonas Fisch und seine Inhuman-Jungs arbeiten gerade an dem vierten Studio-Album der Band. Er verspricht, dass dies für die Fans spannend wird: „Wir haben ein paar neue Sachen probiert, ein bisschen elektronischer. Aber jeder, der schon reingehört hat, hat uns wiedererkannt“, sagt der Frontmann lachend. Und dann soll es auch wieder eine Reihe von Konzerten geben – so viele, wie die vier neben Beruf und Familien bewältigen können. Auch alleine als Singer-Songwriter wird er weiterhin Auftritte spielen.

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